Gewächshäuser von Pregny (Reservegewächshäuser des Conservatoire et Jardin botaniques de Genève)
Pregny-Chambésy, Kanton Genf

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1860er-Jahre; Anlage ab den 1880er-Jahren gebildet
- Architekt
- Ausführung teilweise Robert Halliday zugeschrieben
- Stil
- Gewächshäuser des 19. Jahrhunderts mit Rahmen aus kanadischer Pitchpine und Metall
- Abmessungen
- 10.523 m² (gesamter Komplex, laut Architekturinventar)
- Status
- Normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen; einige kostenlose Führungen pro Jahr nach Anmeldung (Europäische Tage des Denkmals, Programm des Botanischen Gartens)
An der Route de Pregny, gegenüber dem Rothschild-Anwesen, ließ Baronin Julie de Rothschild ab 1860 Gewächshäuser für Trauben, Pfirsiche, Feigen, Orchideen und Palmen bauen; der heutige Komplex stammt überwiegend aus den 1880er-Jahren. An den Staat Genf übergeben und von der Stadt Genf renoviert, werden die Gewächshäuser heute vom Conservatoire et Jardin botaniques de Genève betrieben, das dort seine seltenen und empfindlichen Pflanzen hält, darunter Sukkulenten, Palmen und Zitrusfrüchte. Nie dafür konzipiert, Publikum zu empfangen, öffnen sie nur bei geführten Besuchen, die einige Male im Jahr stattfinden.
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Geschichte
Ab 1860 ließ Baronin Julie de Rothschild außerhalb des Geländes des Château de Pregny, auf der anderen Seite der Route de Pregny, mehrere Gewächshäuser bauen. Sie legte Bereiche für Trauben, Pfirsiche und Feigen an sowie für Zierpflanzen, mit Orchideen, tropischen Pflanzen und Palmen. Das älteste, aus den 1860er-Jahren, hat die Form eines langen Korridors. Der Komplex nahm ab den 1880er-Jahren Gestalt an; laut dem Architekturinventar des Kantons Genf (2023) lässt sich seine Ausführung teilweise Robert Halliday zuschreiben, einem auf Gewächshäuser spezialisierten englischen Architekten. Über die Produktion hinaus war der Komplex als Ort zum Flanieren für die Familie und ihre erlesenen Gäste gedacht. Ein Faltblatt für Führungen von 2020 nennt dagegen den „berühmten Architekten Paxton“, eine Zuschreibung, die die anderen gesichteten Quellen nicht wiederholen.
Die Familie Rothschild übergab die Gewächshäuser später an den Staat Genf; sie gehören heute der Republik und dem Kanton Genf und werden vom Conservatoire et Jardin botaniques (CJB) genutzt. Die gesichteten Quellen nennen das Datum der Übergabe nicht. In den 1960er-Jahren beschleunigte der Abriss eines benachbarten Gewächshauses, dreißig Jahre später gefolgt von einem ungeschickten Eingriff, den Verfall des Holzes. Seit 2017 läuft eine sorgfältige Restaurierung: Gewächshaus 02 hat sein früheres Aussehen zurückgewonnen, Gewächshaus 08 zeigt seine Sparren, und der Nordostgiebel wurde erhalten. Laut der Gemeinde hat die Stadt Genf den Komplex renoviert und saniert. Wikidata führt ihn im Schweizer Inventar der Kulturgüter als Objekt von regionaler Bedeutung (Klasse B, Nummer 11823).


