🇩🇪Deutschland·Für die Öffentlichkeit geöffnet

Schaugewächshäuser, Botanischer Garten Freiburg

Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg

Schaugewächshäuser, Botanischer Garten Freiburg, Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg
Foto : pictures Jettcom — CC BY 3.0

Quellen geprüft im Oktober 2026

„Das Französisch-Guayana-Haus, ab 2018 im ehemaligen Subtropenhaus eingerichtet, bildet eine Gezeitenmangrove samt Schlammspringern nach.“
Jahr
1970–1972
Architekt
Renovierung 2010: Eisenberg-Rummel Architekten
Stil
Moderne Universitätsgewächshäuser mit Satteldach, 2010–2016 renoviert
Abmessungen
4 Schauhäuser, insgesamt 910 m²
Status
Für die Öffentlichkeit geöffnet

Die Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Freiburg stehen im Stadtteil Herdern, wohin der Garten 1914 umzog und 1915 seine ersten Gewächshäuser fertigstellte. Bei den Luftangriffen von 1944 zerstört, nach dem Krieg wiederaufgebaut und 1970–1972 ersetzt, bilden sie heute vier Themenhäuser auf 910 m²: ein Tropenhaus, ein Farnhaus, ein Sukkulentenhaus und ein Französisch-Guayana-Haus. Letzteres, ab 2018 im ehemaligen Subtropenhaus eingerichtet, vereint wild gesammelte Pflanzen, eine Gezeitenmangrove, Frösche und Schlammspringer.

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Im Detail ≈ 2 Min. Lesezeit

Geschichte

Der 1620 gegründete Botanische Garten Freiburg gehört zu den ältesten Deutschlands und zog mehrmals um, bevor er seinen heutigen Standort erreichte. Der zweite Garten, südlich der Dreisam, erhielt 1827–1828 seine ersten Gewächshäuser, und der dritte, in Neuburg, bekam 1880–1882 Gewächshäuser, die als modern beschrieben wurden.

Nachdem unter Friedrich Oltmanns ein neues Institut gebaut worden war, zog der Garten in die Schänzlestraße im Stadtteil Herdern: Seine Gewächshausanlage wurde 1915 und die Freilandbeete 1920 fertiggestellt. Luftangriffe zerstörten 1944 einen Großteil des Gartens, und die Gewächshäuser und das Gelände wurden zwischen 1946 und 1955 wiederaufgebaut.

1970–1972 entstanden neue Gewächshäuser und ein Betriebsgebäude. Neue Anzuchthäuser und ein Eingang folgten 2004–2005, und die Schaugewächshausanlage wurde 2010–2011 und erneut 2016 saniert. Ab 2018 wurde das frühere Subtropenhaus in ein Französisch-Guayana-Haus umgewandelt, dessen offizielle Eröffnung für Juni 2020 zum 400-jährigen Jubiläum des Gartens geplant war.

Schaugewächshäuser, Botanischer Garten Freiburg, Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg — March Spring Botanischer Garten Freiburg - Master Botany Photography 2013
March Spring Botanischer Garten Freiburg - Master Botany Photography 2013 · pictures Jettcom — CC BY 3.0
Schaugewächshäuser, Botanischer Garten Freiburg, Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg — April Botanic Garden Freiburg - Master Botany Photography 2014
April Botanic Garden Freiburg - Master Botany Photography 2014 · pictures Jettcom — CC BY 3.0

Architektur und Ingenieurbau

Der Garten hat vier thematische Schaugewächshäuser mit einer Gesamtfläche von 910 m², dazu ein Kalthaus; Wikipedia nennt etwa 900 m². Laut der früheren Gewächshausseite des Gartens misst das Farnhaus 265 m², das Tropenhaus 375 m² bei 16 m Höhe, das Französisch-Guayana-Haus 170 m² bei 14 m Höhe und das Sukkulentenhaus 100 m².

OpenStreetMap verzeichnet eine energetische Sanierung im Jahr 2010 durch das Freiburger Büro Eisenberg-Rummel; der Garten selbst datiert diese Kampagne auf 2010–2011, gefolgt von einer weiteren im Jahr 2016.

Der Umbau des früheren Subtropenhauses zum Französisch-Guayana-Haus brachte moderne Technik: verborgene Wassertanks, neue Verglasung und Belüftung durch Ventilatoren und Sprühnebeldüsen. Das Haus wird bei etwa 26 °C und einer Luftfeuchtigkeit von rund 70 Prozent gehalten. Es enthält ein Mangrovenbecken mit Gezeitensystem, zwei Sumpfbecken, eine Waldzone, eine Lichtung, eine Savannen- und Küstenzone sowie einen Bereich für Brandrodungskulturen.

Pflanzensammlungen

Der Garten kultiviert rund 6.000 Pflanzenarten aus aller Welt; unter Glas sind sie auf die Tropen, Farne und Sukkulenten verteilt, dazu ein Bereich für Orchideen und Bromelien.

Das Französisch-Guayana-Haus fällt durch seinen geografischen Ansatz auf: Statt eines tropischen Allerleis zeigt es die Flora eines begrenzten Gebiets von Französisch-Guayana, Suriname und Guyana, mit Pflanzen, die größtenteils in jener Region wild gesammelt und durch einige aus anderen Botanischen Gärten ergänzt wurden. Im Frühjahr 2018 bepflanzt, war es anderthalb Jahre später zu einem dichten Dschungel geworden. Zu seinen Pflanzen gehören Helikonien, Ameisenbäume, Fächerpalmen, Mimosen und Mangrovenarten. Auch Tiere leben dort: Pfeilgiftfrösche, die in diesem Umfeld als harmlos beschrieben werden, und Schlammspringer, amphibische Fische, die im Mangrovenbecken zu beobachten sind.

Besuch

Der Garten liegt im Stadtteil Herdern nördlich des Stadtzentrums, zwischen den Haltestellen Hauptstraße und Okenstraße der Straßenbahnlinie 3. Die Gewächshäuser sind nur an einem Teil des Tages und nicht jeden Tag geöffnet, sodass sich vor einem Besuch eine Nachfrage lohnt. Die Besichtigung erfolgt auf eigene Faust, mit Informationstafeln und Lehrpfaden; eine Stunde genügt für die vier Häuser. Taschen und Rucksäcke sind im Französisch-Guayana-Haus nicht erlaubt, um zu verhindern, dass Tiere hinausgetragen werden. Im Freien bildet der Garten alpine Lebensräume, Dünen, Heide, Sümpfe und Moore nach.

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48.01° N, 7.86° E

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Quellen (5)

  1. uni-freiburg.de/botanischer-garten/
  2. uni-freiburg.de/botanischer-garten/geschichte-des-botanischen-gartens-freiburg/
  3. de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Freiburg
  4. chilli-freiburg.de/specials/freizeit-in-der-region/den-tropen-so-nah-ausflug-in-den-botani
  5. openstreetmap.org/way/146237291
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