Grandes Serres du Jardin des Plantes
Paris, Île-de-France

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1834–1836
- Architekt
- Charles Rohault de Fleury
- Stil
- Gusseisen und Glas (1834–1836), Art-déco-Wintergarten (1937)
- Abmessungen
- Vier öffentlich zugängliche Gewächshäuser; Wintergarten von 750 m², Pavillons von 20 × 12 m
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Im Jardin des Plantes vereinen die Grandes Serres vier denkmalgeschützte Gebäude, die zwischen 2005 und 2010 renoviert wurden. Die zwei Pavillons aus Gusseisen und Glas, 1834–1836 von Charles Rohault de Fleury entworfen und zu den Anfängen der französischen Metallarchitektur gezählt, beherbergen heute die Flora Neukaledoniens und die Geschichte der Evolution der Pflanzen. René Bergers Art-déco-Wintergarten, 1937 eröffnet, beherbergt einen tropischen Regenwald um einen 15 Meter hohen Felsen, und das 2010 eröffnete Gewächshaus „Wüsten und aride Lebensräume“ ersetzt die kolonialen Gewächshäuser, die der Sturm von 1999 zerstört hatte.
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Praktische Informationen
- Tickets
- Normalpreis 9 €, ermäßigt 7 € (auch für 3- bis 25-Jährige mit Nachweis), Tribu-Pass (2 Erwachsene + 2 Jugendliche von 3 bis 25 Jahren) 28 €. Unter 3 Jahren frei. Buchung nur über den Online-Ticketschalter; kein Kombiticket mit den anderen Standorten.
- Öffnungszeiten
- Täglich außer dienstags geöffnet: 10–18 Uhr bis 25. Oktober 2026, dann 10–17 Uhr vom 26. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027. Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung. Bei schlechtem Wetter oder extremer Hitze ist eine teilweise oder vollständige Schließung möglich.
- Anfahrt
- 57 rue Cuvier, 75005 Paris. Métro-Linie 5 (Gare d'Austerlitz), 7 (Censier-Daubenton), 10 (Jussieu oder Gare d'Austerlitz); RER C Gare d'Austerlitz; Busse 24, 57, 61, 63, 67, 89, 91; Batobus, Haltestelle Jardin des Plantes.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es ein Kombiticket mit den anderen Orten im Garten?
Nein: Jeder Ort (Galerien, Grandes Serres, Ménagerie) hat sein eigenes Ticket. Mit einem weniger als 3 Monate alten Normalpreis-Ticket eines anderen Standorts des Muséum gilt in den Grandes Serres der ermäßigte Tarif.
Wer hat freien Eintritt?
Unter anderem Kinder unter 3 Jahren, Inhaber des Pass Annuel Muséum, Menschen mit Behinderung und ihre Begleitperson, Arbeitsuchende und Bezieher von sozialen Mindestleistungen, jeweils mit Nachweis.
Kosten die Wege im Jardin des Plantes etwas?
Nein, die Wege und Gärten sind frei und kostenlos zugänglich. Ein Ticket ist für die Grandes Serres, die Galerien und die Ménagerie erforderlich.
Geschichte
Die Gewächshäuser des Jardin des Plantes gehen auf die Orangerien des 1626 gegründeten Königlichen Gartens der Heilpflanzen zurück. 1714, nach dem Frieden von Utrecht, überreichte der Bürgermeister von Amsterdam Ludwig XIV. eine Pflanze von Coffea arabica, und Antoine de Jussieu ließ dafür das erste Treibhaus des Gartens bauen; die Kaffeepflanzen vermehrten sich dort, bevor sie 1721 nach Martinique verschifft wurden. Sébastien Vaillant ließ 1714 und 1717 zwei weitere Treibhäuser errichten, Buffon 1788 ein weiteres.
Die heutigen Bauten beginnen mit Charles Rohault de Fleury, der zwischen 1834 und 1836 (nach Wikipedia ab 1833) zwei Pavillons aus Gusseisen und Glas entwarf, das „Mexikanische“ und das „Australische“ Haus, dazu gebogene Gewächshäuser. Jules André fügte einen 1889 eröffneten Wintergarten hinzu; er wurde 1932–1934 abgerissen und machte dem 1937 eröffneten großen Gewächshaus von René Berger Platz, während in den 1930er-Jahren „Kolonialgewächshäuser“ entstanden.
Die Belagerung von Paris 1870 und beide Weltkriege schnitten die Gewächshäuser vom Brennstoff ab, wodurch viele seltene Exemplare eingingen, darunter Sophora toromiro, die Alfred Métraux 1936 aus dem Pazifik mitgebracht hatte. Die Gebäude wurden am 24. März 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Paul Chemetov baute die gebogenen Gewächshäuser 1995–1997 wieder auf, und der Sturm vom Dezember 1999 zerstörte die Kolonialhäuser. Von 2005 bis 2010 ersetzte oder restaurierte ein Projekt im Umfang von acht Millionen Euro 1.300 m² Verglasung und schuf das Gewächshaus der Wüsten und trockenen Lebensräume; die Anlage wurde 2010 unter ihren heutigen Namen wiedereröffnet. Die französische Wikipedia bringt Henri Rousseaus „Die Schlangenbeschwörerin“ (1907) mit diesen Gewächshäusern in Verbindung.


