Gewächshäuser des Hortus Botanicus der TU Delft
Delft, Südholland

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1922
- Architekt
- Röder (deutsche Firma)
- Stil
- Forschungsgewächshauskomplex der 1920er-Jahre
- Abmessungen
- Sechs verbundene Häuser; Garten von etwa 2,5 ha
- Status
- Saisonal für die Öffentlichkeit geöffnet
Der Botanische Garten der Technischen Universität Delft wurde 1917 auf Initiative von Professor Gerrit van Iterson als Kulturgarten für technische Nutzpflanzen gegründet. Sein 1922 errichteter Gewächshauskomplex beherbergt nützliche tropische und subtropische Pflanzen: Banane, Kaffee, Kapok, Tee, Zimt und Kampfer. Die Geschichte der TU Delft beschreibt sechs von einer deutschen Firma entworfene Häuser, mit einem Ost-West-Eingangshaus und fünf rechtwinklig dazu stehenden. In den 1950er-Jahren renoviert, dienen sie weiterhin Forschung, Lehre und öffentlichen Besuchen.
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Geschichte
Die Geschichte des Gartens ist mit Gerrit van Iterson (1878–1972) verbunden, einem Schüler von Beijerinck, der die „technische Botanik“ als Universitätsdisziplin verfocht. Seit 1907 Professor für mikroskopische Anatomie an der Polytechnischen Schule Delft, erwarb er 1914 im Wippolder Land von etwa drei Hektar. Das von J.A.W. Vrijman entworfene Labor für Technische Botanik wurde 1917 fertiggestellt, in dem Jahr, in dem die Cultuurtuin voor Technische Gewassen entstand; der erste Hortulanus, E.H.J. Cunaeus, erstellte den Pflanzplan. Van Iterson fragte, welche Stoffe Farbstoffpflanzen färben und welche Bäume den besten Latex liefern, und er brauchte Gewächshäuser für tropische Pflanzen.
1922 wurde eine Gewächshausanlage gebaut. Die Geschichte der TU Delft schreibt sie einer deutschen Firma namens Gustave Röder zu. Van Iterson leitete den Garten bis 1948. Nach dem Krieg lenkte die Unabhängigkeit Indonesiens das Interesse von der tropischen Landwirtschaft ab; das Herbarium ging an Leiden, und in den 1950er-Jahren überwachte Professor P.A. Roelofsen die Renovierung der Gewächshäuser. Der Garten wurde allmählich zu einem Ort für freies Flanieren, während eine Zusammenlegung von Institutionen in den 1980er-Jahren ihn die direkte Verbindung zur Lehre kostete.
Die Stiftung Nationale Pflanzensammlung (SNP) wurde 1988 gegründet, und eine Subvention von 1997 unterstützte die Bewahrung des akademischen Erbes. In den 1990er-Jahren lebten die Bildungs- und Forschungsaktivitäten wieder auf.


Architektur und Ingenieurbau
Laut der Geschichte der TU Delft umfasst die Anlage sechs verglaste Bauten, die von der deutschen Firma Röder entworfen wurden: ein Eingangshaus in Ost-West-Richtung, an das fünf senkrecht dazu stehende Nord-Süd-Häuser angesetzt sind. Diese kammartige Anordnung erlaubt laut derselben Quelle, Pflanzen in kontrolliertem Klima zu ziehen. Das größte, das Van-Iterson-Haus, ist tropischen Pflanzen gewidmet; eine kleine Orangerie an der Vorderseite beherbergt im Winter Kübelpflanzen und die Sommerausstellung.
Der Garten ist in drei Teile gegliedert: Die Gewächshäuser nehmen den Norden ein, ein Baumgarten mit gewundenen Wegen den Süden und funktionale Beete für die Forschung den Westen. Der Grundentwurf stammt von T. Koeslag und Sohn. Die herangezogenen Quellen nennen weder die Abmessungen der Gewächshäuser noch ihre Materialien und sagen nicht, ob sie Denkmalstatus haben.


Pflanzensammlungen
Im großen Van-Iterson-Haus wachsen Banane, Kaffee und Kapok; die subtropische Abteilung enthält Tee, Zimt und Kampfer. Diese Auswahl erinnert an die ursprüngliche Aufgabe: Kokosnuss, Ölpalme, Dattelpalme, Reis, Zuckerrohr, Tee, Kaffee und Chinarindenbaum wurden hier als Wirtschaftspflanzen untersucht. Im angrenzenden technischen Garten finden Besucher Pflanzen, die Duftstoffe, Farbstoffe, Aromen, Fasern oder pharmazeutische Rohstoffe liefern.
Die Orangerie beherbergt im Winter Kübelpflanzen, Korkeiche, Zitruspflanzen, Strelitzien und Palmen, die im Sommer ins Freie gestellt werden. Ein Teil der Sammlung gehört zur Nationalen Pflanzensammlung, und eine große Saatgutsammlung speist ein Tauschnetzwerk: In den frühen 1960er-Jahren tauschte der Garten mit mehr als 500 botanischen Gärten und versandte etwa 5.000 Samen pro Jahr. Die Forschung in Delft umfasste eine Methode zur Gewinnung von Baccatin III aus der Gemeinen Eibe. Sechs Urweltmammutbäume im Garten gehören zur ersten Generation, die nach der Wiederentdeckung der Art in China in die Niederlande gebracht wurde.

Besuch
Der Garten erstreckt sich über etwa 2,5 Hektar hinter den Universitätsgebäuden, am Rijn-Schiekanaal, eine Viertelstunde zu Fuß vom Zentrum von Delft entfernt. Die Gewächshäuser werden durch eine orangefarbene Tür betreten und können auf einem freien Rundweg oder mit einer Führung besichtigt werden; der Garten bietet außerdem Schatzsuchen, Workshops und Ausstellungen an. Der Zugang ist saisonal, daher eignen sich die wärmeren Monate am besten, zusammen mit der Sommerausstellung der Orangerie. Der Besuch lässt sich leicht mit einem Spaziergang durch die Altstadt von Delft oder über den Universitätscampus verbinden.
52.01° N, 4.37° E
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Quellen (7)
- tudelft.nl/en/hortus-botanicus/discover-the-hortus-botanicus/history
- tudelft.nl/en/hortus-botanicus/discover-the-hortus-botanicus/a-walk-through-the-garden
- openmonumentendagdelft.nl/monumenten/tu-delft-hortus-botanicus
- academischerfgoed.nl/instellingen/technische-universiteit-delft/botanische-tuin-tu-delft/
- delftopzondag.nl/nieuws/algemeen/110970/het-delft-van-toen-tu-delft-hortus-botanicus
- indelft.nl/nl/locaties/2366072709/botanische-tuin
- geschiedenisvanzuidholland.nl/zien-en-doen/locaties/tu-delft-hortus-botanicus/
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