Schauhäuser des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg
Heidelberg (Neuenheimer Feld), Baden-Württemberg

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1915 (Eröffnung des Gartens und seiner Schauhäuser) · Gesamtsanierung im Gange
- Stil
- Universitäre Schauhäuser um ein großes Tropenhaus, ein Komplex von 1915, seither stark verändert
- Abmessungen
- ≈ 4.000 m² Gewächshäuser, davon ≈ 2.000 m² Schauhäuser
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet, kostenlos; einige Bereiche wegen Bauarbeiten vorübergehend unzugänglich (Sanierung bis 2033 geplant)
Der 1593 als Arzneigarten angelegte Botanische Garten der Universität Heidelberg befindet sich seit 1915 auf dem Campus Neuenheimer Feld. Seine Schauhäuser, um ein großes Tropenhaus und spezialisierte Pavillons angeordnet, zeigen Bromelien, Sukkulenten und tropische Pflanzen aus einem nach der Zerstörung von 1945 wieder aufgebauten Bestand, vor allem unter Werner Rauh (1960–1982). Der Eintritt ist frei; eine Gesamtsanierung, im Juli 2026 offiziell gestartet, soll zunächst die Forschungsgewächshäuser ersetzen und dann ab Oktober 2029 die Schauhäuser erneuern, bis 2033.
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Geschichte
Der Botanische Garten Heidelberg begann 1593 als Arzneigarten (Hortus medicus), vom Arzt Henricus Smetius in der Nähe des Schlosses angelegt. Er wechselte mehrmals den Standort: Ein fünfter Garten entstand 1834 unter Gottlieb Wilhelm Bischoff, ein sechster Ende der 1870er-Jahre unter Ernst Pfitzer, der dort seine Orchideensammlung zusammentrug. Der siebte, der heutige, wurde 1915 auf dem Campus Neuenheimer Feld eröffnet; Wikipedia nennt Georg Albrecht Klebs und den Obergärtner Erich Behnick. Die Pressemitteilung der Universität zum hundertjährigen Bestehen beschreibt ihn als streng geometrische Anlage mit imposanten Schauhäusern. Kurz vor Kriegsende zerstörten Bombenangriffe den größten Teil des Pflanzenbestands, einschließlich der Sammlungen Pfitzers; die englische Version der offiziellen Website spricht von einem Totalverlust der Gewächshaussammlung, darunter eine berühmte Orchideensammlung.
Die Nachkriegsjahrzehnte waren eine Zeit des Wiederaufbaus, vor allem unter Werner Rauh, Direktor von 1960 bis 1982, und seinem wissenschaftlichen Leiter Karlheinz Senghas. Die Glasfläche wuchs allmählich auf 4.000 m² laut der Website des Gartens, 4.800 m² laut der Pressemitteilung von 2015, während der Garten, einst 3,9 Hektar groß, schon in den 1970er-Jahren etwa ein Viertel seines Geländes an Universitätsinstitute verlor.
Die Sanierung, bereits 2015 angekündigt, soll die ursprüngliche Fassade des Komplexes von 1915 freilegen. Ab April 2023 wurden provisorische Gewächshäuser für die Pflanzen aufgestellt, und die offizielle Auftaktfeier fand am 21. Juli 2026 statt. Zuerst kommen die Forschungsgewächshäuser, etwa 2.500 m² für rund 26,3 Millionen Euro (Arbeiten bis Ende 2028); die Erneuerung der Schauhäuser ist ab Oktober 2029 geplant, und der gesamte Garten soll im September 2033 fertig sein.


