Burggarten Palmenhaus
Wien

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1902–1906
- Architekt
- Friedrich Ohmann
- Stil
- Jugendstil-Konstruktion aus Eisen und Glas
- Abmessungen
- ≈180 m lang, 28 m hoch, ≈2.050 m²
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Zwischen 1901 und 1905 vom Hofarchitekten Friedrich Ohmann an der Stelle eines älteren klassizistischen Glashauses erbaut, erstreckt es sich über 180 Meter am Rand des Wiener Burggartens. 1988 aus Sicherheitsgründen geschlossen, wurde es nach Arbeiten, die rund 13 Millionen Euro kosteten, restauriert und 1998 wiedereröffnet. Das Gebäude gliedert sich heute in drei Teile: ein Restaurant im Mittelteil, ein Schmetterlingshaus im linken Flügel und ein von den Österreichischen Bundesgärten betriebenes Glashaus im rechten Flügel.
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Geschichte
Der Burggarten entstand auf den Wiener Befestigungsanlagen, nachdem französische Truppen diese 1809 gesprengt hatten. Ab 1818 ließ Kaiser Franz I., selbst ein gelernter Gärtner, hinter der Augustinerbastei einen privaten Hofgarten anlegen, der vom Architekten Ludwig Gabriel von Remy und vom Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren entworfen wurde. Zwischen 1823 und 1826 errichtete Remy dort ein großes klassizistisches Glashaus, das sich an die Bastionsmauer lehnte und eng mit der Orangerie in Schönbrunn verwandt war. Bis 1834 umfasste die kaiserliche Sammlung mehr als 17.000 Pflanzen, darunter Arten aus Australien und vom Kap, insbesondere Pelargonien, sowie Palmen, Bromelien und Aronstabgewächse.
Die Erweiterung der Hofburg führte um 1900 zum Abriss dieses Glashauses. Der Hofarchitekt Friedrich Ohmann entwarf das neue Palmenhaus, das laut den Österreichischen Bundesgärten zwischen 1902 und 1906 errichtet wurde, auch wenn andere Quellen 1901–1905 angeben; die Bundesgärten feierten 2026 sein 120-jähriges Bestehen. Nach dem Ende der Monarchie wurde der Garten 1919 für die Öffentlichkeit geöffnet, und bis 1938 diente das Palmenhaus als Sitz und Ausstellungsraum der Künstlervereinigung Kunstgemeinschaft.
Da das Gebäude nicht mehr sicher war, wurde es 1988 geschlossen. Eine vollständige Restaurierung von 1996 bis 1998, die rund 13 Millionen Euro kostete, ermöglichte die Wiedereröffnung im Jahr 1998; der Raum wurde dabei neu aufgeteilt auf ein Restaurant, ein Schmetterlinghaus und ein Gewächshaus der Bundesgärten.


Architektur und Ingenieurbau
Das Palmenhaus ist eine von der Wiener Secession beeinflusste Eisen-Glas-Konstruktion, die sich entlang der ehemaligen Augustinerbastei erstreckt und den Garten von einer erhöhten Terrasse aus überblickt. Der deutschsprachige Referenzeintrag nennt als Länge 128 Meter, andere Quellen geben 180 Meter an; über eine Grundfläche von etwa 2.050 Quadratmetern sind sich alle einig.
Der Entwurf verbindet zwei lange verglaste Flügel mit einem höheren Mittelpavillon, der den größten Teil des Schmucks trägt. Der Bildhauer Josef Václav Myslbek schuf dessen Vasen, kranztragende Frauenfiguren und Putten; der englischsprachige Wikipedia-Eintrag schreibt auch Edmund Hellmer und Rudolf Weyr Bildhauerarbeiten zu.
Die Bundesgärten betonen die funktionale Verbindung von Architektur und Gartenbau an diesem Ort: Das Eisengerüst und die Verglasung verschaffen empfindlichen Pflanzen stabile Licht- und Klimabedingungen. Der ursprüngliche Schmuck blieb bei der Restaurierung der 1990er-Jahre erhalten.


Pflanzensammlungen
Das Gebäude erfüllt heute drei Zwecke. In dem von den Österreichischen Bundesgärten betriebenen Teil werden Kübel- und Zierpflanzen gezogen, alle aus den eigenen Gärtnereien der Gärten; darunter befinden sich etwa 70 Jahre alte Fischschwanzpalmen und historische Feigenbäume.
Das Schmetterlinghaus, 1990 auf Initiative des Unternehmers Stephen Fried im Sonnenuhrhaus in Schönbrunn gegründet, bezog laut seinen Betreibern 1997 einen Flügel des Palmenhauses. Auf rund 280 Quadratmetern leben bei etwa 26 °C und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit etwa vierzig Schmetterlingsarten, darunter der Atlasspinner und der Reispapierfalter oder die Weiße Baumnymphe (Idea leuconoe). Die Pflanzen werden danach ausgewählt, dass sie der Eiablage und der Ernährung der Raupen dienen: Hibiskus, Lantana, Bleiwurz, Bananen, Passionsblumen und Seidenpflanzen. Im Mittelpavillon befindet sich ein Restaurant.


Besuch
Das Palmenhaus säumt den Burggarten, eine öffentliche Grünanlage zwischen Hofburg, Albertina und Ringstraße im Herzen von Wien. Die Terrasse des Restaurants blickt auf Rasenflächen, auf denen das Sitzen erst seit 2007 erlaubt ist, nach mehr als einem halben Jahrhundert Verbot. Für das Schmetterlinghaus sollte man etwa eine halbe Stunde einplanen. Ein Spaziergang durch den Garten führt weiter zu Viktor Tilgners Mozart-Denkmal, das 1953 hierher versetzt wurde, zum Standbild Franz Josephs I. und zu Wiens ältestem Reiterdenkmal, Balthasar Ferdinand Molls Figur Kaiser Franz Stephans.
48.20° N, 16.37° E
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Quellen (7)
- bundesgaerten.at/service/news/hofburggaerten/2026/120-jahre-palmenhaus.html
- schmetterlinghaus.at/Schmetterlinghaus
- austria-forum.org/af/AustriaWiki/Palmenhaus_(Wien)
- austria-forum.org/af/AustriaWiki/Burggarten_(Wien)
- en.wikipedia.org/wiki/Palmenhaus_(Burggarten)
- schauvorbei.at/ausflugsziele/schmetterlingshaus-natuerliche-eleganz-erleben/
- openstreetmap.org/way/28798683
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