Gewächshaus (Orangerie) des Jardin Massey
Tarbes, Okzitanien

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1880–1886
- Architekt
- Eisenwerke Saint-Éloy in Orléans (Erbauer)
- Stil
- Metallgewächshaus mit verglaster Rotunde, Eisen und Glas auf Backsteinsockel
- Status
- Als historisches Denkmal eingetragen (1995); laut dem regionalen Denkmalinventar in Renovierung
Im Jardin Massey in Tarbes steht ein als „Orangerie“ bezeichnetes Metallgewächshaus, dessen Bau der Stadtrat 1880 beschloss. Der Entwurf der Eisenwerke Saint-Éloy aus Orléans, 1882 per Wettbewerb für 28.000 Francs ausgewählt, wurde im Dezember 1884 fertiggestellt und im März 1886 förmlich abgenommen. Das Gebäude aus Eisen und Glas auf einem Backsteinsockel verbindet zwei Flügel mit einer zentralen Rotunde, die von einer Glaskuppel gekrönt wird. 1995 als historisches Denkmal eingetragen und in den 1980er-Jahren instand gesetzt, birgt es laut dem regionalen Inventar eine Sammlung sukkulenter Pflanzen, soll sich aber derzeit in Bauarbeiten befinden.
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Geschichte
Der Jardin Massey ist nach Placide Massey (1777–1853) benannt, einem Gartenbauer, der Louis-Philippe gedient und Gärten in Versailles beaufsichtigt hatte und der sein Anwesen der Stadt Tarbes vermachte. Laut Wikipedia wurde sein Plan eines Wintergartens nach seinem Tod 1853 aufgegeben; die Stadtverwaltung beschloss später, an dessen Stelle ein Gewächshaus zu bauen.
1880 beschloss der Stadtrat den Bau eines monumentalen Gewächshauses, der „Orangerie“, auf der Westseite des Gartens in der Nähe der kleinen Anzuchthäuser. Ein 1882 ausgeschriebener Wettbewerb wählte den Entwurf der Eisenwerke Saint-Éloy in Orléans aus, für 28.000 Francs; die Maurerarbeiten gingen an den Bauunternehmer Ballas. Die Arbeiten wurden bis Dezember 1884 ausgeführt, die förmliche Abnahme erfolgte jedoch erst im März 1886, nachdem Mängel behoben und die Fertigstellung abgeschlossen worden war.
Das Programm sah Orangenbäume in der Mitte vor, mit einem Warmhaus und einem temperierten Haus auf beiden Seiten. Das Gebäude wurde Anfang der 1980er-Jahre saniert (die Quellen nennen 1980, 1981 oder 1983) und erhielt dann eine Ausstellungsfunktion. Durch Erlass vom 27. Juli 1995 wurde es als historisches Denkmal eingetragen.


Architektur und Ingenieurbau
Das Gewächshaus ist ein rechteckiges Gebäude mit zwei Flügeln, die um eine zentrale Rotunde auf quadratischem Grundriss angeordnet sind, vollständig verglast und von einer verglasten Kuppel mit kreisförmiger Laterne gekrönt; Wikipedia beschreibt diese eher als kleines Glockentürmchen. Der Rahmen besteht aus Eisen, die Verglasung aus Glas, und die Dachdeckungen sind aus Metall.
Der Sockel besteht aus Backstein, gegliedert durch Pilaster aus Stein von Chauvigny, während die Nordwand aus Kieselsteinen und Stein gebaut ist.
Das Programm unterschied drei Räume: in der Mitte den für Orangenbäume vorgesehenen Teil und auf beiden Seiten ein Warmhaus und ein temperiertes Haus. Das regionale Inventar vermerkt, dass die ursprüngliche Ästhetik bei der Restaurierung bewahrt wurde. Genaue Abmessungen werden in den eingesehenen Einträgen nicht angegeben.


Pflanzensammlungen
Laut dem Denkmalinventar der Region Okzitanien beherbergt das Gewächshaus heute eine Sammlung sukkulenter Pflanzen, insbesondere Kakteen, während das ursprüngliche Programm Orangenbäume in der Mitte und Pflanzen für Warmhaus und temperiertes Haus in den Flügeln vorsah.
Derselbe Eintrag berichtet, dass das Gebäude derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist; Inhalt der Sammlungen und Zugangsbedingungen sollten daher bei der Stadt Tarbes erfragt werden.
Der Jardin Massey selbst, laut der englischen Wikipedia 2004 als „Jardin remarquable“ ausgezeichnet, vereint seltene oder interessante Bäume, Blumen und Tiere und bildet den bepflanzten Rahmen, für den das Gewächshaus entworfen wurde.

Besuch
Das Gewächshaus steht auf der Westseite des Jardin Massey, eines städtischen Parks von etwa 11,5 Hektar im Zentrum von Tarbes. Vor dem Besuch sollte man prüfen, ob die im Inventar gemeldeten Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind; falls nicht, kann man das Gebäude von außen betrachten, was genügt, um seine Rotunde und Kuppel zu würdigen.
Der Garten beherbergt außerdem das Massey-Museum, das sich insbesondere der Geschichte der Husaren widmet, und einen Kreuzgang, der aus der Abtei Saint-Sever-de-Rustan hierher versetzt wurde, sodass sich leicht ein Spaziergang von etwa zwei Stunden in einem für die Qualität seiner Pflanzungen bekannten Garten zusammenstellen lässt.
43.24° N, 0.07° E
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