Weinhaus und Pfirsichhaus, ummauerter Garten von Culzean
Culzean Castle, bei Maybole (South Ayrshire), Schottland

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1859 (ursprüngliches Weinhaus laut Historic Environment Scotland); Nachbau von 2000
- Architekt
- Nachbau von 2000: ARP Lorimer, Architekten; Ausführung: Cairn Conservatories (Killearn)
- Stil
- Gewächshäuser im viktorianischen Stil mit Holzrahmen an der Mittelmauer eines ummauerten Gartens; Weinhaus 2000 wiederaufgebaut
- Abmessungen
- Weinhaus rund 70 m lang und 4,3 m breit
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (ummauerter Garten des Anwesens Culzean, National Trust for Scotland); Reparaturen am Holzrahmen des Weinhauses seit 2024
Im ummauerten Garten des Anwesens Culzean in Ayrshire ist das Weinhaus ein langes, an eine Mauer gebautes Gewächshaus, neben einem kleineren Gewächshaus, dem Pfirsichhaus. Der Garten, im Besitz des National Trust for Scotland, ist von Historic Environment Scotland in Kategorie A eingestuft. Laut dem Denkmaleintrag wurden das Weinhaus von 1859 und das Pfirsichhaus von 1877 in den 1950er-Jahren abgerissen. Ausgrabungen 1999 legten die Fundamente und die beheizte Mauer des Weinhauses frei, und ein etwa 70 m langer Nachbau mit Holzrahmen wurde 2000 darauf errichtet. Das Gartenteam zieht dort Obst, vor allem Trauben und Pfirsiche.
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Geschichte
Der ummauerte Garten von Culzean, den der National Trust for Scotland als einen der größten Schottlands bezeichnet, ist eine zweiteilige Einfriedung abseits des Schlosses, außer Sichtweite. Die Quellen widersprechen sich über seine Anfänge. Der Denkmaleintrag von Historic Environment Scotland (HES) besagt, er sei 1752 unter dem 8. Earl of Cassillis mit einer beheizten Mauer begonnen worden. Der Trust beschreibt dagegen eine Anlage aus dem späten 18. Jahrhundert an diesem Standort, nachdem ein erster Garten am Fuß des Schlosses aufgegeben worden war, gefolgt von einer Erweiterung 1830, die ihm seine heutige Größe gab. Das monumentale Südosttor von Robert Adam trägt die Jahreszahl 1786.
Entlang der nach Süden ausgerichteten Mauern kamen Gewächshäuser hinzu. HES datiert das Weinhaus auf 1859 und das Pfirsichhaus auf 1877, in Letzterem befanden sich zudem Aquarien, die als Fischbrutanstalten dienten. Der Trust spricht von Gewächshäusern, die bald nach der Anlage des Gartens entstanden, und von einer 1906 durch Mackenzie & Moncur wiederaufgebauten Hauptkonstruktion. Die Ausgrabung von 1999 identifizierte für das Weinhaus zwei Phasen, die erste um 1790. Unter dem Obergärtner David Murray, einem Spezialisten für Gewächshäuser, wurde 1890 ein neues Weinhaus gebaut, und die Melonen-, Gurken- und Ananashäuser wurden restauriert. Laut HES wurden das Weinhaus und das Pfirsichhaus in den 1950er-Jahren abgerissen.
Im Jahr 2000 wurde ein Nachbau mit Holzrahmen auf den erhaltenen Fundamenten errichtet, mit den Architekten ARP Lorimer. 2024 begann der Trust, dessen verrottete Hölzer zu reparieren, mit Unterstützung der National Trust for Scotland Foundation USA, des Partnership Fund von HES und einer Nachlassspende.


