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Orang-Utan-Haus im Tierpark Hagenbeck

Hamburg, Stellingen

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Quellen geprüft im Oktober 2026

„Eine 32 m große Kuppel aus ETFE-Kissen, deren eine Hälfte sich in sieben Minuten öffnet, überdacht einen bepflanzten Sumatra-Regenwald für Orang-Utans.“
Jahr
2004
Architekt
PSP Architekten Ingenieure (Hamburg)
Stil
Überdachtes Außengehege unter einer Stahl-Rippennetzkuppel mit ETFE-Kissen, zur Hälfte beweglich
Abmessungen
Kuppel 32 m Durchmesser und 16 m hoch; Grundfläche etwa 1.000 m²
Status
Öffentlich zugänglich, mit Eintritt in den Tierpark Hagenbeck

Am 27. Mai 2004 im Tierpark Hagenbeck in Hamburg-Stellingen eröffnet, ist das Orang-Utan-Haus ein Außengehege unter einer halbkugelförmigen Kuppel von 32 m Durchmesser und 16 m Höhe. Ihr Stahl-Rippennetz ist mit ETFE-Kissen gefüllt, einem Fluorpolymer, das UV-Licht durchlässt; im Sommer öffnet sich die Hälfte der Kuppel in sieben Minuten, und der gesamte Raum wird im Winter beheizt. Darunter umgibt eine Bepflanzung, die sich am Regenwald Sumatras orientiert, die Sumatra-Orang-Utans und die Zwergotter. Die Besucher gehen im Gebäude, und Wasser und Felsen trennen sie von den Tieren, nicht Zäune.

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Route
Im Detail ≈ 3 Min. Lesezeit

Geschichte

Das Orang-Utan-Haus ersetzte ein in den 1960er-Jahren errichtetes Menschenaffenhaus. Laut dem Architekturbüro, das den Neubau entwarf, entsprach die alte Anlage weder den Anforderungen einer artgerechten Haltung noch den Erwartungen eines besser informierten Publikums. Daher beschloss der Tierpark Hagenbeck, der am 7. Mai 1907 in Stellingen eröffnet wurde, eine wegweisende Anlage für Orang-Utans zu bauen.

Die Quellen geben zwei Fassungen des Zeitplans. Die Website des Zoos spricht von mehr als zehn Jahren Planung und einem Jahr Bauzeit, während der vom Zoo verfasste Eintrag in ZooLex den Beginn der Planung auf Dezember 2001 und den Baubeginn auf September 2003 datiert. Das Gebäude wurde am 27. Mai 2004 eröffnet, wie ZooLex und BauNetz bestätigen; die damalige Gruppe, nach Angaben des Zoos elf Orang-Utans, erkundete ihre 5.280 m³ zum ersten Mal.

ZooLex nennt Kosten von 4,6 Millionen Euro einschließlich Planungshonorare; die Stadt Hamburg unterstützte den Bau, der Zoo trägt den Unterhalt. Die Website des Zoos nennt ebenfalls eine städtische Unterstützung von 4,6 Millionen Euro. Die Architektur stammt vom Hamburger Büro PSP (PSP Architekten Ingenieure in ZooLex und auf der Website des Büros, PSP Pysall, Stahrenberg und Partner in BauNetz). Die Kuppel lieferte Skyspan (Europe) GmbH, die Tragwerksberechnung übernahm Wetzel & von Seht, die technische Planung LMT Ingenieur und Planungs GmbH, die Landschaftsgestaltung Peter Plomin. 2004 zeichnete der Architekten- und Ingenieurverein Hamburg das Gebäude als „Bauwerk des Jahres“ aus. Keine der herangezogenen Quellen meldet spätere Veränderungen.

Architektur und Ingenieurbau

Das Gebäude besteht aus zwei Teilen: einem kreisrunden Sockel und einer Kuppel. Der Sockel, dessen Außenwand aus Stahlbeton die Lasten der Kuppel trägt, beherbergt die technischen Räume, die Futterküche, die Räume des Personals und die Tierställe. Die Architekten erklären, das Klima Hamburgs rechtfertige keine getrennten Außen- und Innengehege; daher wurde das Projekt als überdachtes Außengehege konzipiert.

