Gewächshäuser des Botanischen Gartens Erlangen
Erlangen, Bayern

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1964
- Stil
- Gruppe von Schaugewächshäusern der 1960er Jahre
- Abmessungen
- Rund 1.510 m² laut Wikipedia, rund 1.700 m² in anderen Quellen
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Der Botanische Garten der Universität Erlangen-Nürnberg nimmt seit 1826 die Nordseite des Schlossgartens ein. Seine Gewächshäuser aus dem 19. Jahrhundert, einige davon mit Thermosiphon beheizt, wurden in den frühen 1960er Jahren vollständig durch die heutige Anlage ersetzt, die 1964 eröffnet wurde und etwa ein Zehntel des Gartens bedeckt. Um ein großes zentrales Haus für Tieflandregenwald liegen ein Bergregenwaldhaus, drei kleine Häuser für Mangroven, Nutzpflanzen und Epiphyten, Sukkulentenhäuser, ein Alpenhaus und ein Kanarenhaus.
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Geschichte
Der Botanische Garten Erlangen beansprucht eine lange Ahnenreihe, die bis zum 1626 in Altdorf gegründeten Medizinischen Garten der Universität Nürnberg zurückreicht. In Erlangen selbst wurde 1747 vor dem Nürnberger Tor ein erster Botanischer Garten angelegt, kurz nach der Gründung der Universität 1743; er bestand bis 1825. Der heutige Garten entstand 1826 an der Nordseite des Schlossgartens.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts besaß der Garten laut der deutschsprachigen Wikipedia bereits fünf frei stehende Gewächshäuser, einige davon mit Thermosiphonheizung. 1892 entstand mitten im Garten ein Gebäude für das Botanische Institut; seit 1993 wird es vom Virologischen Institut genutzt.
Die alten Gewächshäuser wurden Anfang der 1960er Jahre vollständig neu gebaut: Wikipedia datiert die Arbeiten auf 1961–1963 und gibt an, dass die Grundfläche der Gewächshäuser damit auf 1.510 m² stieg, während die Website des Gartens selbst 1964 als Eröffnungsjahr der heutigen Anlage nennt. Weitere Ergänzungen folgten, darunter ein 90 m² großes Haus für Pflanzen der Kanarischen Inseln, das 1998 gebaut wurde. Der Garten gehört heute zur Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Architektur und Ingenieurbau
Der Garten umfasst etwa zwei Hektar, von denen rund ein Zehntel auf die Gewächshäuser entfällt. Wikipedia nennt für diese eine Fläche von 1.510 m², andere Beschreibungen etwa 1.700 m²; der Unterschied könnte auf Ergänzungen nach den 1960er Jahren wie das Kanarenhaus von 1998 zurückgehen. In den eingesehenen Quellen wird kein Architekt genannt.
Der Tropenkomplex ordnet sich um seinen größten Raum in der Mitte, der dem Tieflandregenwald gewidmet ist. Im Norden bildet ein kühleres, feuchteres Haus die Bedingungen des Bergregenwalds nach. Im Süden widmen sich drei kleinere Häuser jeweils einem einzigen Thema: Mangroven, tropischen Nutzpflanzen und Epiphyten. Weitere Häuser beherbergen Sukkulenten, Hochgebirgspflanzen der Mittelmeergebirge (das Alpinenhaus), die Flora der Kanarischen Inseln und einen Farnwald. Becken mit tropischen Seerosen runden die Anlage ab.
Pflanzensammlungen
Erlangens Gewächshäuser zeigen Pflanzen tropischer Tiefland- und Bergregenwälder, tropische Nutzpflanzen, Epiphyten und typische Vertreter der Mangrovenvegetation. Im Bergregenwaldhaus gedeihen Farne, Baumfarne und Palmfarne in einem kühleren, feuchten Klima, und ein Farnwaldhaus führt dasselbe Thema weiter. Die tropischen Becken zeigen Seerosen warmer Regionen.
Die Sukkulentenhäuser versammeln Pflanzen der Wüsten und Halbwüsten, darunter viele Kakteen. Das Kanarenhaus zeigt Pflanzen der Regionen mit Mittelmeerklima und der makaronesischen Inseln, das Alpinenhaus Hochgebirgspflanzen der Mittelmeergebirge. Auch Orchideen sind in den Tropenhäusern vertreten.
Besuch
Der Garten liegt an der Loschgestraße, an der Nordseite des Schlossgartens im Zentrum von Erlangen. Von März bis November bietet er Führungen an, einige davon kostenlos und für alle offen, dazu Programme für Schulklassen. Für die Gewächshäuser genügt eine Stunde; im Winter sind sie ein angenehmer Abstecher, wenn die warmen tropischen Räume mit den kahlen Beeten draußen kontrastieren. Der Spaziergang führt weiter in den Schlossgarten, in dem die barocke Orangerie von 1705–1706 steht, deren Mittelsaal von zwei Viertelkreisflügeln eingefasst wird.
49.60° N, 11.01° E
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