Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Graz
Graz, Steiermark

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1889 / 1995
- Architekt
- Volker Giencke (Häuser von 1995); Ignaz Gridl, Erbauer (Gewächshaus von 1889)
- Stil
- Parabolische Zylinder aus Aluminium und Acryl (1995); Eisenbau-Gewächshaus (1889)
- Abmessungen
- Vier Klimahäuser (1995); historisches Gewächshaus mit etwa 530 m² Nutzfläche
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet; historisches Gewächshaus 2020–2021 restauriert (Vorträge und Forschung)
Der 1888–1889 in der Schubertstraße angelegte Botanische Garten der Universität Graz besitzt zwei Generationen von Gewächshäusern. Volker Giencke, Gewinner des Wettbewerbs von 1982, entwarf die im Juni 1995 eröffneten Häuser: einander durchdringende parabolische Zylinder aus Aluminiumbögen und gebogenen Acrylplatten, die vier Klimate beherbergen, von tropisch bis sukkulent. Daneben steht das 1889 von Ignaz Gridls Wiener Eisenwerk gelieferte Gewächshaus, 2008 unter Denkmalschutz gestellt und 2020–2021 für Forschung, Lehre und Universitätsveranstaltungen restauriert.
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Geschichte
Der Grazer Botanische Garten geht auf das Jahr 1811 zurück, als Erzherzog Johann ihn in seine Pläne für das Joanneum aufnahm und ihm drei Aufgaben zuwies: die Lehre, die „Kunst der Pflanzenpflege“ und die Verbreitung von Nutzpflanzen. Zuerst im Joanneumsgarten zwischen der heutigen Landesbibliothek und der Alten Galerie angelegt, umfasste er 1843 laut einer Zählung von Professor Franz Xaver Unger etwa 8.000 Arten.
Das Wachstum der Stadt im Gebiet zwischen Neutorgasse und Raubergasse erzwang später einen Umzug. 1874 wurde ein Grundstück in der Schubertstraße gekauft, 1887 wurde das Vorhaben genehmigt, und der neue Garten wurde 1888–1889 angelegt und bepflanzt, mit dem Professor für systematische Botanik Gottlieb Haberlandt als erstem Direktor. Das 1889 vom Wiener Eisenwerk Ignaz Gridls errichtete Gewächshaus, einer Firma, die in der gesamten österreichischen Monarchie baute, gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Universität.
1982 gewann der Architekt Volker Giencke den Wettbewerb für neue Gewächshäuser; die Arbeiten begannen 1989, und sie wurden am 25. Juni 1995 eröffnet. Das alte, bis dahin genutzte Gewächshaus wurde 2008 unter Denkmalschutz gestellt, stand aber bis 2020 leer. Seine Eigentümerin, die Bundesimmobiliengesellschaft, ließ es ab Juni 2020 für 3,8 Millionen Euro restaurieren, von denen 720.000 von der Stadt Graz und dem Land Steiermark stammten; im September 2021 wurde es offiziell wiedereröffnet.


Architektur und Ingenieurbau
Giencke, ein für seine Arbeit mit Glas bekannter Architekt, wandte sich vom Modell des Palmenhauses mit Kuppel ab. Sein Entwurf besteht aus drei geneigten parabolischen Zylindern, die einander durchdringen: Das Tragwerk besteht aus parabolischen Aluminiumbögen und die Haut aus gebogenen Acrylplatten, denen der Eintrag im Austria-Forum einen Lichtausnutzungsgrad von 98 Prozent zuschreibt. Im Inneren werden vier Klimazonen simuliert, von 8 bis 24 °C und von 50 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit; eine integrierte Warmwasserheizung und eine Kühlanlage regulieren die Bedingungen, und Holzstege und Brücken führen die Besucher durch die Pflanzungen.
Das historische Gewächshaus folgt einer anderen Logik: eine schlichte Ingenieurkonstruktion, bei der die Forschung wichtiger war als die Schau. Es gliedert sich in fünf Teile, mit dem Palmen- oder Tropenhaus als Herzstück in der Mitte. Bei der Restaurierung wurde sein Stahlbau im ursprünglichen Grün von 1889 neu gestrichen. Rund 530 m² stehen nun für wissenschaftliche und öffentliche Nutzung zur Verfügung: Das Mittelhaus dient als stufenlos zugänglicher Vortrags- und Versammlungssaal, während die Flügel für Vermehrung und Versuchspflanzen genutzt werden.
Pflanzensammlungen
Jedes der vier Häuser von 1995 steht für ein Klima. Das Tropen- oder Warmhaus beherbergt tropische Nutzpflanzen, Orchideen und Mangrovenarten. Das Kalthaus ist mediterraner Vegetation gewidmet, einschließlich Zitrusgewächsen und Eukalyptus. Das temperierte Haus zeigt Pflanzen aus Südamerika und Australien, und das Sukkulentenhaus versammelt Kakteen und andere an Trockenheit angepasste Arten.
Im Freien bietet der Garten ein Alpinum, mediterrane und eurasische Pflanzungen, Beete mit Heilpflanzen und ein Arboretum alter Bäume. Ein 1985 südwestlich des Botanischen Instituts erworbenes Grundstück brachte einen Teich, einen Farnhügel und eine Sammlung der Rosengewächse (Rosaceae) hinzu, und 2006 wurde auf dem ehemaligen Gelände der Postvilla ein Bauerngarten angelegt. Im restaurierten historischen Gewächshaus beherbergen die beiden Flügel nun die Vermehrungs- und Versuchspflanzen der Botaniker der Universität.
Besuch
Der Garten liegt im Bezirk Geidorf, im Villenviertel von Graz, mit dem Eingang in der Schubertstraße. Gienckes Häuser erkundet man auf den Stegen, von einem Klima zum nächsten; eine Stunde genügt, um sie zusammen mit dem Garten im Freien zu sehen, länger für das Alpinum und das Arboretum. Im Winter, wenn die Beete draußen ruhen, bieten vor allem die beheizten Häuser Interessantes, während Frühling und Sommer den Sammlungen im Freien zugutekommen. Das 2021 wiedereröffnete historische Gewächshaus dient hauptsächlich für Vorträge, Unterricht, Universitätsveranstaltungen und Wissenschaftsvermittlung für Schulgruppen.
47.08° N, 15.46° E
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Quellen (6)
- uni-graz.at/de/neuigkeiten/neuer-glanz-1/
- uni-graz.at/en/news/neuer-glanz/
- de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_der_Universit%C3%A4t_Graz
- austria-forum.org/af/Heimatlexikon/Botanischer_Garten_Graz
- steirischemuseen.at/m/Museum/345/Botanischer%20Garten%20Graz
- steiermark.com/en/Region-Graz/Vacation-planning/Trip-destination/Botanical-Garden_isd_2668
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