Victoriakas (Hortus Botanicus Leiden)
Leiden

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1870 · heutiges Haus 1936–1938
- Stil
- Viktorianisches Gewächshaus aus Eisen und Glas, eine Konstruktion des 19. Jahrhunderts, 1937 wiedererrichtet
- Abmessungen
- Becken mit Riesenseerosen Victoria, deren Blätter bis zu drei Meter Durchmesser erreichen
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (2012–2013 renoviert)
Das erste Victoria-Haus des Hortus Botanicus Leiden wurde 1870 gebaut und buchstäblich mit einem gusseisernen Ornament gekrönt, bevor es 1937 durch das heutige Bauwerk ersetzt wurde. Erhöht aufgestellt, um dem Schatten benachbarter Gebäude zu entgehen und das Sonnenlicht zu maximieren, beherbergt es seit 1872 die spektakuläre Blüte der Riesenseerosen Victoria, deren Blätter bis zu drei Meter Durchmesser erreichen. Es ist der wärmste Ort des Gartens, an dem die Blüten, erst weiß, dann rosa, ihren charakteristischen Ananasduft nur für zwei Nächte verströmen.
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Geschichte
Der Hortus Botanicus Leiden, 1590 von der Universität gegründet und von seinem ersten Direktor Carolus Clusius geprägt, ist der älteste erhaltene botanische Garten der Niederlande. Sein erstes unbeheiztes Gewächshaus entstand um 1680, und das 19. Jahrhundert brachte eine Vielzahl kleiner Spezialhäuser für Orchideen, Farne, Palmen und Kakteen hervor.
In diesem Umfeld wurde 1870–71 ein Haus für die Riesenseerose Victoria amazonica gebaut. Es wurde von Herrn Schaap, dem Aufseher über die Gebäude der Universität, nach den Vorgaben des Obergärtners und des Professors entworfen und war wahrscheinlich von den Erfolgen in Gent angeregt, wo die Pflanze schon seit Jahren blühte. Es trug eine verzierte gusseiserne Krone, kostete 4.300 Gulden und zog bald das Publikum an; die erste Victoria-Blüte in Leiden öffnete sich 1872.
Zwischen 1936 und 1938 wurden die über den Garten verstreuten Gewächshäuser durch eine einzige Anlage ersetzt, und das historische Haus von 1870 wurde abgerissen. Das heutige Victoriahaus gehört zu diesem Ensemble aus den 1930er-Jahren. Die Anlage wurde ab 2012 grundlegend renoviert, nach Entwürfen des Leidener Büros Veldman Rietbroek Smit; während des schrittweisen Abbruchs wurde über dem Becken eine zeltartige Einhausung errichtet, um die Wasserpflanzen warm zu halten. Königin Máxima eröffnete die renovierten Gewächshäuser am 4. September 2013.


Architektur und Ingenieurbau
Das erste Victoriahaus war ein kreisrunder Pavillon von etwa 15 Metern Durchmesser und vier Metern Höhe, getragen von anmutig geschwungenen Eisenrippen und von Gusseisen gekrönt.
Die Anlage von 1936–38 folgte einer anderen Logik: rund zwanzig Abteilungen unterschiedlicher Höhe und Temperatur, jede mit eigenem Klima, angeordnet um ein zentrales Victoria-Becken mit abgeschrägten Ecken, die mit Naturstein verkleidet sind. Das Haus ist erhöht angelegt, um dem Schatten der Nachbargebäude zu entgehen und möglichst viel Licht zu fangen, wodurch es der wärmste Ort des Gartens ist.
Bei der Renovierung von 2012–13 blieben die ursprünglichen Stahlbinder mit ihren charakteristischen genieteten Verbindungen erhalten, einige davon wurden durch darunter angeschweißte neue Abschnitte erhöht. Hinzu kamen Stahlstege, Treppen und eine Aussichtsplattform sowie Hochleistungs-Isolierglas und innenliegende Wärmeschirme.


Pflanzensammlungen
Das zentrale Becken ist Victoria amazonica gewidmet, der größten Seerose der Welt, deren runde Blätter nach Angaben des Hortus einen Durchmesser von drei Metern erreichen können. Jede Blüte öffnet sich nur für zwei Nächte, in der ersten weiß, in der zweiten rosa. Wenn eine Knospe kurz vor dem Aufblühen steht, erfüllt ein Duft, der an Ananas erinnert, das Haus.
Rund um die Riesenseerose wachsen viele kleinere Wasserpflanzen, während Hibiskus am Beckenrand leuchtende Farbtupfer setzt. Das Victoriahaus gehört zur Abfolge der tropischen Gewächshäuser des Hortus, in der auch Orchideen, Riesen-Aronstabgewächse, fleischfressende Pflanzen und Ameisenpflanzen zu sehen sind.
Besuch
Der Hortus liegt im Herzen der historischen Altstadt von Leiden, am Rapenburg-Kanal, nahe den älteren Gebäuden der Universität. Das Victoriahaus erreicht man auf dem Rundweg durch die tropischen Gewächshäuser, zu dem auch das Hohe Gewächshaus mit seinem 2013 hinzugefügten Steg gehört.
Der Besuch setzt sich im Freien fort: mit der 2009 nach einer Pflanzenliste aus dem 16. Jahrhundert eröffneten Rekonstruktion des Gartens von Clusius, dem Philipp Franz von Siebold gewidmeten Japanischen Garten, der 1990 eingeweiht wurde, und der monumentalen Orangerie von 1740–44, die noch heute zum Überwintern empfindlicher Kübelpflanzen genutzt wird.
52.16° N, 4.49° E
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Quellen (7)
- hortusleiden.nl/zien-en-doen/ontdek-de-botanische-tuin/kassen/victoriakas
- hortusleiden.nl/zien-en-doen/ontdek-de-botanische-tuin/historie
- hortusleiden.nl/de-hortus/kassen/tropische-kassen
- kasseninnederland.nl/wp-content/uploads/Kassenboek-web-03-Hoofdstuk-3.pdf
- nationalestaalprijs.nl/project/restauratie-en-uitbreiding-hortus-botanicus
- bouwwereld.nl/bouwtechniek/historische-kassen-leiden-gerenoveerd/
- en.wikipedia.org/wiki/Hortus_Botanicus_Leiden
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