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Orangerieschloss (Sanssouci)

Potsdam, Brandenburg

Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg
Foto : ArildV — CC BY-SA 4.0

Quellen geprüft im September 2026

„Das letzte und größte im Park Sanssouci errichtete Schloss, dessen beide Seitenhallen jeden Winter noch über 1.000 Kübelpflanzen beherbergen.“
Jahr
1851–1864
Architekt
Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse (frühe Entwürfe von Ludwig Persius)
Stil
Neorenaissance nach italienischem Vorbild; Pflanzenhallen mit eisengerahmten Fenstern
Abmessungen
Front von etwa 300 m; Pflanzenhallen von 103 × 16 m
Status
Hallen dienen weiterhin zur Überwinterung von Pflanzen; Schloss laut der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Sanierung (Masterplan)

Von dem italienliebenden Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Auftrag gegeben, wurde das Orangerieschloss zwischen 1851 und 1864 von Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse nach eigenen Skizzen des Königs erbaut. Seine über 300 Meter lange Front verbindet einen Mittelbau mit Türmen, der die Galerie der Raffael-Kopien beherbergt, mit zwei langen, 103 Meter messenden Pflanzenhallen, die von Eckpavillons flankiert werden. Durch Kanäle unter dem Fußboden beheizt, dienen die Hallen noch heute zur Überwinterung der Kübelpflanzen des Parks. Das Schloss wird laut der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten derzeit saniert.

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Im Detail ≈ 3 Min. Lesezeit

Geschichte

Das Projekt ging aus der Italienbegeisterung Friedrich Wilhelms IV. hervor. In den 1840er-Jahren skizzierte Ludwig Persius für ihn einen ersten Entwurf, starb jedoch, bevor mit dem Bau begonnen wurde. Laut der englischsprachigen Wikipedia sollte die Orangerie Teil einer nie vollendeten „Via Triumphalis“ sein, die durch die Märzrevolution und Geldmangel zum Stillstand kam. Die Erdarbeiten begannen im Winter 1848/49, und Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse leiteten dann von 1851 bis 1864 den Bau nach zahlreichen Skizzen des Königs.

Die westliche Pflanzenhalle wurde 1851 errichtet und erhielt ihre Pflanzen ab dem Winter 1852/53. Der Mittelbau wurde 1853 begonnen und sein Äußeres 1858 fertiggestellt; die östliche Halle entstand zwischen 1854 und 1856. Als der König 1861 starb, war der östliche Eckpavillon noch ein Rohbau. Das Gebäude wurde 1864 unter Wilhelm I. vollendet, und die Dekoration der Fassaden und Terrassen wurde bis in die 1870er-Jahre fortgesetzt.

Bei den Kämpfen im April 1945 blieb es weitgehend verschont, anders als die nahe gelegene Historische Mühle und das Belvedere. Von 1949 bis 2010 belegte das Brandenburgische Landeshauptarchiv die östliche Halle, und die Restaurierung begann 1986 schrittweise. Das Orangerieschloss gehört zum 1990 in die Liste eingetragenen UNESCO-Welterbe.

Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg — Orangerieschloss, Park Sanssouci, Potsdam 2019
Orangerieschloss, Park Sanssouci, Potsdam 2019 · Matti Blume — CC BY-SA 4.0
Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg — Orangery Palace , Sanssouci Park , Potsdam , Brandenburg , Germany
Orangery Palace , Sanssouci Park , Potsdam , Brandenburg , Germany · H. Zell — CC BY-SA 3.0

Architektur und Ingenieurbau

Die Front, rund 300 m lang (304 m laut deutscher Wikipedia), verbindet einen Mittelbau mit zwei Türmen, die jeweils von einem Belvedere gekrönt sind, und zwei symmetrische Flügel. Der Stil ist italienische Renaissance: Die Villa Medici in Rom und die Uffizien in Florenz werden als Vorbilder genannt. Die Turmdächer sind flach und mit Zink gedeckt, und ein palladianisches Motiv kehrt an den eisengerahmten Flügelfenstern wieder.

Jede eingeschossige Pflanzenhalle ist 103 m lang und 16 m breit. An der Südseite sind hohe Fenster durch Pfeiler mit Nischen für Statuen getrennt; im Inneren tragen gekuppelte Pilaster eine stuckierte Decke mit quadratischen und kreisrunden Motiven. Eine Kanalheizung unter dem Boden hält die Hallen auf 6 bis 8 °C; sie funktioniert in der Westhalle noch immer und besteht neben einer modernen Warmwasserheizung fort.

Die obere Terrasse erstreckt sich über 240 m, und die drei Terrassenebenen gleichen auf rund drei Hektar rund um das Gebäude einen Höhenunterschied von etwa 4,5 m aus. In der Mitte erhebt sich der Raffaelsaal über mehr als zwei Geschosse.

Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg — Orangerieschloss Potsdam , Neues Stück
Orangerieschloss Potsdam , Neues Stück · Angel Miklashevsky — CC BY-SA 4.0
Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg — photo 4
ArildV — CC BY-SA 4.0

Pflanzensammlungen

Laut deutscher Wikipedia beherbergen die Hallen mehr als 1.000 Kübelpflanzen aus fast dreißig Arten, ein Bestand, der zusammen mit denen in Wien und Versailles als einer der größten Europas beschrieben wird. Sie überwintern hier und verlassen die Hallen dann, um den Park in der warmen Jahreszeit zu schmücken, eine Funktion, die die Hallen seit dem Bau der westlichen Halle erfüllen.

Die Gärten rund um das Gebäude setzen das mediterrane Thema fort. Der Sizilianische Garten (1857–1860) vereint Palmen, Myrten, Lorbeer, Arkaden und Brunnen, der Nordische Garten aus denselben Jahren ist mit Kiefern bepflanzt, und der von Peter Joseph Lenné 1843–44 angelegte Paradiesgarten versammelt exotische Blumen und Blattpflanzen. Im Mittelbau hängen außerdem mehr als fünfzig Kopien von Gemälden Raffaels auf roter Seide.

Orangerieschloss (Sanssouci), Potsdam, Brandenburg — Dach mit Oberlicht des Raffaelsaals im Orangerieschloss Sanssouci, Potsdam
Dach mit Oberlicht des Raffaelsaals im Orangerieschloss Sanssouci, Potsdam · Raimond Spekking — CC BY-SA 4.0

Besuch

Das Orangerieschloss steht im Park Sanssouci und lässt sich am besten gemeinsam mit seinen Nachbarn besichtigen: dem Sizilianischen und dem Nordischen Garten, der Historischen Mühle und dem Belvedere. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gibt an, dass das Schloss im Rahmen ihres Masterplans saniert wird und bestimmte Veranstaltungen weiterhin stattfinden, sodass der Zugang vor einem Besuch geprüft werden sollte.

Auf der oberen Terrasse finden Konzerte der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci statt, und jede Halle kann bei Veranstaltungen bis zu tausend Personen aufnehmen. Die Kübelpflanzen sind in der warmen Jahreszeit im Park zu sehen. Planen Sie ein bis zwei Stunden ein, mehr, wenn ein Spaziergang durch den Park hinzukommt.

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52.40° N, 13.03° E

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Quellen (3)

  1. spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/orangerieschloss/
  2. de.wikipedia.org/wiki/Orangerieschloss_(Potsdam)
  3. en.wikipedia.org/wiki/Orangery_Palace
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