Gewächshäuser des Jardin des plantes de Rouen (Zentralgewächshaus von 1842)
Rouen, Normandie

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1839–1842
- Architekt
- Unbekannt (Zentralgewächshaus); Renovierung 2019: MVT Architectes
- Stil
- Neoklassizistische Häuser aus Gusseisen, Schmiedeeisen und Glas mit zentralem Pavillon und Seitenflügeln
- Abmessungen
- Rund 4.000 m² Gewächshäuser im gesamten Garten; Zentralhaus 85 m² mit zwei Flügeln von je 40 m²
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet; Gewächshäuser renoviert und im Mai 2019 wiedereröffnet
Am Ende der langen Sichtachse des Jardin des plantes von Rouen steht das Zentralgewächshaus, 1839–1842 aus Gusseisen, Schmiedeeisen und Glas erbaut, mit kannelierten Säulen und ionischen Kapitellen. Am 15. Januar 1975 als historisches Denkmal eingetragen und 1999 restauriert, ist es eines der ältesten Gewächshäuser dieser Art in Frankreich. Ergänzt wird es durch eine Gruppe von sieben Häusern aus den Jahren 1883–1884, darunter ein Palmarium, sowie durch Tropenhäuser von 1936–1938, die aus Canteleu hierher gebracht wurden. Fünfzehn Gewächshäuser wurden für 2,2 Millionen Euro renoviert und am 18. Mai 2019 wiedereröffnet.
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Geschichte
Der Standort des Jardin des plantes von Rouen war zunächst ein Lustgarten: Louis de Carel ließ dort Ende des 17. Jahrhunderts einen Pavillon bauen, und das Anwesen wurde später zum Trianon. 1832 kaufte die Stadt es, um ihren botanischen Garten dorthin zu verlegen; die Pläne wurden 1836 genehmigt, und der Garten wurde 1840 für die Öffentlichkeit geöffnet. Das große Zentralgewächshaus, 1842 fertiggestellt, ist das Hauptelement dieses Programms. Die Quellen schwanken für sein Datum zwischen 1837 und 1839–1842, und keine der eingesehenen Seiten nennt einen Entwerfer.
Der Garten wuchs dann weiter: Sieben Häuser, darunter ein Palmarium-Haus, wurden 1883–1884 gebaut und 1885 eingeweiht; sie wurden 1957 verändert. Die Tropenhäuser kamen 1936, als Madame Le Prévost de la Moissonnière der Stadt drei Gewächshäuser schenkte, die in Canteleu gestanden hatten, zusammen mit der Orchideensammlung von Eugène Boullet. Sie wurden 1971 erweitert und 1985 verändert. Das Zentralgewächshaus wurde am 15. Januar 1975 in das Zusatzinventar der historischen Denkmäler eingetragen und 1999 restauriert.
In den 2010er-Jahren erforderte der Zustand des Ganzen, in dem Asbest und Bleifarbe gefunden wurden, eine Renovierung, deren Programm 2016 vorgestellt wurde. Die Arbeiten, MVT Architectes anvertraut, umfassten fünfzehn Gewächshäuser, dauerten mehr als ein Jahr und kosteten rund 2,2 Millionen Euro, darunter 100.000 Euro an Spenden von Privatpersonen. Die Gewächshäuser wurden am 18. Mai 2019 für die Öffentlichkeit wiedereröffnet; Wikipedia datiert den Wiederaufbau auf 2020.
Architektur und Ingenieurbau
Das Zentralgewächshaus ist ein zentraler Pavillon mit senkrechten Fassaden, die in horizontale Register gegliedert sind, flankiert von Seitenflügeln. Es ist aus Gusseisen, Schmiedeeisen und Glas gebaut; kannelierte Säulen, die zugleich als Regenfallrohre dienen, tragen ionische Kapitelle, und die gemauerte Rückwand ist im Stil von Felsenwerk gestaltet. Der Eintrag im Denkmalverzeichnis ordnet es der Gusseisen-und-Glas-Architektur des 19. Jahrhunderts zu. Der zentrale Pavillon bedeckt laut dem Renovierungsprogramm von 2016 85 m² und jeder Flügel etwa 40 m².
Die sieben Häuser von 1883–1884 bilden eine größere Gruppe, mit einem Palmarium, dem größten und höchsten von ihnen. Die Tropenhäuser von 1936, teils aus Canteleu, wurden 1971 und 1985 verändert. Das Renovierungsprogramm sah vor, die Temperatur des Zentralgewächshauses, früher 19–22 °C, auf mindestens 12 °C zu senken, um den Erhalt der Bausubstanz mit den Bedürfnissen der Pflanzen in Einklang zu bringen; eine Heizkostenersparnis von etwa 50.000 Euro im Jahr bzw. 20 % wurde angekündigt. Der Garten insgesamt verfügt heute über etwa 4.000 m² Gewächshausfläche.
Pflanzensammlungen
Das Zentralgewächshaus, das den Spitznamen „Uhrengewächshaus“ trägt, zeigt Nutzpflanzen; je nach Präsentation beherbergt es auch Pflanzen arider Umgebungen, nützliche Mittelmeerarten und fleischfressende Pflanzen. Seine Seitenpavillons beherbergen laut den Quellen auf der einen Seite Sukkulenten und Xerophyten und auf der anderen fleischfressende Pflanzen und mediterrane Heilpflanzen.
Die sieben Tropenhäuser vereinen Zierpflanzen, viele Lianen, Orchideen und Wasserpflanzen; das Palmarium ist das größte und höchste. Die Orangerie von 1895–1896 mit 874 m² nimmt über den Winter Palmen in Kübeln (Phoenix, Chamaerops) und Zitruspflanzen auf und am letzten Maiwochenende die Schau „Graines de Jardin“. Außerhalb der Gewächshäuser pflegt der Garten eine Sammlung von knapp 1.000 Fuchsienarten und -sorten, als nationale Sammlung ausgezeichnet.
Besuch
Die Gewächshäuser stehen im Jardin des plantes von Rouen, an der avenue des Martyrs-de-la-Résistance, im Süden der Stadt. Das Zentralgewächshaus schließt die große Perspektive des Gartens ab. Für die Gewächshäuser ist eine Stunde und für den Garten sind zwei einzuplanen, wobei man beim Rosengarten, bei der Orangerie und bei den Volieren verweilen kann.
Das späte Frühjahr ist eine gute Zeit, mit der Schau „Graines de Jardin“ in der Orangerie. Der Besuch lässt sich auf den Rosengarten ausdehnen, der Rosen normannischer Züchter zeigt; der Zugang zu den Gewächshäusern sollte vor der Anreise bei der Stadt erfragt werden.
49.42° N, 1.08° E
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Quellen (8)
- rouen.fr/jardindesplantes
- pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00100921
- fr.wikipedia.org/wiki/Jardin_des_plantes_de_Rouen
- rouen.fr/sites/default/files/cm/2017-04-03/7-1ann3.pdf
- lapostegroupe.com/fr/hot-article/les-serres-de-rouen-retrouvent-leur-lustre-d-antan
- tendanceouest.com/actualite-295843-rouen-la-renovation-des-serres-du-jardin-des-plantes-de
- jardinsdefrance.org/les-tresors-du-jardins-des-plantes-de-rouen/
- jardinez.com/Parcs-Jardin-des-Plantes_fr_166
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