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Gewächshäuser und Victoriahaus des Botanischen Gartens der Universität Leipzig

Leipzig, Sachsen

Gewächshäuser und Victoriahaus des Botanischen Gartens der Universität Leipzig, Leipzig, Sachsen
Foto : Dguendel — CC BY 4.0

Quellen geprüft im Oktober 2026

„Sein Victoriahaus von 1876 ist das einzige original erhaltene Haus seiner Art in Deutschland und das drittälteste der fünf noch bestehenden.“
Jahr
1876; 1999–2000
Architekt
August Schenk und Gustav Müller (Victoriahaus)
Stil
Historisches Victoriahaus in Form einer achteckigen Pyramide; moderne Gewächshäuser
Abmessungen
Rund 2.400 m² unter Glas
Status
Für die Öffentlichkeit geöffnet

Der Botanische Garten der Universität Leipzig, oft als ältester Deutschlands bezeichnet, nimmt seinen Standort in der Linnéstraße seit 1877 ein. Seine Gewächshäuser, durch die Luftangriffe von 1943 und 1945 zerstört und danach wiederaufgebaut, wurden 1999–2000 vollständig durch fünf neue Häuser mit zusammen rund 2.400 m² ersetzt. Neben ihnen steht das Victoriahaus von 1876, entworfen von August Schenk und Gustav Müller und das letzte originale Haus seiner Art in Deutschland: Nach 1998 nach Süden versetzt, wurde es restauriert und im Juni 2018 wiedereröffnet.

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Im Detail ≈ 2 Min. Lesezeit

Geschichte

Die Anfänge des Gartens werden unterschiedlich datiert: Die englische Wikipedia führt ihn auf mindestens 1542 zurück, als ein Klostergarten in einen Arzneipflanzengarten umgewandelt wurde, während die deutsche Wikipedia 1580 nennt. Am alten Standort am Pleißemühlgraben wurden Gewächshäuser erst nach 1840 gebaut; bis 1857 lebten 4.500 der mehr als 10.000 kultivierten Arten unter Glas.

1876 wurde das Victoriahaus nach Plänen des Gartendirektors August Schenk und des Stadtbaurats Gustav Müller errichtet. Im folgenden Jahr zog der Garten in die Linnéstraße um, wo die Gewächshausfläche 1.232 m² erreichte, mehr als doppelt so viel wie am alten Standort. Die Luftangriffe vom 4. Dezember 1943 und 27. Februar 1945 verwüsteten die Häuser und hinterließen fünfzehn Bombentrichter; nur 26 Kalthauspflanzen überlebten. Bis 1954 waren alle Schauhäuser wiederhergestellt.

Von 1992 bis 2004 wurde der Garten vollständig erneuert: Am 25. Juli 1996 eröffnete ein Schmetterlingshaus, 1998 wurden die Gewächshäuser abgerissen, und 1999–2000 entstanden fünf neue. Das Victoriahaus blieb erhalten und wurde nach Süden versetzt, um etwa 30 m laut Universität und 25 m laut Presse. Nach einer zweijährigen Restaurierung, die zum Teil von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung finanziert wurde, öffnete es am 25. Juni 2018 wieder. 2019 wurde ein Forschungsgewächshaus für das Institut iDiv eingeweiht.

Architektur und Ingenieurbau

Das Victoriahaus ist ein Gewächshaustyp, der eigens für die tropische Riesenseerose entworfen wurde. Es hat die Form einer abgeflachten Pyramide auf achteckigem Grundriss, bekrönt von einem schirmartigen Dach. Laut der Leipziger Presse gab es in Deutschland einst etwa ein Dutzend solcher Häuser; von den fünf vergleichbaren Häusern, die weltweit erhalten sind, ist das Leipziger das drittälteste und das einzige noch original erhaltene in Deutschland. Ein Großteil seiner Bausubstanz stammt noch von 1876. Die 2018 abgeschlossene Restaurierung führte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) durch, die Planung leitete der Architekt Andreas Carl.

Die fünf Häuser von 1999–2000 bedecken zusammen etwa 2.400 m² und verteilen sich auf mehrere Klimazonen: Tropenhäuser, ein Mittelmeerhaus, ein Sukkulentenhaus und ein Mangrovenhaus. Keine der herangezogenen Quellen nennt ihre Abmessungen oder ihren Architekten.

Pflanzensammlungen

Die Tropenhäuser zeigen Arten tropischer Wälder von Südamerika bis Asien. Das Mittelmeerhaus versammelt Pflanzen aus Regionen mit Mittelmeerklima, das Sukkulentenhaus die Vegetation tropischer Halbwüsten und das Mangrovenhaus Arten, die am Wasserrand leben. Insgesamt beherbergen die Gewächshäuser subtropische und tropische Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, Afrika, Mittelamerika und Australien.

Das Victoriahaus beherbergt mehrere Seerosenarten. Die Verbindung zu Leipzig ist alt: Der Botaniker Eduard Friedrich Poeppig, der in der Stadt wirkte, beschrieb als Erster die amazonische Riesenseerose wissenschaftlich. Von den 26 Kalthauspflanzen, die den Krieg überlebten, werden ein Erdbeerbaum und ein Granatapfelbaum noch heute kultiviert.

Besuch

Der Garten, der von der Universität betrieben wird, liegt in der Linnéstraße 1. Seine 3,5 Hektar mit mehreren Tausend Arten im Freien und unter Glas lassen sich in ein bis zwei Stunden erkunden, Gewächshäuser eingeschlossen. Das 1996 eröffnete Schmetterlingshaus ergänzt die Gewächshäuser in den wärmeren Monaten, und das Victoriahaus sehen Sie am besten, wenn die Seerosen ihre großen Blätter entfaltet haben. An anderer Stelle der Stadt setzen der Zoo Leipzig und seine große Tropenhalle Gondwanaland das Thema der Tropen unter Glas fort.

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51.33° N, 12.39° E

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Quellen (5)

  1. lw.uni-leipzig.de/botanischer-garten/der-garten/gewaechshaeuser/das-victoriahaus
  2. l-iz.de/melder/wortmelder/2018/06/Ein-Kleinod-ist-zurueck-Victoriahaus-im-Botanischen-Gart
  3. de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_der_Universit%C3%A4t_Leipzig
  4. en.wikipedia.org/wiki/Leipzig_Botanical_Garden
  5. openstreetmap.org/way/190900955
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