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Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald

Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Foto : WeeJeeVee — CC BY-SA 4.0

Quellen geprüft im Oktober 2026

„Ein seltenes Zeugnis des späten 19. Jahrhunderts: Sein Palmenhaus von 1886 aus genietetem Stahl steht als Denkmal von nationaler Bedeutung unter Schutz.“
Jahr
1886
Stil
Gewächshäuser vom Ende des 19. Jahrhunderts auf genietetem Stahlrahmen
Abmessungen
14 Gewächshäuser, 1.333 m² Glasfläche
Status
Für die Öffentlichkeit geöffnet

Diese Gewächshäuser mit genietetem Stahlrahmen wurden 1886 fertiggestellt, als der 1763 als Heilpflanzengarten gegründete Botanische Garten der Universität Greifswald an einen neuen Standort umzog; sie gehören zu den wenigen erhaltenen Bauten dieser Art in Deutschland, und das Palmenhaus samt Warm- und Kalthäusern ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung. 2014 wegen Korrosion und Konstruktionsmängeln geschlossen, wurden sie ab Juni 2019 so originalgetreu wie möglich restauriert und Mitte Juni 2022 wiedereröffnet. Die 14 Gewächshäuser umfassen insgesamt 1.333 m² Verglasung und konzentrieren sich auf tropische Ökosysteme.

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Route
Im Detail ≈ 3 Min. Lesezeit

Geschichte

Der Botanische Garten der Universität Greifswald wurde 1763 vom Magister Samuel Gustav Wilcke als Heilpflanzengarten (hortus medicus) gegründet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es an seinem ursprünglichen Standort durch die Bebauung ringsum zunehmend eng, und Professor Julius Münter setzte sich für einen Umzug ein. Nach seinen Plänen wurde in der Fettenvorstadt, zwischen der Soldmannstraße und der Grimmer Straße, ein neuer Garten von zwei Hektar angelegt und 1886 mit seinen Gewächshäusern fertiggestellt, die im Wesentlichen aus einem Kalthaus, einem Palmenhaus und einem Warmhaus bestanden. Ihr Bau gehört in das Zeitalter der Metallkonstruktionen, das 1851 mit dem Londoner Crystal Palace begann und dem der Puddelstahl neue Möglichkeiten eröffnet hatte.

Das warme, feuchte Klima setzte schließlich dem Glas und dem Tragwerk zu: 2014 zwangen Korrosion und Konstruktionsmängel aus Sicherheitsgründen zur Schließung der Gewächshäuser für die Öffentlichkeit. Eine Petition sammelte in drei Monaten mehr als 7.000 Unterschriften. Die im Juni 2019 begonnene Restaurierung kostete laut der Universität rund 4 Millionen Euro (3,5 Millionen laut Wikipedia), bereitgestellt vom Kultur- und Medienetat des Bundes (1,4 Millionen), vom Land Mecklenburg-Vorpommern (über 2 Millionen), von der Universität selbst (350.000 Euro) und von privaten Spendern (120.000 Euro). Die Gewächshäuser wurden Mitte Juni 2022 wiedereröffnet.

Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — University Botanical gardens greenhouses built in 1887, awaiting restoration in 2014
University Botanical gardens greenhouses built in 1887, awaiting restoration in 2014 · Concord — CC BY-SA 3.0
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 2
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 2 · Concord — CC BY-SA 3.0

Architektur und Ingenieurbau

Die Gewächshäuser ruhen auf einem genieteten Stahlgerüst. Die ursprüngliche Anlage war um drei Haupthäuser gegliedert: das Kalthaus, das Palmenhaus und das Warmhaus. Das Palmenhaus und seine beiden angrenzenden Häuser stehen als Denkmal von nationaler Bedeutung unter Schutz, nicht zuletzt wegen ihrer Seltenheit: Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern betrachtet sie als eine der wenigen erhaltenen Stahlkonstruktionen dieser Art. Der Garten verfügt heute über 14 Gewächshäuser mit einer verglasten Gesamtfläche von 1.333 m², von denen mehr als die Hälfte für Besucher geöffnet ist.

Die Restaurierung 2019–2022 strebte eine originalgetreue Rekonstruktion an. Die Stahlträger wurden aufgearbeitet und, wo immer möglich, erneut vernietet; stark korrodierte Wandstützen wurden durch neue Träger ersetzt, und das Erscheinungsbild der Fassaden wurde wiederhergestellt. Eine moderne Heizungssteuerung wurde eingebaut, um das warme, feuchte Klima zu regeln, das die Konstruktionen hatte verfallen lassen.

Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 3
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 3 · Concord — CC BY-SA 3.0
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 4
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 4 · Concord — CC BY-SA 3.0

Pflanzensammlungen

Seit ihrer Restaurierung konzentrieren sich die historischen Gewächshäuser auf tropische Ökosysteme. Das Tropenhaus lässt mit seinen Epiphyten und Orchideen den Regenwald lebendig werden. Das Palmenhaus beherbergt die großen Pflanzen: Palmen, Bambusse und Wildbananen. Das Palmfarnhaus versammelt urtümliche Samenpflanzen und Farne.

Diese Schauen liegen in einem Garten, dessen Ursprünge auf den 1763 gegründeten Heilpflanzengarten zurückgehen und dessen übrige, teilweise für Besucher geöffnete Gewächshäuser den Besuch der drei historischen Häuser ergänzen. Das Interesse des Ortes ist doppelt, botanisch und architektonisch: Tropische Pflanzen wachsen hier unter einem genieteten Tragwerk des späten 19. Jahrhunderts.

Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 5
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 5 · Concord — CC BY-SA 3.0
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern — Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 6
Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Greifswald — Ansicht 6 · Concord — CC BY-SA 3.0

Besuch

Die Gewächshäuser stehen im Botanischen Garten an der Münterstraße im Stadtteil Fettenvorstadt, auf einem zwei Hektar großen Grundstück zwischen der Soldmannstraße und der Grimmer Straße. Mehr als die Hälfte der 14 Gewächshäuser ist für Besucher geöffnet; das Palmenhaus, das Tropenhaus und das Palmfarnhaus bilden den Kern des Besuchs, und die Restaurierung ermöglicht es, die genieteten Verbindungen des Tragwerks aus der Nähe zu betrachten.

Die Universität betreibt außerdem ein Arboretum an einem getrennten Standort, sodass Besucher ihre Pflanzensammlungen im Freien weiter erkunden können.

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54.09° N, 13.37° E

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Quellen (3)

  1. uni-greifswald.de/universitaet/einrichtungen/botanischer-garten-und-arboretum/historische-
  2. de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_und_Arboretum_der_Universit%C3%A4t_Greifswald
  3. api.openstreetmap.org/api/0.6/map?bbox=13.3640,54.0915,13.3705,54.0950
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