Architektur und Ingenieurbau
Rohault de Fleurys zwei Pavillons mit je 20 mal 12 Metern markieren die Anfänge der französischen Metallarchitektur, etwa fünfzehn Jahre vor Baltards Halles. Das Gusseisen verringerte die inneren Stützen und vervielfachte die verglasten Flächen, und eine Dampfheizung sorgte für die Wärme, die tropische Pflanzen brauchten, die damals in Töpfen und Kübeln gezogen wurden.
Jules Andrés Wintergarten betrat Neuland, indem direkt in den Boden gepflanzt wurde. Sein Nachfolger, das Gewächshaus von René Berger, umfasst 750 m²: Man betritt es durch ein Art-déco-Peristyl, dessen zylindrische Säulen aus Eisen und Glas beleuchtet werden, und ein 15 Meter hoher künstlicher Felsen, von dem ein Wasserfall einen Bach speist, eröffnet ein Panorama über die Vegetation. Daran schließt sich die lange Galerie des Gewächshauses der Wüsten und trockenen Lebensräume an, das 2010 die Kolonialhäuser aus Holz und Glas ersetzte. Die von Chemetov wiederaufgebauten gebogenen Gewächshäuser sind den Gärtnern vorbehalten.
Die Renovierung von 2005–2010 zielte darauf ab, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gebäude wiederherzustellen und zugleich ihre Funktionsweise zu modernisieren. Das Regenwaldhaus wird bei etwa 22 °C gehalten, und bei Hitzewellen oder schlechtem Wetter kann die Anlage teilweise oder ganz schließen.


Pflanzensammlungen
Jedes Gewächshaus hat ein Thema. Das Regenwaldhaus versammelt mehr als 600 Pflanzen aus Afrika, Amerika und Südostasien, darunter Kakao, Kaffee, Avocado, Banane, Pfeffer und Vanille, außerdem Ficus lutea, Chamaedorea geonomiformis, den Baumfarn Cyathea intermedia und eine Kokospalme mit dem Spitznamen „Maeva“. Das Gewächshaus der Wüsten und trockenen Lebensräume zeigt Pflanzen aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, den Anden, dem südlichen Afrika, Madagaskar, der Arabischen Halbinsel, Australien und einigen Inseln, mit ihren Antworten auf die Trockenheit: Lebende Steine, wasserspeichernde Kakteen, kugelförmige Silhouetten.
Das ehemalige Mexikanische Haus, das 2010 zum Gewächshaus Neukaledonien wurde, präsentiert in fünf Lebensräumen (Regenwald, Trockenwald, Bergbau-Buschland, Savanne und Mangrove) eine Flora mit 76 Prozent endemischen Arten, darunter den Niaouli und Arthroclianthus. Das ehemalige Australische Haus, umbenannt in Gewächshaus der Geschichte der Pflanzen, zeichnet mindestens 430 Millionen Jahre Evolution nach, indem es Fossilien und Rekonstruktionen neben lebende Vertreter uralter Linien stellt: Farne, Nadelbäume und Schachtelhalme.


Besuch
Die Grandes Serres stehen im Jardin des Plantes im 5. Arrondissement, unter anderem erreichbar über den Bahnhof Gare d'Austerlitz. Ein einziges, online gebuchtes Ticket gilt für alle vier Gewächshäuser, die der Reihe nach besichtigt werden, vom Regenwald über die Wüsten und Neukaledonien bis zur Geschichte der Pflanzen; wer im großen Gewächshaus auf den Felsen steigt, hat ein Panorama über die Vegetation.
Im Herbst 2026 sind die Gewächshäuser wegen eines defekten Aufzugs vorübergehend für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich. Ein kürzlich erworbenes Ticket zum Vollpreis berechtigt zu einem ermäßigten Tarif an den anderen Standorten des Jardin des Plantes, im Musée de l'Homme und im Zoologischen Park von Paris – eine einfache Möglichkeit, den Tag auf den Rest des Muséums auszudehnen.
48.84° N, 2.36° E
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