Wintergarten von Farmleigh House
Castleknock (Phoenix Park), Dublin

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1901–1902
- Architekt
- Mackenzie & Moncur (Edinburgh), auf Empfehlung von William Young
- Stil
- Edwardianischer Wintergarten aus Metall und Glas neben dem Ballsaal
- Status
- Anwesen und Gärten für die Öffentlichkeit geöffnet; Haus und Wintergarten bis auf Weiteres wegen Instandhaltungsarbeiten geschlossen, mindestens für den Rest des Jahres 2026 (EU-Ratspräsidentschaft)
Dieser Wintergarten, der an den Ballsaal von Farmleigh House, den früheren Wohnsitz von Edward Cecil Guinness, später Earl of Iveagh, angrenzt, wurde 1901–1902 von der Edinburgher Firma Mackenzie & Moncur auf Empfehlung des Architekten William Young geliefert. Er diente als Erweiterung der Empfangsräume und beherbergte exotische Pflanzen. Nachdem der irische Staat das Haus 1999 gekauft hatte, wurde es vom Office of Public Works restauriert, das den Wintergarten vollständig neu verglaste und seine Pflanzen wieder einführte. Im ummauerten Garten des Anwesens ließ Guinness außerdem mehrere Gewächshäuser errichten, darunter ein gusseisernes Weinhaus.
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Geschichte
Farmleigh in Castleknock, am Phoenix Park von Dublin, begann als kleines Haus im georgianischen Stil, das im späten 18. Jahrhundert gebaut wurde. Sein ummauerter Garten stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert, als das Anwesen Charles Trench gehörte, und er erscheint bereits auf der Karte des Ordnance Survey von 1837.
1873 kaufte Edward Cecil Guinness (1847–1927), ein Urenkel von Arthur Guinness, das Anwesen anlässlich seiner Heirat mit seiner Cousine Adelaide Guinness. 1891 zum Baron Iveagh erhoben, 1905 zum Viscount und 1919 zum Earl, gestaltete er das Haus in mehreren Etappen um. Von 1881 bis 1884 erweiterte der irische Architekt James Franklin Fuller es nach Westen und fügte ein drittes Geschoss hinzu; 1896 entwarf der schottische Architekt William Young (1843–1900) den Ballsaalflügel. Das Gewächshaus wurde ihm 1901–1902 angefügt, geliefert von Mackenzie & Moncur aus Edinburgh auf Empfehlung von Young. Nach Angaben des Anwesens besaß Farmleigh damals alles, was ein Haushalt, der sich einer gepflegten Gastlichkeit widmete, brauchen konnte.
1999 kaufte die irische Regierung das Anwesen für 29,2 Millionen Euro vom 4. Earl of Iveagh. Das Office of Public Works (OPW) gab anschließend rund 23 Millionen Euro für die Restaurierung des Hauses, der Gärten und der kurvenlinigen Gewächshäuser aus, und im Juli 2001 wurde das Anwesen für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Haus dient seither der Unterbringung hochrangiger Besucher und Gäste der Nation. Die Daten des 19. Jahrhunderts weichen je nach Quelle voneinander ab: Archiseek legt den Kauf und eine erste Erweiterung durch Fuller auf das Jahr 1870.
Architektur und Ingenieurbau
Archiseek hebt das Gewächshaus als das aufwendigste Element des Äußeren von Farmleigh hervor; es grenzt sowohl an den Salon als auch an den Ballsaal des Flügels von 1896. Aus dem Ballsaal führen Türen direkt in das Gewächshaus, das als Erweiterung der Gesellschaftsräume gedacht war und nicht als bloßer Schutzraum für Pflanzen.
Die Konstruktion lieferte 1901–1902 Mackenzie & Moncur, die Gewächshausbauer aus Edinburgh. Ihr Marmorboden ist original und folgt dem traditionellen Muster des 18. Jahrhunderts aus achteckigen Fliesen. Die herangezogenen Quellen geben weder die Abmessungen noch den Grundriss an.
Bei der Restaurierung durch das OPW wurde das Gewächshaus vollständig neu verglast, und für die hoch gelegenen Metallkonstruktionen wurden neue tragende Stützen eingebaut. Nach Angaben des Anwesens bewahrte die Arbeit den Charakter des Gebäudes und verlängerte seine Lebensdauer um mindestens weitere hundert Jahre.
Im ummauerten Garten hatte Edward Cecil Guinness außerdem mehrere Gewächshäuser errichten lassen, darunter ein gusseisernes Traubenhaus mit Dreiviertelspannweite hinter einer hohen Eibenhecke und ein kleines viktorianisches Farnhaus unter Glas mit einer Grotte in der Nähe.
Pflanzensammlungen
Das Anwesen veröffentlicht für das Gewächshaus keine Pflanzenliste. Es gibt lediglich an, dass dort ursprünglich exotische Pflanzen und Blumen gezogen wurden und dass das Office of Public Works sie wieder eingeführt hat. Dieses Prunkgewächshaus war Teil einer breiteren Bewegung: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Gärten von Farmleigh vermehrte Pflanzungen von Laubbäumen und Exoten erhalten.
Der ummauerte Garten gehört einer anderen Tradition an, der des produktiven Gartenbaus. Später im 19. Jahrhundert zog eine ausgedehnte Gewächshausreihe an seiner Südmauer nach viktorianischer Art Pflanzen für großflächige Beetbepflanzungen heran. Edward Cecil Guinness fügte das Farnhaus unter Glas und das Traubenhaus hinzu. Seine Schwiegertochter legte die Einfriedung später als Reihe von Abteilungen an, eine Mode des frühen 20. Jahrhunderts, die mit einem neu erwachten Interesse an altmodischen Gartenpflanzen einherging.
Rundherum bewahrt das 32 Hektar große Anwesen Bestände alter Zypressen, Kiefern und Eichen und weidet eine Herde seltener einheimischer Kerry-Rinder.
Besuch
Das vom OPW betriebene Anwesen liegt in Castleknock, nahe dem Phoenix Park. Das Gelände, die Gärten und die Galerie sind für Besucher geöffnet, im Freien gibt es Führungen; das Haus und damit das Gewächshaus sind normalerweise nur im Rahmen einer Führung zu sehen. Es ist allerdings das ganze Jahr 2026 über wegen der EU-Präsidentschaft geschlossen, während das Gelände zugänglich bleibt.
Ein Spaziergang kann den ummauerten Garten einschließen, den versenkten Garten mit seinen drei Backsteinterrassen, die zu einem ovalen Becken hinabführen, und den Cherry Walk, den Gwendolen, Lady Iveagh, anlegen ließ. Auf dem Anwesen finden saisonale Kunsthandwerks- und Lebensmittelmärkte statt, und das Restaurant Boathouse lädt zu einer Rast ein.
Laut der Website von Farmleigh ist das Haus bis auf Weiteres wegen notwendiger Instandhaltungsarbeiten geschlossen, das Kulturprogramm der Galerie pausiert während der EU-Ratspräsidentschaft, und bis zur Wiedereröffnung finden täglich Führungen im Freien statt.
53.37° N, 6.36° W
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Quellen (9)
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