Wintergarten und Haus für gemäßigtes Klima des Conservatoire et Jardin botaniques de Genève
Genf, Kanton Genf

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1910–1911
- Architekt
- Henri Juvet (Wintergarten)
- Stil
- Wintergarten vom Anfang des 20. Jahrhunderts; neoklassizistisch inspiriertes Haus für gemäßigtes Klima mit zentraler Kuppel (1986)
- Abmessungen
- Haus für gemäßigtes Klima: 21 m hoch
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Seit 1904 auf dem ehemaligen Ariana-Anwesen am See ansässig, besitzt der Botanische Garten von Genf mehrere Gewächshäuser. Der Wintergarten, das älteste, wurde 1910–1911 von Henri Juvet gebaut, 1935 beim Anlegen der Avenue de la Paix versetzt und erweitert und 1998 vollständig renoviert; er zeigt tropische Zierpflanzen und Nutzpflanzen. Das neoklassizistisch inspirierte Haus für gemäßigtes Klima von 1986 verbindet eine Kuppel aus Palmen und Baumfarnen mit zwei Flügeln voller Kakteen und beherbergt mehr als 215 Arten.
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Geschichte
Genfs Botanischer Garten wurde von Augustin Pyramus de Candolle gegründet und am 19. November 1817 im Parc des Bastions eingeweiht, dank einer Subskription von 284 Spendern. Exotische Pflanzen wurden dort in zwei Treibhäusern und einer Orangerie kultiviert, und Mitte der 1820er-Jahre entstand ein erstes Gebäude für das Conservatoire. Aus Platzmangel zog die Institution 1904 unter der Leitung von John Briquet auf das Anwesen Ariana am rechten Seeufer um, wo der Landschaftsarchitekt Jules Allemand den neuen Garten und seine Steingärten entwarf.
Der Wintergarten, heute das älteste der Gewächshäuser, wurde 1910–1911 vom Architekten Henri Juvet gebaut. 1935 zwang der mit dem Völkerbundpalast zusammenhängende Bau der Avenue de la Paix zu seiner Versetzung; zugleich wurde er vergrößert und erhielt sein heutiges Aussehen, bevor er 1998 vollständig renoviert wurde.
Die übrigen Gewächshäuser sind jünger: Laut der Institution stammt das Haus für gemäßigtes Klima von 1986 und die Häuser für tropische Pflanzen, Bromelien und Gesneriengewächse sowie das Vulkanhaus von 1987, während Wikipedia von neuen, 1983 fertiggestellten Gewächshäusern spricht, die drei kleine Gebäude ersetzten. Der Architekt Jean-Marc Lamunière zeichnete 1985 ein Gewächshausprojekt für den Garten, das im Januar 1986 an der EPFL ausgestellt wurde. 2017 wurden alle lebenden Sammlungen nach dem Standard von Bio Suisse biozertifiziert.


Architektur und Ingenieurbau
Der Wintergarten unterscheidet sich von den neueren Gewächshäusern durch sein warmes, feuchtes Klima, das die Gärtner vollständig von Hand regulieren, während die übrigen Häuser über automatisierte Systeme verfügen. Seine heutige Form geht auf die Versetzung und Erweiterung von 1935 und die vollständige Renovierung von 1998 zurück.
Das Haus für gemäßigtes Klima, klassizistisch inspiriert, besteht aus einer zentralen Kuppel mit Palmen und Baumfarnen, flankiert von zwei Seitenflügeln, die Kakteen und Sukkulenten vorbehalten sind. Der Garten gibt seine Höhe mit 21 Metern an. Die Temperatur sinkt nie unter 12 °C, und die Luftfeuchtigkeit wird bei etwa 60 Prozent gehalten. Im Winter schützt es außerdem alte Kübelbäume vor Frost.
Zur Anlage gehören ferner ein Tropenhaus, den Bromelien und Gesneriengewächsen gewidmete Häuser, ein Vulkanhaus und ein Sammlungshaus, mit Klimaten von kühl bis heiß und Pflanzen von allen fünf Kontinenten.


Pflanzensammlungen
Der Wintergarten zeigt tropische Zierpflanzen und einen Ausstellungsbereich zu den Nutzpflanzen der Tropen und zu den Beziehungen zwischen menschlichen Gesellschaften und der Pflanzenwelt: Papaya, Kaffee, Kakao, Gewürze, tropische Früchte, Jackfrucht und Vanilla pompona. Zu seinen Exemplaren zählen der Jadewein (Strongylodon macrobotrys) von den Philippinen, dessen türkisfarbene Trauben sich vom Spätwinter bis ins Frühjahr öffnen, der Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis), Heliconia rostrata, Pamianthe peruviana und Aechmea weilbachii.
Das Haus für gemäßigtes Klima beherbergt mehr als 215 Arten aus Australien, Südafrika, dem subtropischen Asien und Amerika sowie dem Mittelmeerraum, darunter Echinocactus grusonii, die Palme Caryota maxima, der Baumfarn Sphaeropteris cooperi, der Kauri (Agathis australis), Strelitzia nicolai und Osmanthus fragrans. Die lebenden Sammlungen des Gartens umfassen mehr als 11.000 Arten.
Besuch
Die Gewächshäuser gehören zu einem 28 Hektar großen Garten, der sich über die Gemeinden Genf und Pregny-Chambésy am See erstreckt, nahe der Avenue de la Paix, deren Bau den Wintergarten verdrängte. Ein Besuch lässt sich mit den Steingärten verbinden, die der alpinen Flora aus aller Welt gewidmet sind, ebenso mit dem Arboretum mit mehr als 800 Baumarten, den Terrassen der Heil- und Nutzpflanzen, dem Duft- und Tastgarten und dem Botanicum, einem Familienbereich am See. Als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft, beherbergt das Gelände außerdem ein Herbarium mit fast sechs Millionen Exemplaren und eine Bibliothek mit 120.000 Bänden.
46.23° N, 6.15° E
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Quellen (6)
- jardinbotaniquegeneve.ch/linstitution/histoire
- jardinbotaniquegeneve.ch/au-jardin/decouvrir/jardin/jardin-dhiver
- jardinbotaniquegeneve.ch/au-jardin/decouvrir/jardin/serre-temperee
- fr.wikipedia.org/wiki/Conservatoire_et_Jardin_botaniques_de_la_ville_de_Gen%C3%A8ve
- epfl.ch/campus/art-culture/museum-exhibitions/archizoom/fr/serres/
- geneve.ch/sites/default/files/fileadmin/public/Departement_3/Publications/conservatoire-et
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