Tropenhaus und Gewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Wien
Wien, Landstraße (3. Bezirk)

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1890–1893
- Stil
- Gewächshauskomplex des späten 19. Jahrhunderts, durch einen Versorgungstrakt verbunden
- Abmessungen
- 17 Gewächshäuser, ≈1.350 m² laut Garten (1.500 m² laut Wikipedia)
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (nur das Tropenhaus ist zugänglich)
1754 am Rennweg auf Betreiben Maria Theresias gegründet, erhielt der Botanische Garten der Universität Wien zwischen 1890 und 1893 unter der Leitung von Anton Kerner von Marilaun einen Gewächshauskomplex mit einem Tropenhaus. Die 17 Häuser, deren ursprüngliche Anordnung weitgehend erhalten ist, beherbergen rund 6.500 Arten und 17.000 Akzessionen für Forschung, Lehre und Naturschutz. Seit 1975 und erneut seit 1995 renoviert, ist der Komplex nur durch das zentrale Tropenhaus zu besichtigen, das seit 1995 öffentlich zugänglich ist, sowie durch zwei Fenster auf die Orchideen- und Kakteensammlungen.
Affiliate-Links – eine Buchung über Verrière trägt zur Finanzierung unserer Recherche bei, für Sie ohne Mehrkosten.
Geschichte
Der Garten entstand 1754 als Hortus Medicus: Auf Anregung ihres Leibarztes Gerard van Swieten ließ Maria Theresia am Rennweg Land ankaufen, und Robert Laugier legte ihn an, bevor er sein erster Direktor wurde. Unter Nikolaus Joseph von Jacquin, Direktor von 1768 bis 1796, umfasste er rund 8.000 Arten und wuchs auf etwa 7,8 Hektar. Der Durchbruch der Jacquingasse zwischen 1883 und 1890 verkleinerte ihn auf rund 6 Hektar.
Die heutige Gewächshausanlage einschließlich des Tropenhauses entstand zwischen 1890 und 1893 unter Anton Kerner von Marilaun, der den Garten von 1878 bis 1898 leitete; später kamen nur noch wenige einzelne Häuser hinzu. Im Zweiten Weltkrieg trug dem Garten seine Nähe zum Südbahnhof mehr als vierzig Bombentreffer ein, die den Abriss des botanischen Museums und das Fällen von über 200 Bäumen erzwangen; die Behebung der Schäden dauerte bis in die 1970er-Jahre.
Eine Generalsanierung des Instituts und der Gewächshäuser begann 1975. Als sie 1995 wieder aufgenommen wurde, wurde das Tropenhaus für die Öffentlichkeit geöffnet. Im März 2010 schloss die Universität den Garten an Wochenenden, um Personalkosten zu sparen, doch Firmensponsoring erlaubte die Wiedereröffnung im April. Seit Januar 2011 ist der Garten eine „Core Facility“ der Fakultät für Lebenswissenschaften.


Architektur und Ingenieurbau
Die Anlage umfasst 17 Gewächshäuser mit rund 1.350 m² laut der Website des Gartens oder 1.500 m² laut Wikipedia, dazu Büros und Arbeitsräume. Sie liegt nahe dem Haupteingang, und ihr Grundriss aus dem späten 19. Jahrhundert ist weitgehend unverändert erhalten.
Die Häuser werden bei unterschiedlichen Klimata betrieben: kalt, temperiert und warm, jeweils feucht, mäßig feucht oder trocken gehalten. Die östlichen Häuser beherbergen Bromelien, Orchideen und tropische Arten, während die westlichen den Pflanzen der trockenen Tropen, Kakteen und anderen Sukkulenten vorbehalten sind. Ein Gärtnertrakt verbindet die Gewächshäuser, sodass Pflanzen in der kalten Jahreszeit gedeckt und ohne Schaden umgesetzt werden können.
Das Tropenhaus liegt im Herzen der Gruppe und ist der einzige für Besucher zugängliche Teil, wenngleich zwei Fenster Einblicke in die Orchideen- und Kakteensammlungen bieten. Nahe dem Eingang beherbergt ein Kalthaus im Winter die Kalthausgruppe; im Sommer geleert, dient es dann als Ausstellungsraum. Ein in den 1980er-Jahren errichtetes Versuchsgewächshaus vervollständigt die Forschungseinrichtungen.


Pflanzensammlungen
Die Gewächshäuser beherbergen den Kern der Sammlungen des Gartens: rund 6.500 Arten und 17.000 Akzessionen, mehr als die Hälfte aller am Standort kultivierten Arten. Sie dienen der Forschung, der universitären Lehre und dem Schutz gefährdeter Arten.
Seit den 1990er-Jahren wächst im Tropenhaus eine Aristolochia arborea, die aus Stecklingen des Botanischen Gartens Bogor gezogen wurde; ihre Blüten, die einen Pilz nachahmen, erscheinen fast jedes Jahr. Seit etwa 1950 hat der Garten eine Sammlung von Bulbophyllum-Orchideen aufgebaut, heute rund 400 Arten und 2.500 Pflanzen, die Wikipedia zu den bedeutendsten der Welt zählt; einige sind im Tropenhaus zu sehen, der Großteil in nicht öffentlichen Bereichen. Die Website des Gartens nennt unter den Gewächshauspflanzen außerdem Hoya und Freycinetia, Schwarzen Pfeffer (Piper nigrum), Vanille (Vanilla planifolia) und Dracontium pittieri. Am 29. Mai 2022 erreichte eine Titanenwurz die volle Blüte, und der Garten verlängerte für die beiden folgenden Tage seine Öffnungszeiten. Im Sommer werden die Kalthauspflanzen, Kakteen, Sukkulenten und Palmfarne im Freien ausgestellt.


Besuch
Der Garten liegt hinter dem Department für Botanik am Rennweg und grenzt an den Belvedere-Garten; die Gewächshausanlage befindet sich nahe dem Haupteingang. Das Tropenhaus selbst ist ein kurzer Besuch, doch der 8 Hektar große Garten mit seinen zehn Freiland-Schaugruppen und seinem Alpinum verdient ein bis zwei Stunden. Im Frühjahr füllt die Raritätenbörse, die jedes Jahr am dritten Aprilwochenende stattfindet, den Garten mit Ständen; der Sommer bringt kostenlose Führungen und Ausstellungen im Kalthaus. Ein Besuch lässt sich natürlich mit dem Belvedere und seinem benachbarten Alpengarten verbinden.
48.19° N, 16.38° E
Haben Sie ein gutes Foto dieses Gewächshauses? Für diese Seite vorschlagen →
Affiliate-Links – eine Buchung über Verrière trägt zur Finanzierung unserer Recherche bei, für Sie ohne Mehrkosten.