Architektur und Ingenieurbau
Die Gewächshäuser sind aus kanadischer Pitchpine gebaut. Ihre Glasscheiben sind in eine Konstruktion aus Metall oder Holz eingesetzt, deren Anordnung je nach den Bedürfnissen der gezogenen Pflanzen variiert. Der Komplex besteht aus mehreren nummerierten Einheiten, darunter die im Restaurierungsprogramm genannten Gewächshäuser 02 und 08. Das älteste, aus den 1860er-Jahren, bildet einen langen Korridor, der durch die Bögen seiner Stützen aufgelockert wird; sein beheizter, gepflasterter Boden besteht aus durchbrochenen gusseisernen Platten, die mit Rosetten im orientalischen Stil verziert sind. Die eleganten Glasbauten sind von der Straße an der Route de Pregny aus zu sehen.
Das Architekturinventar des Kantons beziffert den Komplex auf 10.523 m², ohne dass die herangezogene Quelle sagt, ob es sich um die bebaute Fläche oder die Grundstücksfläche handelt. Die Restaurierung betrifft vor allem das Holztragwerk, das durch den Abriss eines benachbarten Gewächshauses in den 1960er-Jahren und durch einen späteren Eingriff geschwächt wurde. Die Führung zu den Europäischen Tagen des Denkmals 2025 wurde von einem Architekten, einem Ingenieur und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Einheit für die Erhaltung des architektonischen Erbes der Ville de Genève geleitet; weitere technische Angaben (Abmessungen jedes Hauses, Glasart) waren nicht zu finden.

Pflanzensammlungen
Seit der Übernahme durch den Botanischen Garten dienen die Gewächshäuser von Pregny als Reserve. Le Temps vergleicht sie mit den Depots eines Museums: Sie beherbergen die seltenen oder schwer auszustellenden Exemplare, vor allem exotische und tropische Pflanzen, die normalerweise nicht in der Schweiz wachsen. Offizielle Programme erwähnen Sammlungen von Sukkulenten, Palmen und Zitrusfrüchten.
In der Ära Rothschild umfassten die Kulturen Reben, Pfirsichbäume, Feigenbäume, Orchideen, tropische Pflanzen und Palmen; die Baronin zeigte dort ihre seltenen Pflanzen, darunter Orchideen. Ein vom CJB im Dezember 2020 angebotener Besuch widmete sich den Düften von Blüten und Blättern in der „außergewöhnlichen Sammlung der Gewächshäuser von Pregny“. In den gesichteten Quellen wurde weder eine Artenliste noch eine verlässliche Zählung gefunden.
Besuch
Anders als der Botanische Garten, der darauf ausgelegt ist, Publikum zu empfangen, sind die Gewächshäuser von Pregny nicht für Besucher eingerichtet und öffnen nur bei organisierten Besuchen. Die Quellen belegen drei: Führungen im Programm des CJB im Dezember 2020, drei einstündige Termine während der Europäischen Tage des Denkmals am 14. September 2025 und eine kostenlose, von den Gärtnern geleitete Führung am Mittwoch, dem 4. November 2026, ab 10 Jahren, mit Online-Anmeldung (zum Zeitpunkt der Einsichtnahme als voll angezeigt).
Es ist daher nötig, sich vor der Anreise beim Botanischen Garten zu erkundigen. Die Gewächshäuser sind auch von außen, von der Route de Pregny aus, zu sehen, und ein Besuch lässt sich natürlich mit dem nahen Botanischen Garten verbinden, dessen öffentlich zugängliche Gewächshäuser einen eigenen Eintrag haben.
46.24° N, 6.14° E
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Quellen (8)
- geneve.ch/agenda/histoire-decouverte-serre-exceptionnelle
- decouvrir-le-patrimoine.ch/journees-europeennes-du-patrimoine/2025/manifestation/les-serre
- pregny-chambesy.ch/monuments/25670
- notrehistoire.ch/documents/01k81dca040ae0pxxbrpsacqm2
- letemps.ch/sciences/en-visite-dans-les-serres-de-pregny-caverne-d-ali-baba-des-amoureux-de
- jardinbotaniquegeneve.ch/au-jardin/decouvrir%23programme-dactivits/histoire-decouverte-dun
- geneve.ch/sites/default/files/2020-10/programme-visites-guidees-CJBG-2020-ville-geneve.pdf
- wikidata.org/wiki/Q29711416
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