Palm House
Adelaide Botanic Garden, Adelaide

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1877
- Architekt
- Gustav Runge
- Stil
- Viktorianisch, abgehängte Verglasung aus Eisen und Glas
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (saisonale Schließungen und gelegentliche Restaurierungsarbeiten)
1875 in Einzelteilen aus Bremen importiert und anschließend in Adelaide zusammengebaut, gilt dieses Gewächshaus als das einzige erhaltene Beispiel dieses deutschen Modells eines Gewächshauses mit abgehängter Glaswand, eine technische Meisterleistung seiner Zeit. 1986 wegen Korrosion der Glassprossen geschlossen, wurde es in den 1990er-Jahren mit Bundesmitteln umfassend restauriert, gefolgt von einer weiteren Arbeitsphase 2018 gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Heute beherbergt es eine Sammlung seltener und gefährdeter Pflanzen aus Madagaskar, die in der warmen, trockenen Atmosphäre, die die historische Struktur schützt, tatsächlich gedeihen. 2024 wurde dank einer philanthropischen Spende eine Glasskulptur von Dale Chihuly, „Glacier Ice and Lapis Chandelier“, dauerhaft dort installiert. Das Palm House bleibt neben dem bereits denkmalgeschützten Bicentennial Conservatory eines der architektonischen Juwelen des Adelaide Botanic Garden.
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Geschichte
Das Palm House, auch als Tropical House bekannt, wurde vom deutschen Architekten Gustav Runge (1822–1900) entworfen und 1875 als vorgefertigte Konstruktion aus Bremen importiert, um im 1857 eröffneten Adelaide Botanic Garden wieder aufgebaut zu werden. Es wurde 1877 eröffnet. Es gilt als das zweitälteste Gewächshaus Australiens und als das einzige bekannte in Deutschland gefertigte Gewächshaus seiner Zeit, das noch irgendwo steht; die anderen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Das trockene Klima Adelaides trug vermutlich zu seiner Erhaltung bei, doch das Eisen litt mit der Zeit. 1986 zwang die Korrosion der Sprossen zur Schließung aus Sicherheitsgründen. Eine Konservierungsstudie von 1991 empfahl eine vollständige Restaurierung, die mit öffentlichen Spendensammlungen und einem Beitrag der Bundesregierung durchgeführt wurde; Wikipedia datiert sie auf 1995. Weitere Arbeiten 2018 befassten sich mit Salzfeuchte, Korrosion und der Pflanzenpflege, und das Gebäude wurde nach acht Monaten Schließung wiedereröffnet. 2024 wurde dort dauerhaft ein Glaswerk von Dale Chihuly installiert.


Architektur und Ingenieurbau
Das Palm House ist ein viktorianisches Eisen-Glas-Gewächshaus, dessen Ingenieurleistung seinerzeit als äußerst anspruchsvoll galt und einen Maßstab im Gewächshausbau setzte. Sein besonderes Merkmal sind die hängenden Glaswände, ein Prinzip, das die Botanic Gardens mit den Vorhangfassaden moderner Stadtgebäude vergleichen.
Die Anfälligkeit dieser eisernen Sprossen führte zur Schließung von 1986 und zur anschließenden Restaurierung. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und liegt westlich des Hauptsees des Gartens. Die herangezogenen Quellen nennen seine Abmessungen nicht.


Pflanzensammlungen
Für tropische Flora gebaut, änderte das Gewächshaus Anfang der 1990er-Jahre seine Rolle: Weil die Korrosion die hohe Luftfeuchtigkeit ausschloss, die tropische Pflanzen brauchen, beherbergt es seither eine Sammlung von Pflanzen der Trockengebiete Madagaskars. Die Wahl ist ebenso botanisch wie denkmalpflegerisch sinnvoll. Vor rund 150 Millionen Jahren gehörten Madagaskar und Australien beide zum Superkontinent Gondwana, und ihre uralten Floren sind bis heute verwandt.
Viele der gezeigten Pflanzen sind in freier Wildbahn gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die warme, trockene Atmosphäre bekommt ihnen und schützt zugleich die historische Konstruktion. Seit 2024 hängt Dale Chihulys Glacier Ice and Lapis Chandelier (2024), eine Schenkung von Dr. Pamela Wall OAM, dauerhaft unter dem Glas.


Besuch
Das Palm House steht westlich des Hauptsees im Adelaide Botanic Garden. Es ist klein genug, um rasch besichtigt zu werden, wird aber am besten zusammen mit dem Bicentennial Conservatory, dem großen Gewächshaus des Gartens von 1988–89, und dem Amazon Waterlily Pavilion besucht, dessen Teich von 1868 stammt: Zusammen umspannen die drei Gebäude mehr als ein Jahrhundert Gewächshausarchitektur.
Der Dialog zwischen dem Chihuly-Kronleuchter und dem Tragwerk des 19. Jahrhunderts gehört zu den Freuden des Besuchs, besonders an einem sonnigen Tag, wenn das Licht durch das Glas strömt.
34.92° S, 138.61° E
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