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Tropenhaus und Schaugewächshäuser, Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum

Bochum, Nordrhein-Westfalen

Tropenhaus und Schaugewächshäuser, Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Nordrhein-Westfalen
Foto : LordToran — Public domain

Quellen geprüft im Oktober 2026

„Ein Tropenhaus mit 17 m lichter Höhe, in dem im September 2017 erstmals im Ruhrgebiet eine Titanenwurz blühte.“
Jahr
1976–1977
Stil
Universitärer Gewächshauskomplex (1976–2001), durch eine gemeinsame Eingangshalle verbunden
Abmessungen
Tropenhaus von 713 m², 17 m lichte Höhe; ≈1.700 m² Ausstellungsfläche
Status
Für die Öffentlichkeit geöffnet

Im Herzen des seit 1971 öffentlich zugänglichen Botanischen Gartens der Ruhr-Universität am Südhang des Bochumer Campus gruppieren sich vier Schaugewächshäuser um eine gemeinsame Eingangshalle. Das 1976 fertiggestellte und am 4. April 1977 eröffnete Tropenhaus bedeckt 713 m² unter einer lichten Höhe von 17 m; 1988 folgte das Wüstenhaus und 2001 zwei Häuser für die Trockengebiete Australiens und Südafrikas. 2004–2005 renoviert, erlebte das Tropenhaus 2017 die erste Blüte einer Titanenwurz im Ruhrgebiet.

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Route
Im Detail ≈ 3 Min. Lesezeit

Geschichte

Der Botanische Garten entstand zusammen mit der Ruhr-Universität, deren Gründung der nordrhein-westfälische Landtag 1961 beschloss und die 1965 eingeweiht wurde. Die vorbereitenden Arbeiten begannen im Oktober 1966. Der von der Planungsgemeinschaft Bödeker, Boyer und Wagenfeld ausgeführte Garten sollte den Übergang von den Betonbauten für die Lehre der Universität zur Erholungslandschaft des Lottentals und des Ruhrtals erleichtern. Der Botaniker Karl Esser wurde 1967 zum Gründungsdirektor berufen. Ein erstes Gewächshaus wurde im Oktober 1969 bezogen, und der Garten öffnete am 15. Juni 1971 mit drei Gewächshäusern für die Öffentlichkeit.

Die Arbeiten an den großen Schauhäusern begannen im Mai 1975. Das Tropenhaus wurde 1976 fertiggestellt und am 4. April 1977 eröffnet, zusammen mit einem Informationszentrum in seinem Foyer; seine Dacheindeckung wurde bereits 1985 erneuert. Das 400 m² große Wüstenhaus wurde im September 1988 zum zwanzigjährigen Bestehen des Gartens fertiggestellt, und im Herbst 2001 kam ein Schauhaus für die Trockengebiete Australiens und Südafrikas hinzu, die sogenannten Savannenhäuser. Das Tropenhaus wurde von August 2004 bis September 2005 saniert und danach wiedereröffnet.

Im September 2017 sah es die erste Blüte einer Titanenwurz im Ruhrgebiet. Karl Esser starb im Dezember 2019 im Alter von 95 Jahren. Im Mai 2022 erklärte die westfälische Denkmalpflege (LWL) den Garten zum Denkmal des Monats, als gut erhaltenes Beispiel der Gartengestaltung der Nachkriegszeit.

Tropenhaus und Schaugewächshäuser, Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Nordrhein-Westfalen — In the desert greenhouse of the Bochum botanical garden.
In the desert greenhouse of the Bochum botanical garden. · LordToran — Public domain
Tropenhaus und Schaugewächshäuser, Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Nordrhein-Westfalen — Greenhouses in the Bochum botanical garden.
Greenhouses in the Bochum botanical garden. · LordToran — Public domain

Architektur und Ingenieurbau

Die vier Schauhäuser bilden eine kompakte Gruppe im Zentrum des Gartens. Tropenhaus, Wüstenhaus, Australienhaus und Südafrikahaus gehen von einer zentralen Eingangshalle ab, die mit Schautafeln und einem Informationsstand ausgestattet ist. Der Garten gibt für den Komplex rund 1.700 m² Schaufläche an (die deutsche Wikipedia nennt etwa 1.900 m²), von insgesamt etwa 3.500 m² Gewächshausfläche, von der ein Teil der Kultur dient und für Besucher geschlossen ist.

