Great Vine House, Hampton Court Palace
Hampton, London (Richmond upon Thames)

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1969 · Weinstock 1768 gepflanzt
- Stil
- Aluminium-Gewächshaus, das den Eisenrahmen eines Hauses aus dem frühen 20. Jahrhundert umschließt
- Abmessungen
- Weinstock 4 m Umfang am Stammfuß; längste Rute 36,5 bis 40 m je nach Quelle
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (Gärten von Hampton Court Palace)
In den Gärten von Hampton Court Palace misst ein 1768 unter der Leitung von Lancelot „Capability“ Brown gepflanzter Weinstock der Sorte ‚Schiava Grossa‘ oder ‚Black Hamburg‘, der aus einem Steckling von Valentines Mansion in Essex gezogen wurde, heute 4 Meter im Umfang am Stammfuß. Er wächst unter einem Aluminium-Gewächshaus von 1969, dem fünften oder sechsten an dieser Stelle, das über seinem Vorgänger errichtet wurde, weil sich der Weinstock in dessen Konstruktion verflochten hatte: Der Eisenrahmen des Hauses aus dem frühen 20. Jahrhundert blieb im Inneren erhalten. Seine Ernte, jährlich etwa 272 kg schwarze Trauben, wird im September im Palast verkauft.
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Geschichte
Die Great Vine wurde 1768 in Hampton Court unter der Leitung von Lancelot „Capability“ Brown, damals Chefgärtner des Palastes, aus einem Steckling von Valentines Mansion in Essex gepflanzt. Sie wuchs langsam: 1887 maß sie am Fuß erst 1,2 Meter im Umfang.
Im 19. Jahrhundert waren ihre Trauben dem Hof vorbehalten: Königin Victoria ließ sie nach Windsor Castle oder nach Osborne House auf der Isle of Wight schicken. Eduard VII., der von 1901 bis 1910 regierte, entschied, dass der königliche Hofstaat sie nicht mehr benötigte und sie an Besucher verkauft werden könnten.
Der Weinstock hatte fünf oder sechs aufeinanderfolgende Gewächshäuser. Das aus dem frühen 20. Jahrhundert, aus Holz auf einem Eisengerüst, musste bis 1969 ersetzt werden, doch der Weinstock war so eng mit seiner Konstruktion verwachsen, dass es sich nicht abbauen ließ; deshalb wurde das neue Aluminiumgewächshaus über das alte gebaut. Von 1983 bis 2019 wurde der Weinstock von Gill Strudwick betreut, der letzten Inhaberin des Titels Vine Keeper. 2001 brachte er mit 383 Kilogramm seine beste Ernte aller Zeiten. Die British Guild of Tourist Guides stellt ihn als den ältesten bekannten Weinstock der Welt vor, während Historic Royal Palaces, die den Palast betreiben, ihn als den größten beschreiben.

Architektur und Ingenieurbau
Das heutige, 1969 errichtete Gewächshaus ist ein eigens für den Weinstock gefertigter Aluminiumbau, die fünfte oder sechste verglaste Schutzhülle, die er kennt. Beim Bau ging man ungewöhnlich vor: Der ruhende Weinstock wurde mit Polyethylenfolie geschützt, dann wurden Glas und Holzrahmen des alten Hauses entfernt, sodass der Weinstock und das Eisengerüst des Baus aus dem frühen 20. Jahrhundert stehen blieben. Die neue Aluminiumhülle wurde um sie herum montiert, sodass sie nun dieses ältere Gerüst umschließt.
Das gesamte Gewächshaus ist dieser einen Pflanze gewidmet. Unter dem Glas misst der Stamm am Fuß 4 Meter im Umfang, gegenüber 1,2 Metern im Jahr 1887, und die längste Rute ist laut dem Führerverband 36,5 Meter und laut Historic Royal Palaces 40 Meter lang.

Pflanzensammlungen
Das Gewächshaus beherbergt eine einzige Pflanze. Die Great Vine ist Vitis vinifera ‚Schiava Grossa‘, auch als ‚Black Hamburg‘ bekannt, die schwarze Tafeltrauben trägt. Die durchschnittliche Ernte beträgt etwa 272 Kilogramm im Jahr; der Rekord von 383 Kilogramm stammt vom Herbst 2001.
Die Trauben sind nach dem August Bank Holiday reif und kommen Anfang September im Palastshop in den Verkauf. Ihre Geschichte ist mit dem Hof verbunden: Einst wurden die Trauben an Königin Victoria in Windsor oder Osborne House geschickt, seit der Regierungszeit Eduards VII. werden sie Besuchern angeboten. Sechsunddreißig Jahre lang, von 1983 bis 2019, pflegte Gill Strudwick den Weinstock.
Besuch
Das Great Vine House gehört zu den Gärten von Hampton Court Palace im Londoner Stadtbezirk Richmond upon Thames und wird im Rahmen eines Gartenbesuchs besichtigt. Am besten ist der Spätsommer: Die Trauben der ‚Black Hamburg‘ reifen nach dem August Bank Holiday und werden Anfang September im Palastshop verkauft, ein Brauch, der auf Eduard VII. zurückgeht. Im übrigen Jahr zeigt das Gewächshaus den Stamm mit 4 Metern Umfang und das 1969 beibehaltene Eisengerüst. Ein Besuch lässt sich mit dem Palast selbst und seinen übrigen Gärten verbinden, die von Historic Royal Palaces betrieben werden.
51.40° N, 0.34° W
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