Architektur und Ingenieurbau
Der Komplex von 1915 umfasste am Südende des Gartens ein langes Gebäude im Stil einer Orangerie, das heute fast vollständig von vier vor seine Fassade gesetzten Gewächshäusern verdeckt wird, getrennt durch Lücken, die die Energieeffizienz nicht mehr duldet. In der Mitte steht das große Tropenhaus, beidseitig von Schauhäusern flankiert; laut einer Tourismus-Website beherbergt ein Victoria-Haus die Wasserpflanzen. Die Sanierung antwortet auf eine lange Liste von Mängeln: Rost, Undichtigkeiten, energetisch schlechte Einfachverglasung, fehlerhafte Beschattungssysteme und Drahtglas in den Dächern, das spröde geworden ist.
Die Pläne von Haas Architekten sahen vor, die Glasanbauten zu entfernen, um die historische Fassade freizulegen, und dann Schau-, Forschungs- und Sammlungshäuser auf etwa 2.600 m² um einen Innenhof mit dem Victoria-Haus in der Mitte zu bauen. Eine Untersuchung ergab, dass die Gebäude im Orangeriestil keine Fundamente haben: Sie sollen im alten Stil neu gebaut werden, und das Tropenhaus behält laut der Ankündigung von 2023 dasselbe Volumen wie das jetzige. Der Architekt und die Baudaten der einzelnen Häuser wurden in den gelesenen Quellen nicht gefunden, abgesehen von der Eröffnung des Komplexes 1915.


Pflanzensammlungen
Die lebende Sammlung umfasst laut der offiziellen Website etwa 13.000 Akzessionen, die 4.800 Arten oder Unterarten vertreten, während Wikipedia mehr als 14.000 Arten nennt. Ihre historischen Kernsammlungen, tropische Orchideen, Bromelien und Trockenklimapflanzen aus Madagaskar, sind offizielle Forschungs- und Erhaltungssammlungen unter Aufsicht des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Wikipedia führt elf Sondersammlungen unter Glas auf: Sukkulenten der Alten Welt, Madagaskars und der Neuen Welt, tropische Orchideen, Bromelien, Palmfarne, insektenfressende Pflanzen, tropische Farne, Osterluzeigewächse, Cyclanthaceae und mediterrane Geophyten.
Nur ein kleiner Teil der Gewächshäuser kann laut Wikipedia ohne Termin besucht werden. Zu den Schaupavillons gehören ein Bromelienschauhaus und ein Sukkulentenschauhaus; eine Tourismus-Website erwähnt außerdem ein tropisches Bergwaldhaus, ein Kalthaus mit mediterranen und fleischfressenden Pflanzen und das Victoria-Haus, das Sumpf- und Wasserpflanzen gewidmet ist. Viele dieser historischen Bestände stammen aus den Expeditionen Werner Rauhs.


Besuch
Die Schauhäuser stehen auf dem Campus Neuenheimer Feld, nahe dem Universitätsklinikum; der Eintritt ist frei, ebenso wie in den Freilandgarten, der das ganze Jahr über geöffnet ist. Die offizielle Website warnt, dass einige Bereiche wegen der Bauarbeiten vorübergehend unzugänglich sein können und dass die Bushaltestelle „Botanischer Garten“ während der Bauzeit entfernt wurde: Zu nutzen ist die Haltestelle „Campus im Neuenheimer Feld“. Die ab Oktober 2029 geplanten Arbeiten sollen die Schauhäuser erheblich verändern.
Das Programm umfasst Zeichen- und Aquarellkurse unter Glas sowie Taschenlampenführungen, „Nachts im Gewächshaus“, im November und Dezember 2026. Das benachbarte Arboretum und der systematische Garten runden einen Besuch ab; die offizielle Website empfiehlt den Parkplatz am Zoo, ein bis zwei Gehminuten entfernt.
49.41° N, 8.67° E
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Quellen (9)
- botgart.cos.uni-heidelberg.de/en/address-opening-hours-how-to-get-here-map
- botgart.cos.uni-heidelberg.de/de/botanischer-garten/geschichte
- botgart.cos.uni-heidelberg.de/en/botanic-garden/history
- botgart.cos.uni-heidelberg.de/en/node/92
- uni-heidelberg.de/de/newsroom/sanierung-des-botanischen-gartens-ein-schatz-fuer-die-wissen
- idw-online.de/en/news?print=1&id=633428
- de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Heidelberg
- stadtgruen-hd.de/2023/06/zurueck-ins-barock-umbau-im-botanischen-garten/
- haas-architekten.de/projekte/glashaeuser/botanischer-garten-heidelberg
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