Orangerie des Kadriorg-Parks (Kadrioru pargi oranžerii)
Kadriorg, Tallinn
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Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 2024
- Architekt
- Kai Süda und Risto Parve (Karisma arhitektid)
- Stil
- Zeitgenössisches Gebäude aus Glas und Metall: drei Halbzylinder über einem rechteckigen Baukörper
- Abmessungen
- Rund 2.200 m² netto (2.400 m² brutto laut dem Ingenieurbüro)
- Status
- Nur bei vom Park angekündigten Veranstaltungen für Besucher geöffnet; Gewächshaus teilweise der Arbeit der Gärtner vorbehalten
Die am 5. Dezember 2024 beim Schwanenteich eröffnete Oranžerii des Kadriorg-Parks ist zugleich Sitz der Parkgärtner und Gewächshauskomplex. Entworfen von Kai Süda und Risto Parve (Karisma arhitektid), den Gewinnern des Wettbewerbs von 2018, gliedert sie sich in drei Blöcke: Arbeitsräume, Büros und eine Garage; ein Wintergarten mit einem Konferenzraum; und ein Gewächshaus, in dem exotische Pflanzen überwintern, bevor sie im Sommer in die Beete des Parks kommen. Sie steht fast an der Stelle des Schlossgewächshauses, und eine Giebelwand aus Kalkstein des früheren Gebäudes ist im Inneren ausgestellt. Das Gebäude ist für die Öffentlichkeit nur bei angekündigten Veranstaltungen geöffnet.
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Geschichte
Die frühesten Erwähnungen von Gewächshäusern im Kadriorg-Park stammen laut der Parkverwaltung aus dem Jahr 1724. Dort wurden Blumen für den Blumengarten gezogen, und Topfpflanzen, darunter Zitronen-, Orangenbäume und Lorbeer, wurden über den Winter aufbewahrt. Zeichnungen von 1754 von J. G. Teichert, vom Park als Kastellan und von der Zeitschrift Sirp als Schlossarchitekt bezeichnet, zeigen Gewächshäuser entlang der heutigen Koidula-Straße, viel einfacher als das heutige Gebäude; ihr Zweck war vorwiegend praktisch. Mauerwerk eines Gewächshauses von 1835 ist erhalten, und eine Aufnahme von 1905 zeigt ein Anlehngewächshaus mit Steinmauer, von dem eine Giebelwand aus Kalkstein bewahrt ist. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bildeten diese Gebäude, durch Reparaturen im Lauf der Jahre verändert, laut Sirp die am wenigsten ansprechende Ecke um das Schloss.
Zum 300-jährigen Bestehen des Parks wurde 2018 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben; Karisma arhitektid mit Kai Süda und Risto Parve gewannen ihn. Der Grundstein wurde am 4. Januar 2023 gelegt: Eine Zeitkapsel wurde in das Mauerwerk des Gewächshauses von 1835 eingelassen und dann mit einem Ziegel von 1721 bedeckt, der den Fundamenten der Kaskade des Blumengartens entnommen worden war. Das Gebäude öffnete am 5. Dezember 2024; die Stadt Tallinn beziffert seine Gesamtkosten auf 8,9 Millionen Euro, und die Firma Montreco OÜ baute es. 2025 verlieh ihm das Estnische Nationale Denkmalamt seinen Preis in der Kategorie „Neues im historischen Umfeld“.
Architektur und Ingenieurbau
Das Gebäude folgt der Dreiblock-Logik des Schlosses Kadriorg und seiner Nebengebäude. Sirp beschreibt ein Haus aus Glas und Metall in Pastellgrün, dessen Markenzeichen drei auf einen rechteckigen Baukörper gesetzte Halbzylinder sind; unter diesen Bögen stehen die hohen Baukörper, Gewächshaus, Wintergarten und eine Garage für Maschinen, verbunden durch einen niedrigeren Block. Der Kritiker vergleicht sie mit den Pavillons aus Glas und Stahl und den königlichen Palmenhäusern, die im 19. Jahrhundert in London und Paris gebaut wurden, und merkt an, dass gekrümmte Stahlkonstruktionen in der estnischen Architektur selten sind. Eine mit dem Wintergarten verbundene Dachterrasse trägt ein Gründach und Solarpaneele.
