Benmore Fernery
Benmore bei Dunoon (Argyll), Schottland

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- Anfang der 1870er-Jahre (2008–2009 restauriert)
- Architekt
- James Boyd & Sons (Paisley) für James Duncan; Restaurierung: MAST Architects (Glasgow)
- Stil
- Viktorianisches Farnhaus: Schiefermauern, natürliche Felswand und verglastes Tonnengewölbe
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (im September 2009 wiedereröffnet)
Anfang der 1870er-Jahre für James Duncan gebaut, den Zuckerraffineur aus Greenock, dem das Anwesen Benmore gehörte, schmiegt sich dieses beheizte Farnhaus in eine Hangschlucht: drei Mauern aus Schieferbruchstein, wobei die Felswand selbst die vierte bildet. Eine 2025 veröffentlichte Studie schreibt seinen Bau James Boyd & Sons aus Paisley zu. Jahrzehntelang dem Verfall überlassen und 1992 als Kategorie-B-Denkmal eingetragen, wurde es 2008–2009 unter einem neuen verglasten Tonnengewölbe restauriert und beherbergt heute eine Sammlung von Farnen aus den gemäßigten Regionen der Welt.
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Geschichte
1870 kaufte James Duncan, ein Zuckerraffineur aus Greenock, das Anwesen Benmore in Strath Eachaig bei Dunoon. Als begeisterter Pflanzenliebhaber baute er dort in den frühen 1870er-Jahren, als das viktorianische Großbritannien im Griff des Farnfiebers war, ein beheiztes Farnhaus; der Royal Botanic Garden Edinburgh nennt das Jahr 1874. Es war sowohl im Bau als auch im Betrieb kostspielig. Eine 2025 in der Zeitschrift Sibbaldia veröffentlichte Studie von David Gray, die auf digitalisierten Archiven beruht, schreibt seinen Bau James Boyd & Sons zu, den Gewächshausbauern aus Paisley.
Nachdem Duncan das Anwesen verkauft hatte, verfiel das Farnhaus. Die Familie Younger, ab 1889 Eigentümerin, schenkte das Anwesen 1924 der Nation, und 1929 eröffnete der Royal Botanic Garden Edinburgh es als seine erste Außenstation. Zu diesem Zeitpunkt waren vom Farnhaus nur noch die Mauern und ein Teil der Dachkonstruktion erhalten, und das Gebäude blieb etwa ein Jahrhundert lang eine Ruine.
1992 von Historic Scotland in die Kategorie B eingestuft, die es als seltenes, in die Gärten integriertes Bauwerk beschrieb, wurde es zwischen Mai 2008 und September 2009 unter dem Glasgower Büro MAST Architects restauriert. Die Arbeiten wurden vom Heritage Lottery Fund, dem Younger (Benmore) Trust, einem Spendenaufruf unter den Mitgliedern des RBGE und privaten Spenden finanziert. 2009 gewann es den Erhaltungspreis des Glasgow Institute of Architects, und 2016 zählte dasselbe Institut es zu zwanzig preisgekrönten Gebäuden.


Architektur und Ingenieurbau
Das Farnhaus folgt dem Hang: Im Grundriss rechteckig, steigt es mit dem ansteigenden Gelände von einem Geschoss auf drei Ebenen an. Drei seiner dicken Mauern bestehen aus in Kalkmörtel gebettetem Schieferbruchstein; die vierte, im Osten, ist die natürliche Felswand der Schlucht. Ein hoher, nach Südwesten gerichteter Giebel und ein niedrigerer Nordgiebel rahmen ein verglastes Tonnendach, das ursprünglich von halbkreisförmigen Eisenbindern auf Strebepfeilern getragen wurde.
Die Besucher betraten das Gebäude durch eine dunkle gewölbte Vorhalle, von der zu beiden Seiten Treppen zur mittleren Ebene hinaufführten. Im Inneren wölbt sich eine Ziergrotte über einem ovalen Becken, auskragende Steine dienen als Pflanzplattformen, und mit weißem Quarz eingefasste Wege zeichnen einen Rundgang in Form einer Acht nach. Ein kohlebefeuerter Kessel in einem kleinen Anbau an der Westseite schickte Warmluft durch unterirdische Rohre.
Vor der Restaurierung waren die Mauern, Giebel, Grotte und das Becken erhalten geblieben, doch das Eingangsgewölbe war abgerissen worden, und die gesamte ursprüngliche Verglasung fehlte. Die Architekten entschieden sich für ein neues verglastes Tonnengewölbe aus modernen Materialien, da die ursprüngliche Konstruktion als nicht erhaltbar beurteilt wurde, mit manueller Lüftung über eine Laterne, einer Wasserversorgung mit natürlichem Gefälle und ohne elektrischen Strom.


Pflanzensammlungen
Das Farnhaus beherbergt eine Sammlung von Farnen aus gemäßigten und warmgemäßigten Regionen, die meisten von bekannter Wildherkunft. Mehr als drei Viertel wurden im Royal Botanic Garden Edinburgh aus Sporen gezogen, und einige Arten sind in der Wildnis selten geworden. Sie stammen von so weit auseinanderliegenden Orten wie den Juan-Fernández-Inseln, den Azoren, Hawaii, Südafrika, Neuseeland und Tasmanien.
Zu den vom Garten hervorgehobenen Pflanzen zählen der Königsfarn (Osmunda regalis), der Baumfarn Dicksonia antarctica und der Killarney-Farn (Trichomanes speciosum), den der Garten als eine der seltensten Arten Großbritanniens beschreibt. Zwischen den Farnen sind Sträucher gepflanzt.

Besuch
Das Farnhaus liegt im Benmore Botanic Garden, einem der Satellitengärten des Royal Botanic Garden Edinburgh neben Logan und Dawyck, in Strath Eachaig zwischen dem Holy Loch und dem Loch Eck, bei Dunoon auf der Halbinsel Cowal. In einer felsigen Schlucht am Hang gelegen, wird es auf einem Spaziergang durch die Hänge des Gartens hinauf erreicht. Planen Sie eine halbe Stunde für das Farnhaus selbst ein und mehr für den übrigen Garten, in dem die 1863 gepflanzte Allee aus Riesenmammutbäumen zu den bekanntesten Merkmalen gehört. Das Spiel des Lichts zwischen dem verglasten Gewölbe und der Felswand ist an einem hellen Tag am besten zu sehen.
56.02° N, 4.99° W
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