Orangerie und Gewächshäuser des Jardin des plantes de Montpellier
Montpellier, Okzitanien

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1802–1806 (Orangerie); 1860 (Martins-Gewächshaus)
- Architekt
- Claude-Mathieu Delagardette (Orangerie); Martins-Gewächshaus unter der Leitung von Charles Martins errichtet
- Stil
- Funktionale neoklassizistische Orangerie und Metallgewächshäuser des 19. Jahrhunderts im ältesten botanischen Garten Frankreichs
- Abmessungen
- Orangerie 49 m lang (13 verglaste Bogenfelder); rund 688 m² Gewächshäuser
- Status
- Garten für die Öffentlichkeit geöffnet; als historisches Denkmal klassifiziert (1992); Orangerie 2018 restauriert und wiedereröffnet
Der 1593 von Heinrich IV. gegründete Jardin des plantes von Montpellier besitzt eine Gruppe historischer Gewächshäuser. Die vom Architekten Claude-Mathieu Delagardette entworfene und 1806 eingeweihte Orangerie schützte Zitrusbäume und empfindliche Pflanzen vor Frost, in einer funktionalen, mit Tierkreismedaillons geschmückten Architektur. Das 1860 unter der Leitung von Charles Martins errichtete Martins-Gewächshaus beherbergt heute eine Sammlung von Kakteen und Sukkulenten. Das Ensemble, 1992 als historisches Denkmal klassifiziert, wurde in den 2010er-Jahren restauriert; die Orangerie öffnete 2018 nach mehrjähriger Schließung wieder.
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Geschichte
Der Garten wurde am 8. Dezember 1593 durch ein königliches Schreiben Heinrichs IV. gegründet und dem Arzt Pierre Richer de Belleval anvertraut: Er ist der älteste botanische Garten Frankreichs. Ein erstes beheiztes Gewächshaus wurde dort 1757 gebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Orangerie vom Pariser Architekten Claude-Mathieu Delagardette auf Betreiben der Botaniker Antoine Gouan und Auguste Broussonet entworfen, mit dem Beschluss des Ministers Chaptal; von 1802 bis 1804 gebaut, wurde sie 1806 eingeweiht.
Unter Charles Martins, Direktor ab 1851, erhielt der Garten einen englischen Garten mit einem Lotosbecken, und in der Mitte des Gartens wurde ein großes Gewächshaus errichtet, nach den meisten Quellen 1860, das heute seinen Namen trägt. Unter Jules-Émile Planchon, Direktor ab 1881, wurden neue Gewächshäuser gebaut; das große Planchon-Gewächshaus an der linken Flanke der Orangerie wurde laut einem Dokument des Kulturministeriums 1956 zerstört. Ein Wintergarten stammt von 1887.
Der Garten wurde am 3. September 1992 als historisches Denkmal klassifiziert, nachdem eine erste Eintragung annulliert worden war. Die Restaurierung, gerahmt von einer Voruntersuchung des Chefarchitekten der historischen Denkmäler, betraf zuerst das Martins-Gewächshaus (Arbeiten 2012 abgeschlossen), dann die Orangerie, im September 2018 zum 425-jährigen Bestehen des Gartens dank des Sponsorings von vierundzwanzig Unternehmen wiedereröffnet. 2022 erhielt der Garten das Label „Jardin remarquable“.


Architektur und Ingenieurbau
Delagardettes Orangerie ist ein Bau großer Zurückhaltung: Ein Dokument des Kulturministeriums nennt sie funktional, raffiniert und dezent in den Details der Ecken, mit kreisrunden Medaillons, die anstelle heraldischer Kartuschen die Tierkreiszeichen zeigen. Sie ist 49 Meter lang und öffnet sich durch dreizehn verglaste Bogenachsen; ihre Fläche beträgt etwa 267 m². Dazu gedacht, Pflanzen vor Frost zu schützen, besonders Zitruspflanzen, wurde sie bei schönem Wetter auch zu einem Treffpunkt. Ihre Metallbauteile wurden restauriert.
Das Martins-Gewächshaus mit etwa 300 m² ist ein verglastes Gebäude, das in seine ursprüngliche Architektur zurückversetzt wurde; die Renovierung schuf in seinem Inneren auch Platz für Kakteenhäuser. Daneben haben die Planchon-Häuser fünf Kapellen, die größte den südamerikanischen Pflanzen gewidmet, und das Harant-Haus beherbergt tropische Sträucher. Insgesamt verfügt der Garten über etwa 688 m² Gewächshausfläche, und die Quellen weichen bei den Daten und beim Schicksal der Planchon-Häuser voneinander ab.
Pflanzensammlungen
Das Martins-Gewächshaus beherbergt eine der bedeutenden französischen Sammlungen von Kakteen und Sukkulenten: Dreizehn Biotope werden gezeigt, mit etwa 500 Arten aus 130 Gattungen und rund dreißig Familien, überwiegend Kakteen. Der Garten zieht seit 2011 etwa 400 Sukkulentenarten, für Pflanzen der Wüsten der Welt.
Die anderen Häuser beherbergen Farne, Bromelien und Orchideen aus Französisch-Guayana sowie tropische Sträucher; insgesamt wachsen rund 1.000 Arten unter Glas, von knapp 2.700 im gesamten Garten. Im Freien bewahrt der Garten ein Arboretum des 19. Jahrhunderts und das Lotosbecken, ein Symbol des Gartens, in dem unter dem Direktor Raffeneau-Delile der Heilige Lotos eingeführt wurde. Die Palmen sind nach den Schäden, die 2006 die Argentine palm moth verursachte, auf etwa dreißig Arten zurückgegangen.
Besuch
Die Gewächshäuser stehen im Jardin des plantes, an der rue Auguste-Broussonet, nahe dem Zentrum von Montpellier. Der Garten, etwa 4,5 Hektar groß, steht Einzelbesuchern offen; der Zugang zum Martins-Gewächshaus soll auf bestimmte Tage beschränkt sein und ist vor dem Besuch bei der Universität zu prüfen. Es sind ein bis zwei Stunden einzuplanen.
Der Besuch lässt sich mit dem Lotosbecken, den Norias, dem Astronomiepavillon und dem Institut de botanique von 1959 von Jean de Richemond verbinden, das im Norden an den Garten grenzt.
43.61° N, 3.87° E
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Quellen (8)
- culture.gouv.fr/content/download/203698/file/Duo_Jardin_des_plantes_2019_01.pdf
- pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00103773
- fr.wikipedia.org/wiki/Jardin_des_plantes_de_Montpellier
- en.wikipedia.org/wiki/Jardin_des_plantes_de_Montpellier
- umontpellier.fr/en/universite/patrimoine/jardin-des-plantes
- musee.info/Le-jardin-des-plantes
- parcsetjardins.fr/jardins/1048-jardin-des-plantes-de-montpellier
- jardinez.com/Parcs-Jardin-des-Plantes-de-Montpellier_fr_481
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