Universeum (Regenwald Regnskogen)
Göteborg, Västra Götaland

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 2001
- Architekt
- Gert Wingårdh (Wingårdh arkitektkontor)
- Stil
- Zeitgenössisches Wissenschaftszentrum aus Brettschichtholz, Stahl, Glas und Beton
- Abmessungen
- 10.700 m² Bruttogeschossfläche (gesamtes Gebäude)
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Das am 8. Juni 2001 eröffnete Universeum ist ein Wissenschaftszentrum, gegründet vom Gemeindeverband der Region Göteborg, der Technischen Hochschule Chalmers, der Universität Göteborg und der Handelskammer Westschwedens. Das von Gert Wingårdh entworfene Gebäude aus Holz, Stahl, Glas und Beton reiht vier unterschiedliche Baukörper und mehr als 30 Meter Höhenunterschied aneinander und führt auf fünf Ebenen von den schwedischen Bergen hinunter zu einem südamerikanischen Regenwald, in dem Goeldi-Springtamarine, Faultiere, Riesentukane und Zwergkaimane leben. 2004 erhielt es den Träpriset.
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Geschichte
Universeum ging aus einer gemeinsamen Initiative von vier Göteborger Institutionen hervor: dem Zweckverband der Gemeinden der Region (Göteborgsregionens kommunalförbund), der Technischen Hochschule Chalmers, der Universität Göteborg und der Handelskammer Westschwedens (Västsvenska handelskammaren). Die Bauherrin, die Universeum AB, vertreten durch Anna Nilson-Ehle, beauftragte das Büro von Gert Wingårdh mit einem Team, dem unter anderem T. Hansen, G. Murnieks und B. Stenvaller angehörten; die Tragwerksplanung übernahm FB Engineering. Für 364 Millionen Kronen errichtet, wurde das Zentrum am 8. Juni 2001 an der Södra Vägen eröffnet.
2004 erhielt es den Träpriset, den von Svenskt Trä vergebenen Preis für Holzarchitektur; die Jury lobte die Übereinstimmung zwischen dem ökologischen Auftrag des Zentrums und seinen Materialien: nachwachsendes Holz neben recyceltem Stahl und Aluminium. Betrieben wird das Zentrum heute von der Universeum AB und der Stiftung Stiftelsen Korsvägen. 2021 kam eine immersive Holzkuppel, der Wisdome, hinzu, entworfen vom selben Büro. Seinem Bildungsauftrag entsprechend gibt Universeum gelegentlich auch schwedischen Oberstufenschülern die Möglichkeit, mit Nobelpreisträgern und Professoren zu diskutieren.
Architektur und Ingenieurbau
Das Gebäude verbindet Holz, Stahl, Glas und Beton. Es besteht aus vier deutlich voneinander abgesetzten Baukörpern, die so aneinandergereiht sind, dass der Rundgang trotz seiner Komplexität leicht nachvollziehbar bleibt: Die Besucher folgen dem Weg des Wassers von den schwedischen Bergen durch Bäche, Seen und Meer und anschließend durch den südamerikanischen Dschungel bis zur Lagune am Grund des Regenwalds. Die Höhenunterschiede im Inneren des Gebäudes übersteigen 30 Meter, die Bruttogeschossfläche beträgt 10.700 m².
Fassaden und Tragwerk beruhen auf vorgefertigtem Brettschichtholz, wobei mächtige Brettschichtholzträger sichtbar belassen wurden; die Ausstellungsräume haben Holzböden und Sperrholzwände, und die Oberflächen innen wie außen sind ölgebeizt. Der Regenwald füllt fünf Ebenen mit heißem, feuchtem Klima, in denen Hängebrücken, ein großes Baumhaus und die Ruinen eines Tempels am Flussufer den Weg gliedern, begleitet vom Tosen eines Wasserfalls.


Pflanzensammlungen
Der Regenwald (Regnskogen) bildet einen südamerikanischen Lebensraum nach. Vögel fliegen frei umher, und die Besucher können Faultiere beobachten, die ihren Kopf um 270 Grad drehen können, Riesentukane, die größten der rund 40 Tukanarten, sowie Brauen-Glattstirnkaimane, deren Männchen höchstens 1,6 Meter lang werden. Viele der Arten sind bedroht und Teil von Erhaltungsprogrammen: Der als gefährdet eingestufte Goeldi-Springtamarin gehört zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Nach dem Lehrmaterial des Zentrums beherbergt der Regenwald mehr als 600 Tier- und Pflanzenarten.
Der übrige Rundgang folgt dem Thema Wasser: Der Bereich Vattnets väg zeigt schwedische Süß- und Brackwasserarten, und die Ozeanhalle (Akvariehallen) umfasst ein Ozeanbecken mit 1,4 Millionen Litern sowie ein 16 Meter langes Aquarium mit heimischen Meeresfischen.
Besuch
Universeum liegt an der Södra Vägen 50, neben dem Världskulturmuseet (Museum der Weltkulturen) und dem Vergnügungspark Liseberg. Planen Sie für alle Bereiche einen halben Tag ein, davon gut eine Stunde im Regenwald, wo die feuchte Hitze leichte Kleidung ratsam macht.
Der Besuch lässt sich leicht mit dem benachbarten Världskulturmuseet verbinden oder, etwa 1,5 km nordwestlich, mit dem Palmhuset im Trädgårdsföreningen, dem Gewächshaus von 1878 im Stadtzentrum – ein passender Kontrast zwischen einem Gewächshaus des 19. Jahrhunderts und einem zeitgenössischen Indoor-Regenwald.
57.70° N, 11.99° E
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