Architektur und Ingenieurbau
Der ummauerte Garten ist ein Rechteck mit abgerundeten Ecken, das durch eine zentrale Ost-West-Mauer geteilt wird. Die Gewächshäuser lehnen sich an die Südseite dieser Mauer, auf der Nordseite stehen Steinschuppen. Die doppelschalige Umfassungsmauer besteht außen aus zugerichtetem Bruchstein und ist innen mit Backstein ausgekleidet. Ihre Fläche schwankt zwischen den Quellen: 2,5 ha laut Parks & Gardens UK, 8 Acres (3,2 ha) laut dem Verzeichnis walledgardens.net.
Das heutige Weinhaus ist ein Anlehngewächshaus mit Holzrahmen von rund 70 m Länge und 4,3 m Breite, laut der Auftragsbekanntmachung für die Reparatur, die der Trust 2024 veröffentlichte. Es wurde von Cairn Conservatories aus Killearn auf den ursprünglichen Fundamenten gebaut. Die Ausgrabung von 1999 fand dort eine beheizte Mauer und unterirdische Heizzüge: Mit Stein ausgekleidete Luftkanäle führten von den beheizten Rohren im Inneren nach außen, damit die Wurzeln der im Freien gepflanzten Reben nicht froren. Die erste Phase war um einen zentralen Block mit einem ovalen Fenster organisiert; die Erweiterung nach Süden erforderte die Verlegung der zentralen Tür, um die Symmetrie zu wahren.
Die Arbeiten von 2024 umfassen das Herausschneiden verrotteten Holzes und dessen Ersatz durch Douglasie, die dem ursprünglichen Profil nachgeformt wird, die Erneuerung des Leinölkitts und den Neuanstrich der gesamten Konstruktion. Die eingesehenen Quellen nennen keine Abmessungen oder genauere Beschreibung des Pfirsichhauses.


Pflanzensammlungen
Das Gartenteam zieht im Weinhaus und im Pfirsichhaus Obst. Ein Beitrag des Anwesens zu den beiden Gewächshäusern erwähnt Pfirsichbäume, die großzügig bewässert werden, während die Früchte anschwellen, sich entwickelnde Trauben, Tomaten, Paprika, Chilis, Auberginen, eine aufblühende Passionsblume und, im Weinhaus, eine Schau von Pelargonien und Sukkulenten; Erzeugnisse werden zudem aus dem Gewächshaus verkauft.
Die Geschichte des Ortes erklärt diese Wahl. Der Trust erinnert daran, dass Sir John Kennedy bereits 1730 Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen geschenkt wurden und dass der Garten zu den innovativsten Schottlands gehörte. Im 19. Jahrhundert belieferten die Gewächshäuser die Schlossküche mit seltenem Obst und Gemüse, und David Murray hielt dort exotische Pflanzen aus aller Welt. Die Zwiebel ‚Ailsa Craig‘ wurde in Culzean gezüchtet: Eine Seite des Trust nennt Murray 1887, eine andere einen Gärtner der 1870er-Jahre. Heute versorgt der Küchengarten die Gastronomiebetriebe des Trust mit Obst und Gemüse.


Besuch
Der ummauerte Garten liegt abseits von Robert Adams Schloss auf dem Anwesen Culzean und ist laut dem Trust täglich geöffnet. Er umfasst einen Lustgarten mit einer Sonnenuhr, einer Grotte von 1903 und einem rustikalen Sommerhaus von 1886, das heute Ausstellungen beherbergt, sowie einen Küchengarten, der von doppelten Staudenrabatten gesäumt ist und den der Trust als Liebling der Besucher vorstellt. Die Gewächshäuser verlaufen an der Südseite der Mittelmauer.
Ein Ticket für das Anwesen eröffnet viel mehr: das Schloss, Wälder, Strände, den Swan Pond und die Follies des Parks, der laut dem Trust 260 ha umfasst. Ein Besuch der Gewächshäuser lässt sich natürlich mit einem Spaziergang durch den Lustgarten und den Küchengarten verbinden.
55.35° N, 4.79° W
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Quellen (8)
- nts.org.uk/stories/restoring-culzeans-glasshouses
- portal.historicenvironment.scot/designation/LB7612
- nts.org.uk/stories/digging-beyond-the-design
- nts.org.uk/stories/a-history-of-the-productive-garden-at-culzean
- stotles.com/explore/notices/ac47a262-5a57-445d-a5eb-df868414a717/vinery-repairs-culzean
- parksandgardens.org/places/culzean-castle-walled-garden
- nts.org.uk/visit/places/culzean/highlights/walled-garden
- facebook.com/CulzeanCastle/posts/vinery-and-peach-house-update-the-peaches-are-getting-lot
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