Pflanzenschauhaus, Luisenpark
Mannheim, Baden-Württemberg

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1958 (für 2023 renoviert)
- Stil
- Gewächshauskomplex der Nachkriegszeit, in Etappen erweitert, mit Isolierglas renoviert
- Abmessungen
- ≈2.700 m²
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Im Herzen des Mannheimer Luisenparks wurde das Pflanzenschauhaus 1958 als Nachfolger des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Palmenhauses vom Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet. 1975, 1986, 1989 und 1996 erweitert, bedeckt es rund 2.700 m² und vereint tropische und subtropische Hallen, ein Kakteenhaus, ein 2009 eröffnetes Baumfarnhaus und ein 1996 geschaffenes Schmetterlingsparadies. Statt es abzureißen, ließ der Park es für die Bundesgartenschau 2023 renovieren, mit Isolierverglasung, neuer Klimasteuerung und einer Anbindung an die Neue Parkmitte und deren Unterwasserwelt.
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Geschichte
Der Luisenpark nahm Ende des 19. Jahrhunderts Gestalt an: 1892 wurde ein zehn Hektar großer unterer Park angelegt und 1897 ein zwanzig Hektar großer oberer Park, und 1896 wurde das Ganze nach Luise von Preußen (1838–1923) benannt, Großherzogin von Baden, Tochter von Kaiser Wilhelm I. und Frau von Großherzog Friedrich I. Ein erstes Palmenhaus, 42,5 m lang und 16 m breit, wurde dort im frühen 20. Jahrhundert gebaut: laut der Zeitschrift Garten + Landschaft für die große Kunst- und Gartenbauausstellung von 1907, laut Wikipedia 1908–1909. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Sein Nachfolger, das Pflanzenschauhaus, wurde 1958 eröffnet. Es wurde 1975 erweitert, als der auf 41 Hektar vergrößerte Park die Bundesgartenschau ausrichtete, und erneut 1986, 1989 und 1996, als das Schmetterlingsparadies eröffnete; das Baumfarnhaus folgte 2009.
Vor der Bundesgartenschau 2023 wurde ein Abriss erwogen und verworfen: Für den Direktor des Parks, Joachim Költzsch, prägte das Gebäude den Charakter des Luisenparks zu stark, um zu verschwinden. Eine Sanierung für mehr als 3 Millionen Euro wurde dem Generalunternehmer Rabensteiner übertragen, im Rahmen der Neugestaltung der Neuen Parkmitte nach dem Entwurf von Bez+Kock Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur, den Siegern des Wettbewerbs von 2018. Die Neue Parkmitte wurde am 14. April 2023 mit dem Beginn der Gartenschau eröffnet.


Architektur und Ingenieurbau
Das Pflanzenschauhaus ist ein Gewächshausensemble der Nachkriegszeit aus vier Teilen: dem großen und dem kleinen Schauhaus, dem Baumfarnhaus und dem Schmetterlingshaus. Durch aufeinanderfolgende Erweiterungen erreicht es eine Gesamtfläche von etwa 2.700 m², zu der auch ein Kakteenhaus und Räume für Aquarien und Terrarien gehören.
Die vor 2023 durchgeführte Sanierung veränderte sowohl sein Aussehen als auch seine Funktionsweise. Die eingetrübten Stegdoppelplatten wurden durch Zweifach-Isolierverglasung mit Sonnenschutz ersetzt, die sichtbarste Änderung. Die Heizung beruht nun auf Warmluftgeräten und Ventilatoren, die Lüftung auf First- und Seitenöffnungen, alles gesteuert von einem zentralen Klimacomputer, der mit Sensoren verbunden ist und die Temperatur je nach Bedarf der Pflanzen zwischen 18 und 26 °C einstellt. Elektroinstallation, Bewässerung und Dacheindeckung wurden erneuert, und das Foyer wurde zur Neuen Parkmitte hin geöffnet. Zwischen dem Gewächshaus und dem Kutzerweiher beherbergt eine polygonale Grotte im Untergeschoss eines Neubaus eine Unterwasserwelt mit rund zwanzig Aquarien.


Pflanzensammlungen
Die beiden großen Hallen zeigen tropische und subtropische Pflanzen, darunter Kaffeesträucher, Gummibäume, Riesenbambus und Orchideen. Das Kakteenhaus beherbergt etwa 400 Kakteen und 250 andere Sukkulenten, und das 2009 eröffnete Baumfarnhaus vervollständigt den botanischen Rundgang.
Die Anlage ist zugleich so etwas wie ein Zoo unter Dach. Seit 1996 fliegen im Schmetterlingsparadies Hunderte von Schmetterlingen frei umher; Terrarien zeigen Schildkröten, Schlangen, Geckos und Leguane, und Süß- und Meerwasseraquarien runden den Besuch ab, seit 2023 erweitert um die Unterwasserwelt der Neuen Parkmitte. Volieren und ein Affengehege vervollständigen das Ensemble, und in der Subtropenhalle finden Aktivitäten mit Safari-Thema statt.

Besuch
Das Pflanzenschauhaus steht im Zentrum des Luisenparks, in der Neuen Parkmitte nahe dem Kutzerweiher. Bei jedem Wetter geöffnet, zieht es an Regentagen viele Besucher an, und das angrenzende Café bietet eine Pause.
Ein Besuch lässt sich leicht mit dem Rest eines 41 Hektar großen Parks verbinden, der zwei Bundesgartenschauen ausgerichtet hat, 1975 und 2023: Die begehbare Voliere, die Pinguinanlage und das Restaurant der Neuen Parkmitte sind nur wenige Schritte entfernt. Im Winter machen die beheizten Hallen und die Schmetterlinge den Besuch zu einem geschützten Ausflug.
49.48° N, 8.50° E
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