Für die Architekten drückt die Fülle an Glas das Wesen einer Orangerie aus, und der grüne Ton, im Inneren wiederholt, lässt das Gebäude im Park aufgehen; die Fassade zur Koidula-Straße ist so transparent wie möglich gestaltet, damit Passanten sehen können, was im Inneren geschieht. Das Ingenieurbüro Arro & Agasild nennt tragende Strukturen aus Stahl, Stahlbetonfertigteilen und Ortbeton sowie Beton-Hohlblöcken, wobei die Geometrie der zylindrischen Baukörper die größte Herausforderung war; es zählt 2.400 m² brutto, gegenüber 2.200 m² netto für die Estnischen Architekturpreise. Das Gewächshaus wird überwiegend über zu öffnende Fenster belüftet, und ein vergrößertes Untergeschoss nimmt die Geräte des Parks auf. In den Büros ist ein Fragment der Kalksteinmauer der alten Orangerie ausgestellt.
Pflanzensammlungen
Der Wintergarten ist der sichtbarste Teil des Komplexes: Laut dem Park enthält er eine Wand aus Zimmerpflanzen, eine Sammlung von Luftpflanzen und eine Sammlung von Moosen. Das benachbarte Gewächshaus ist vor allem ein Arbeitsinstrument: Exotische Zierpflanzen werden dort durch die kalten Monate gebracht und dann von den Gärtnern im Sommer in die Beete des Parks umgepflanzt, und die Architekten beschreiben es als einen Ort, an dem Neues heranwächst, Bestehendes bewahrt und Altes repariert wird. Eine Heizungs- und Lüftungsanlage, die zur Pflege der Winterpflanzen konzipiert ist, stattet das Gebäude aus, und die Unterlagen zu den Architekturpreisen betonen die Aufmerksamkeit für Beschattung, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur.
Die historischen Gewächshäuser des Parks brachten ihrerseits Blumen hervor (Pfingstrosen, Tulpen, Narzissen) und beherbergten Zitronen-, Orangenbäume und Lorbeer in Töpfen, die im Sommer in den Blumengarten hinausgestellt wurden.
Besuch
Die Orangerie steht in der L. Koidula tänav 34a, am Rand des Parks, nahe dem Schwanenteich. Laut der offiziellen Seite ist sie für Besucher nur bei eigens dafür organisierten Veranstaltungen geöffnet, die der Park auf seiner Website ankündigt. Die Architekten ergänzen, dass der verglaste Teil des Gewächshauses, der Wintergarten mit seinem Seminarraum und die Bibliothek für thematische Veranstaltungen öffnen, während der Zugang zum Gewächshaus in den Pflanzzeiten eingeschränkt ist. Der Wintergarten kann auch für Empfänge gemietet werden, der Raum fasst 50 bis 60 Personen.
Weil die Fassade zur Koidula-Straße transparent gestaltet ist, kann man die Pflanzen auch von der Straße aus erhaschen. Sie lässt sich gut mit einem Spaziergang zum Schwanenteich und zum Schloss Kadriorg verbinden, nachdem man das Veranstaltungsprogramm geprüft hat.
59.44° N, 24.79° E
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Quellen (8)
- kadriorupark.ee/kulastajale/kadrioru-pargi-oranzerii
- kadriorupark.ee/park/hooned/oranzerii
- kadriorupark.ee/uudised/oranzerii-nurgakivi-asetamine-kadrioru-pargi-uuele-majandushoonele
- karisma.ee/project/kadrioru-pargi-aednikemaja/
- arhitektuuripreemiad.ee/objekt/kadrioru-pargi-aednikemaja/
- arroagasild.ee/tehtud-tood/kadrioru-pargi-majandushoone-oranzerii/id/63
- sirp.ee/kadrioru-pargi-tagala/
- tallinn.ee/et/uudis/tana-avati-kadrioru-pargi-aednikemaja
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