Das Tropenhaus ist das größte, mit 713 m² Grundfläche und einer lichten Höhe von 17 m, genug für große Bäume. Ein kleiner Bach durchzieht es, und ein Becken mit Schwimmpflanzen füllt eine Ecke. Das Wüstenhaus bedeckt 400 m², während die beiden Savannenhäuser, die zuletzt gebaut wurden, zwischen dem Tropenhaus und dem Wüstenhaus liegen.

Ein öffentlicher Gang, der vom Tropenhaus abgeht, erschließt die Anzuchthäuser, die Besucher nicht betreten können; er ist von Palmen und Palmfarnen sowie von Vitrinen mit Orchideen, Bromelien und Sukkulenten gesäumt. Jeden Sommer wird rund um das Wüstenhaus eine Steppen- und Wüstenlandschaft von etwa 400 m² nachgebildet, indem in Töpfen gezogene Sukkulenten in den sandigen Boden eingesenkt werden.

Tropenhaus und Schaugewächshäuser, Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Nordrhein-Westfalen — Inside the tropical greenhouse of the Bochum botanical garden.
Inside the tropical greenhouse of the Bochum botanical garden. · LordToran — Public domain

Pflanzensammlungen

Das Tropenhaus vereint Pflanzen aus den Regenwäldern Amerikas, Afrikas und Asiens: Wildfeigen, Mangroven, Palmen, Farne, Bromelien und Orchideen, daneben Nutzpflanzen wie Kakao (Theobroma cacao), Vanille, Kaffee, Sternfrucht und Schwarzer Pfeffer. Die Besucher finden dort auch die Wunderbeere (Synsepalum dulcificum), deren Miraculin saure Speisen süß schmecken lässt, und Aristolochia arborea, deren Blüten einen kleinen Pilz nachahmen, um die Mücken anzulocken, die sie bestäuben. Im Sommer steht eine Titanenwurz an einer Ecke des Beckens, und kleine tropische Vögel laufen frei über den Boden.

Das nach geografischen Regionen gegliederte Wüstenhaus stellt amerikanischen Kakteen die ihnen ähnelnden afrikanischen Euphorbien zur Seite und zeigt Welwitschia mirabilis aus der Wüste Namib. Das Australienhaus zeigt Hartlaubgewächse wie Akazien, Banksien und Eukalyptus, dazu Wollemia nobilis, 1994 bei Sydney entdeckt, und den Grasbaum Xanthorrhoea australis. Das Südafrikahaus zeigt Protea cynaroides, Strelitzia reginae und Strelitzia nicolai. Laut der englischen Wikipedia besitzen die Gewächshäuser außerdem eine Sammlung von rund 350 Arten sukkulenter Euphorbia.

Besuch

Der Garten erstreckt sich über 13 Hektar am Südhang des Campus im Stadtteil Querenburg im Südosten von Bochum (Universitätsstraße 150) und beherbergt mehr als 10.000 Arten. Der Garten selbst empfiehlt, mit dem Gewächshauskomplex zu beginnen, bevor man die Freianlagen erkundet, die nach Regionen gegliedert sind: nordamerikanische, asiatische und europäische Wälder, Dünen, Heide und Feuchtgebiete. Der Tertiärteich, der Heilpflanzengarten und eine von Piet Oudolf inspirierte Staudenrabatte gliedern den Spaziergang.

Ein Besuch führt selbstverständlich auch zum Chinesischen Garten Qian Yuan, einem 1.000 m² großen Gelehrtengarten im zurückhaltenden Stil Südchinas, der 1990 von der Tongji-Universität in Shanghai zum 25-jährigen Jubiläum der Universität geschenkt wurde. Die farbenfrohen Sommerbepflanzungen gehören zu den Höhepunkten der wärmeren Monate.

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51.44° N, 7.27° E

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Quellen (5)

  1. boga.ruhr-uni-bochum.de/bg/garten/index.html.de
  2. boga.ruhr-uni-bochum.de/bg/garten/geschichte/index.html.de
  3. de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_der_Ruhr-Universit%C3%A4t_Bochum
  4. en.wikipedia.org/wiki/Botanical_Garden_of_Ruhr_University_Bochum
  5. lwl-dlbw.de/de/denkmaeler-entdecken/denkmal-des-monats/bochum-botanischer-garten-ruhr-univ
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