Vinterhaven, der Wintergarten der Ny Carlsberg Glyptotek
Kopenhagen, Hauptstadtregion

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1906
- Architekt
- Vilhelm Dahlerup
- Stil
- Wintergarten mit Kuppel aus Eisen und Glas
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (im Museum)
Als Herz und Wahrzeichen des vom Brauer Carl Jacobsen gegründeten Museums wurde der Wintergarten der Ny Carlsberg Glyptotek am 27. Juni 1906 eingeweiht, am selben Tag wie Hack Kampmanns Erweiterungsbau, mit dem er die Verbindung bildet. Von Vilhelm Dahlerup, dem Architekten des ersten, 1897 eröffneten Gebäudes, entworfen, ist er statt der zunächst geplanten Steinkuppel von einer Kuppel aus Eisen und Glas überdacht. Seine hohen Kanarischen Dattelpalmen stammen aus dem Wintergarten von Laura Jacobsen, der Mutter des Gründers, in Valby, und Kai Nielsens Skulptur Vandmoderen steht zwischen ihnen.
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Geschichte
Die Ny Carlsberg Glyptotek wurde vom Brauer Carl Jacobsen und seiner Frau Ottilia gegründet. Ihr erstes Gebäude, entworfen vom Architekten Vilhelm Dahlerup, wurde am 1. Mai 1897 am Dantes Plads eingeweiht. Eine Kuppel war bereits in den ursprünglichen Plänen vorgesehen, doch ihr Bau wurde verschoben; als sie schließlich gebaut wurde, bestand sie nicht mehr aus Stein, wie zunächst beabsichtigt, sondern aus Eisen und Glas.
Der überdachte Wintergarten, ebenfalls von Dahlerup entworfen, wurde am 27. Juni 1906 eingeweiht, am selben Tag wie der Neubau von Hack Kampmann, der den Architekturwettbewerb für die Erweiterung des Museums gewonnen hatte. In seiner Eröffnungsrede beschrieb Carl Jacobsen den Garten als sinnlichen Zugang zur Kunst: Das Grün mitten im tiefsten Winter werde die Menschen anziehen, und das Museum solle keine gewöhnliche Institution sein, sondern eine Oase für die Einwohner der Stadt.
Das Museum wuchs weiter. Ein Gebäude von Henning Larsen mit modernen klimatisierten Galerien wurde am 27. Juni 1996 eingeweiht. 2004 bewilligten die Carlsberg-Stiftung und die Neue Carlsberg-Stiftung 100 Millionen Kronen für ein großes Renovierungsprogramm, Projekt 2006, das zum hundertjährigen Jubiläum von Kampmanns Gebäude abgeschlossen wurde.


Architektur und Ingenieurbau
Dahlerups Gebäude ist ein dreiflügeliger, hufeisenförmiger Komplex aus rotem Backstein unter Dächern aus Glas und Kupfer. Der Wintergarten nimmt seine Mitte ein und bildet die Verbindung zu Hack Kampmanns Erweiterungsbau, sodass er zugleich als überdachter Innenhof und als Durchgang zwischen den beiden Teilen des Museums dient.
Seine Kuppel, zunächst aus Stein gedacht, wurde im Geist der Gewächshäuser und Ausstellungspavillons aus Eisen und Glas ausgeführt, die sich im späten 19. Jahrhundert mit dem Wachstum der Eisengießereien vermehrten. Das honigfarbene Glas der Kuppel verleiht dem Raum ein warmes, fast südliches Licht. Darunter bilden Palmen und Skulpturen einen Ruheort, an dem die Besucher während ihres Rundgangs innehalten und Kunstwerke in einem für ein Museum ungewöhnlichen Rahmen betrachten können.


Pflanzensammlungen
Die Bepflanzung des Wintergartens wird von hohen Kanarischen Dattelpalmen (Phoenix canariensis) bestimmt. Laut Museum stammen diese Palmen aus dem Wintergarten, den Laura Jacobsen, die Mutter von Carl Jacobsen, in Valby unterhielt, was die Bepflanzung mit der Familiengeschichte der Gründer verknüpft.
Zwischen den Palmen zeigt das Museum Skulpturen, darunter Vandmoderen (Die Wassermutter) von Kai Nielsen. Der Wintergarten wirkt so als grünes Vestibül zu den Sammlungen der Glyptotek: ägyptische Antiken sowie griechische und römische Skulptur in Kampmanns Gebäude, außerdem französische und dänische Skulptur von 1800 bis 1920.


Besuch
Die Glyptotek befindet sich am Dantes Plads 7 im Zentrum von Kopenhagen (København V). Der Wintergarten liegt im Herzen des Museums und verbindet Dahlerups Galerien mit denen Kampmanns, sodass er eine natürliche Pause auf halber Strecke des Besuchs bietet. Eine halbe Stunde genügt, um ihn zu umrunden und die Kuppel zu betrachten, doch die Sammlungen verdienen mehrere Stunden. Im Winter ist der Kontrast zur Stadt draußen am stärksten, so wie es Carl Jacobsen beabsichtigt hatte. Das Palm House des Botanischen Gartens der Universität liegt etwa 1,5 km nördlich.
55.67° N, 12.57° E
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Quellen (3)
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