Die halbkugelförmige Kuppel misst 32 m im Durchmesser und 16 m in der Höhe. Sie ist ein Stahl-Rippennetz, gefüllt mit mehrlagigen, luftgefüllten ETFE-Kissen statt mit Glas: Die Architekten betonen, dass dieses Fluorpolymer UV-Licht durchlässt, was das Wachstum der Pflanzen ermöglicht; die Beschattung entsteht durch ein silbernes Punktmuster, das auf die Folie aufgedruckt ist. ZooLex nennt außerdem gute Wärmedämmung, geringes Gewicht und einen Selbstreinigungseffekt. Die Hälfte der Kuppel ist beweglich; Öffnen oder Schließen per Motor dauert sieben Minuten. Im Sommer reguliert das Öffnen die Temperatur; im Winter wird die Kuppel geschlossen, und eine automatische Heizung hält die Temperaturen gleichmäßig.

Der den Tieren zugängliche Raum umfasst 5.280 m³. Gräben, Wasserflächen, Kunstfelsen aus Beton und Glasscheiben ersetzen Zäune; die Höhenunterschiede aus Betonfelsen und Erdaufschüttung tragen Treppen, ein Baumhaus und eine Hängebrücke.

Pflanzensammlungen

Im Gehege leben Sumatra-Orang-Utans, denen das Gebäude seinen Namen verdankt, sowie Zwergotter, die den Wassergraben neben dem Besucherbereich bewohnen. Der ZooLex-Eintrag (Dezember 2005) nannte 1 Männchen und 12 Weibchen mit Nachwuchs sowie ein Otterpaar; aktuelle Zahlen sind in den herangezogenen Quellen nicht enthalten. Die Startseite des Zoos, am 18. Oktober 2026 abgerufen, führt eine kommentierte Orang-Utan-Fütterung unter ihren geplanten Vorführungen auf.

Die Bepflanzung soll den Regenwald Sumatras nachbilden und die Umwelt der Tiere bereichern. Die Pflanzen sind für Tiere wie Besucher unerreichbar; der Zoo erwartete, dass sich die Kuppel nach und nach mit dichtem Laub füllt. Die Liste des ZooLex umfasst 26 Einträge. Sie nennt Palmen (Phoenix roebelinii, Washingtonia robusta), Cycas revoluta, Baumfarne darunter Cyathea australis sowie Monstera deliciosa, Medinilla magnifica, Ficus lyrata, Bambusa vulgaris, Pandanus veitchii und Passiflora quadrangularis. Auch Bäume gemäßigter Klimate kommen vor: Carpinus betulus, Catalpa bignonioides und Ailanthus altissima.

Besuch

Das Orang-Utan-Haus wird im Eintrittspreis des Tierparks Hagenbeck besucht. Laut ZooLex nähert man sich ihm über eine Hängebrücke oder einen gepflasterten Weg und passiert dann eine Terrasse und ein Eingangsgebäude im indonesischen Stil. Im Innern trennen nur Gräben, Wasser und Kunstfelsen die Menschen von den Tieren; ein Restaurant und eine erhöhte Plattform bieten Ausblicke auf Baumkronenhöhe, und eine Treppe führt zu einer zweiten Terrasse, von der aus man bei geöffneter Kuppel über das Gehege blickt. Das Innere ist rollstuhlgerecht.

Die Kuppel ist bei warmem Wetter geöffnet und im Winter geschlossen und beheizt, daher wechselt die Atmosphäre mit den Jahreszeiten. Der Zoo führt eine kommentierte Orang-Utan-Fütterung durch (Uhrzeiten auf der Startseite). Im selben Park rundet das Tropen-Aquarium (eröffnet 2007, über 8.000 m²) als eigenes Gebäude den Besuch ab.

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Quellen (9)

  1. hagenbeck.de/de/tierpark/tiere/tierwelten.php
  2. hagenbeck.de/de/
  3. zoolex.org/gallery/show/776/
  4. zoolex.org/gallery/show/777/
  5. zoolex.org/gallery/plants/777/
  6. arch-psp.de/project-de/orang-utan-haus
  7. baunetz.de/meldungen/Meldungen-Orang-Utan-Haus_in_Hamburg_eroeffnet_17003.html
  8. de.wikipedia.org/wiki/Tierpark_Hagenbeck
  9. openstreetmap.org/way/35560223
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