Afrykarium, Zoo Wrocław (Afrykarium-Oceanarium)
Wrocław, Niederschlesien

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 2012–2014
- Architekt
- Mariusz und Dorota Szlachcic (ArC2 Fabryka Projektowa)
- Stil
- Zeitgenössisch; Stahlbeton, schwarze Verbundschalen, ETFE-Kissendach
- Abmessungen
- 160 × 54 m; 9.245 m² Nutzfläche (4.600 m² laut einer anderen Quelle)
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Das am 26. Oktober 2014 im Zoo Wrocław eröffnete Afrykarium ist ein 160 Meter langer Komplex, der den Wasser- und Feuchtgebietslebensräumen Afrikas gewidmet ist und von Mariusz und Dorota Szlachcic entworfen wurde. Seine Stahlbetonstruktur, mit schwarzen Schalen verkleidet, ist mit ETFE-Kissen überdacht, die das ultraviolette Licht durchlassen, das tropische Pflanzen brauchen. Neunzehn Becken führen vom Roten Meer über die Straße von Mosambik bis in den Dschungel des Kongo, wo Manatis, Krokodile und frei fliegende Vögel inmitten üppiger Vegetation leben.
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Geschichte
Das Afrykarium ging aus einem Architekturwettbewerb hervor, den der Zoo Wrocław 2008 ausschrieb und der das Projekt in Auftrag gab. Entworfen wurde es 2008–2009 von Mariusz und Dorota Szlachcic vom Büro ArC2 Fabryka Projektowa, mit dem Ingenieur Maciej Minch (VegaCAD) für das Tragwerk, und vom Bauunternehmen PB Inter-System errichtet. Die Arbeiten begannen Anfang 2012 und wurden im Oktober 2014 abgeschlossen; der Komplex wurde am 26. Oktober 2014 eröffnet. Die Kosten werden von der polnischen Wikipedia mit 220 Millionen Złoty angegeben, von der Zeitschrift Architektura-Murator mit 240 Millionen.
Die Architekten stellten das Gebäude bewusst in die Geschichte der Stadt: Seine Stahlbetonstruktur und die großen äußeren Verbundschalen waren als Antwort des 21. Jahrhunderts auf Max Bergs bahnbrechende Konstruktion der Jahrhunderthalle neben dem Zoo gedacht. Das Gebäude ist als Abfolge afrikanischer Lebensräume gegliedert, die durch einen einzigen Rundweg verbunden sind, vom Roten Meer bis zum Kongo-Dschungel. Einige Jahre später entwarf dieselbe Architektin, Dorota Szlachcic, das Orientarium im Zoo Łódź, das 2022 eröffnet wurde, einen weiteren großen Zoopavillon mit einem Dach aus ETFE-Kissen.


Architektur und Ingenieurbau
Das Afrykarium ist ein langer schwarzer Baukörper von 160 Metern mal knapp 54, dessen Höhe von 15 auf 12 Meter abfällt. Seine Stahlbetonstruktur ist von großen Verbundschalen umhüllt, die mit schwarzem Corian verkleidet sind. Am Eingang kragt ein 72 Meter langes Vordach aus Betonrahmen, die an skulpturalen zweiarmigen Stützen hängen, 13 Meter weit unter einem farbigen, beleuchteten Mosaikschild aus. Architektura-Murator nennt eine Nutzfläche von 9.245 m², eine überbaute Fläche von 8.373 m² und ein Volumen von 184.271 m³; die polnische Wikipedia gibt eine Fläche von 4.600 m² an.
Das Dach ist mit Kissen aus ETFE-Folie gedeckt, die ultraviolettes Licht durchlassen und so das Wachstum tropischer Pflanzen im Innern ermöglichen. Jeder Lebensraum hat eigene Temperatur- und Feuchtigkeitswerte, bis zu 90 %. Unter dem gesamten Gebäude versorgt auf über 9.000 m² eine vollständige Wasseraufbereitungsanlage, die an ein Lebenserhaltungssystem angeschlossen ist, neunzehn Becken mit je nach Quelle 15 bis 17 Millionen Litern.


Pflanzensammlungen
Der Rundweg führt durch eine Folge afrikanischer Lebensräume. Der Strand und das Korallenriff des Roten Meeres füllen ein Becken von 900 m³; Ostafrika zeigt Nilpferde in einem gleich großen Becken, dazu Fische aus dem Malawisee und dem Tanganjikasee; die Straße von Mosambik beherbergt Rochen und Haie in einem Becken von 3.100 m³.
Der Kongo-Dschungel, der feuchteste Teil des Gebäudes, vereint Manatis (1.250 m³), Nilkrokodile, Otter und frei fliegende Vögel wie Kronenkraniche, Heilige Ibisse, Nashornvögel und Klunkerkraniche. Dichte Vegetation, die man von hängenden Stegen und einer Aussichtsplattform aus betrachtet, erinnert an den äquatorialen Wald. Draußen ist die Küste Namibias durch Becken für Pelzrobben (3.600 m³) und Brillenpinguine (2.460 m³) vertreten. Insgesamt leben mehrere tausend Tiere von etwa hundert Arten in dem Komplex.


Besuch
Das Afrykarium steht auf dem Gelände des Zoos Wrocław. Der Rundgang im Innern, der Becken, Holzbrücken und Stege durch die Bäume aneinanderreiht, dauert mindestens anderthalb Stunden, an stark besuchten Tagen länger. Da er vollständig überdacht ist, eignet er sich für Regentage und Winterbesuche, denn der Dschungel bleibt das ganze Jahr über warm und feucht. Max Bergs Jahrhunderthalle neben dem Zoo erweitert den Besuch für Architekturinteressierte, und die Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Wrocław runden eine Route zum Thema Pflanzen ab.
51.10° N, 17.07° E
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