Gewächshäuser des Orto Botanico di Roma (Serra Monumentale und Serra Corsini)
Rom, Latium

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 1877
- Architekt
- Firma Mathian (Lyon)
- Stil
- Gewächshaus des 19. Jahrhunderts aus Eisen und Glas, im Park Corsini wiedererrichtet
- Abmessungen
- Etwa 2.000 m² Gewächshäuser im gesamten Garten
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet
Am Fuß des Gianicolo nimmt der Orto Botanico der Universität Sapienza seit 1883 den ehemaligen Park des Palazzo Corsini ein, der Residenz der Königin Christina von Schweden aus dem 17. Jahrhundert. Zu seinen Gewächshäusern gehören die 1877 von der Lyoner Firma Mathian gebaute und Euphorbien gewidmete Serra Monumentale, die Serra Corsini, das erste beheizte Gewächshaus des Gartens, das Sukkulenten und zwei Becken aus der Zeit Christinas beherbergt, und ein Tropenhaus. Rund 2.000 m² Gewächshäuser verteilen sich auf die 12 Hektar des Gartens.
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Geschichte
Der Orto Botanico von Rom erhielt 1883, nach der italienischen Einigung, im ehemaligen Park der Villa Corsini an den Hängen des Gianicolo seine heutige Gestalt. Pietro Romualdo Pirotta war sein erster moderner Direktor. Das Gelände hatte zum Palazzo Riario gehört, dem späteren Palazzo Corsini, in dem Königin Christina von Schweden von 1659 bis 1689 lebte; zwei Becken aus jener Zeit sind heute in der Serra Corsini erhalten.
Die Serra Monumentale ist das ursprüngliche Gewächshaus des Gartens: Sie wurde 1877 von der Lyoner Firma Mathian errichtet. Mehrere populäre Reiseführer fügen hinzu, sie sei für den Botanischen Garten angefertigt worden, als dieser an der Via Milano stand, und nach dem Umzug in den Corsini-Park am neuen Standort abgebaut und wiedererrichtet worden; diese Angabe war auf der konsultierten offiziellen Seite nicht zu finden. Dieselben Führer schreiben Mathian auch die Serra Francese zu, die 1883–1884 gebaut wurde.
Die Serra Corsini stammt aus dem 19. Jahrhundert (eine Quelle nennt 1800) und wird als das erste beheizte Gewächshaus dargestellt, das im Garten angelegt wurde. Die historischen Bauten wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt und später restauriert.
Am 18. Juni 2026 stellte der Garten das Projekt einer neuen Serra della Biodiversità Tropicale hinter dem Tritonenbrunnen vor: Bei einer öffentlichen Zeremonie wurden dort von Antoniodeluca Farms gestiftete tropische Pflanzen eingepflanzt, eine symbolische Geste, die nach der Ankündigung der Universität den Beginn der Arbeiten am Gewächshaus markiert; es soll unter anderem die Rolle tropischer Pflanzen bei der Minderung der Luftverschmutzung untersuchen.


Architektur und Ingenieurbau
Die Serra Monumentale ist das Prunkstück des Gartens. 1877 von der Lyoner Firma Mathian errichtet, wird sie von mehreren Führern als Konstruktion aus Glas und Gusseisen beschrieben, einer für ihre Zeit fortschrittlichen Technik. Die offizielle Seite gibt an, dass sie beidseitig von zwei Gewächshäusern mit Giebeldach flankiert wird.
Die Serra Francese, derselben Firma zugeschrieben und auf 1883–1884 datiert, wird als gewölbte Konstruktion aus Schmiedeeisen und Glas beschrieben, mit gebogenen Rippen und teilweise überlappenden Scheiben; dies beruht nur auf Reiseführern aus zweiter Hand.
Die Serra Corsini, älter und von anderem Charakter, ist das erste beheizte Gewächshaus des Gartens; sie enthält zwei historische Becken aus der Zeit Königin Christinas von Schweden.
Das moderne Tropenhaus hält die Luftfeuchtigkeit bei 80 Prozent und die Temperaturen im Winter bei 18 bis 20 °C und im Sommer bei etwa 30 °C. Insgesamt verfügt der Garten über rund 2.000 m² Gewächshäuser auf einem 12 Hektar großen Gelände.

Pflanzensammlungen
Die Serra Monumentale ist den Wolfsmilcharten gewidmet (Euphorbia abyssinica, E. grandicornis, E. tirucalli, E. mauritanica), dazu kommen zwei Kletterpflanzen, Quisqualis indica und Petrea volubilis. Die beiden Häuser mit Giebeldach, die sie flankieren, beherbergen unter anderem Orchideen (Cattleya, Vanilla, Laelia, Dendrobium, Epidendrum, Aerangis, Angraecum) und Bromelien (Tillandsia, Vriesea, Aechmea, Cryptanthus, Dyckia, Guzmania).
Die Serra Corsini versammelt Sukkulenten, vor allem Cactaceae, Agavaceae, Euphorbiaceae und Crassulaceae, mit Caudexpflanzen der Gattungen Fockea und Pachypodium.
Das Tropenhaus ist thematisch gegliedert: tropischer Unterwuchs, Pandanus, Sumpfpflanzen, Nutzpflanzen, Regenwald und Palmen; es zeigt Phytelephas macrocarpa, Aristolochia gigantea, Hibiscus schizopetalus und Epiphyten, darunter Nepenthes. Der Garten als Ganzes besitzt mehr als 3.000 Arten.
Besuch
Die Gewächshäuser stehen im Orto Botanico der Sapienza, der vom Largo Cristina di Svezia aus betreten wird, zwischen der Via della Lungara und den Hängen des Gianicolo, in Trastevere. Der Garten umfasst 12 Hektar: Ein vollständiger Besuch der Gewächshäuser und der Wege dauert etwa zwei Stunden.
Die Serra Monumentale, die Serra Corsini und das Tropenhaus lassen sich in einem einzigen Rundgang besichtigen; die künftige Serra della Biodiversità Tropicale, deren Projekt im Juni 2026 hinter dem Tritonenbrunnen gestartet wurde, gehört noch nicht zum Rundgang. Der Garten besitzt außerdem eine Bambussammlung, einen Rosengarten und einen Japanischen Garten; die Frühlingsblüte ist ein guter Zeitpunkt für einen Besuch. Der Ausflug lässt sich auf den benachbarten Palazzo Corsini und die Hänge des Gianicolo ausdehnen.
41.89° N, 12.47° E
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Quellen (10)
- ortobotanico.web.uniroma1.it/en/monumental-greenhouse
- ortobotanicoitalia.it/lazio/romalasapienza/
- artribune.com/progettazione/2026/07/orto-botanico-di-roma-serra-tropicale/
- apgi.it/giardino/orto-botanico-sapienza-universita-di-roma/
- it.wikipedia.org/wiki/Orto_botanico_di_Roma
- ortobotanico.web.uniroma1.it/it/inaugurazione-della-serra-della-biodiversita-tropicale
- ansa.it/lazio/notizie/2026/06/17/roma-nasce-la-serra-della-biodiversita-tropicale_1523d9f8
- bluegreeneconomy.it/allorto-botanico-di-roma-nasce-un-nuovo-spazio-per-la-biodiversita-tro
- youreporter.it/video/allorto-botanico-di-roma-nasce-la-serra-della-biodiversita-tropicale/
- almanacco.cnr.it/it/argomento/introduzione-serra-tropicale-all-orto-botanico-di-roma
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