Orangerie und Gewächshäuser der Villa Pisani
Stra, Venetien
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Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- Treibhaus vor 1845 · Warmhaus 1846
- Stil
- Orangerie und Gewächshäuser des 19. Jahrhunderts (Glas, Holz und Mauerwerk)
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet (Park des Nationalmuseums Villa Pisani), restauriert
Im Park der Villa Pisani, der ab 1721 errichteten großen Villa an der Riviera del Brenta, ersetzte die französische Verwaltung die Ziergemüsegärten durch eine Orangerie, und die österreichische Zeit fügte tropische Gewächshäuser hinzu. Der Park zählte 1845 76 Zitrussorten und 1851 mehr als tausend Zitrusbäume in Kübeln. Das Treibhaus mit seiner schrägen Glaswand (vor 1845 errichtet), das Warmhaus (1846), das Vermehrungshaus und die Gran Conserva, die als eines der größten noch in Betrieb befindlichen Zitrushäuser Norditaliens beschrieben wird, wurden restauriert und den Besuchern zurückgegeben.
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Geschichte
Die Villa Pisani wurde ab 1721 für die venezianische Familie Pisani von Santo Stefano nach Plänen von Girolamo Frigimelica errichtet, dem nach seinem Tod 1732 Francesco Maria Preti nachfolgte; die Arbeiten endeten 1756. Der ursprüngliche Plan sah im Park den Obstanbau vor. Im Juli 1807 kaufte Napoleon die Villa für Eugène de Beauharnais, und die französische Verwaltung verwandelte die Ziergemüsegärten in eine Orangerie, wodurch der Zitrusanbau stark ausgeweitet wurde.
1814 ging das Anwesen als königliche Villa an die Habsburger über, und das österreichische 19. Jahrhundert brachte große Aufmerksamkeit für die Botanik, in Töpfen und im Freiland, einschließlich des Baus tropischer Gewächshäuser. Das Heißhaus mit seiner geneigten Glaswand bestand schon vor 1845; das Warmhaus wurde 1846 anstelle der ursprünglichen architektonischen Kulisse errichtet. 1845 zählte der Park 76 Zitrussorten; 1851 besaß er elf bewegliche Gewächshäuser, elf Stufengestelle zur Präsentation, 1.031 Zitruspflanzen in Töpfen und 170 Pflanzen im Boden. In Stra gezogene Sorten wurden in den Orangerien von Schönbrunn und der Hofburg in Wien sowie in denen von Zar Alexander in Sankt Petersburg gepflanzt, und der Zitrushandel trug wesentlich zum Unterhalt des gesamten Parks bei.
Die Villa ging 1868 in Staatsbesitz über und wurde 1884 zum Museum. Ihre Orangerie verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg stark, bis eine umfassende Konservierungsrestaurierung diesen Teil des Parks den Besuchern zurückgab.


Architektur und Ingenieurbau
Die Anlage liegt neben den Stallungen, in einem der botanisch interessantesten Teile des Parks, erreichbar über eine der sechs Sichtachsen, die von der zentralen Exedra-Belvedere ausstrahlen. Das Warmhaus, das Heißhaus und das Vermehrungshaus stehen von West nach Ost in einer Reihe am Nordrand des Orangeriegartens, jedes mit seiner eigenen Funktion.
Das Heiß- oder Tropenhaus, vor 1845 erbaut, zeichnet sich durch seine geneigte Glaswand aus; es wurde über den Boden beheizt, und im Sommer wurden seine Scheiben zur Beschattung mit Matten bedeckt. Das 1846 aus Holz und Mauerwerk errichtete Warmhaus trat an die Stelle der ursprünglichen architektonischen Kulisse. Das Vermehrungshaus, auch Mutterhaus genannt, diente der Anzucht von Topfpflanzen. Die Gran Conserva, in der die Zitrusbäume zwischen vielen Terrakottatöpfen aus dem 19. Jahrhundert überwintern, wird als eines der größten noch genutzten Zitrushäuser Norditaliens beschrieben. Zu dem Bereich gehört außerdem ein Kamelienhaus.
Pflanzensammlungen
Zitrus in Töpfen bleibt das Herz der Sammlung: Der italienische Verband für Parks und Gärten APGI zählt rund 140 Töpfe mit mehr als vierzig Sorten und Kultivaren. In der kalten Jahreszeit werden sie in der Gran Conserva untergebracht, in der sich auch viele Terrakottatöpfe aus dem 19. Jahrhundert befinden. Zu den bemerkenswerten Pflanzen gehören alte Chinotto-Bäume (Citrus myrtifolia) in der Nähe des Kamelienhauses.
Diese Zahlen lassen sich der Blütezeit des Anwesens gegenüberstellen: 76 Zitrussorten im Jahr 1845 und mehr als tausend Töpfe 1851, zu einer Zeit, als die in Stra gezogenen Sorten in die kaiserlichen Orangerien Wiens geschickt wurden. Die Gewächshäuser beherbergen auch tropische Pflanzen und Kamelien und setzen damit das botanische Interesse fort, das die österreichische Zeit prägte.
Besuch
Die Orangerie und ihre Gewächshäuser liegen im Park des Nationalmuseums Villa Pisani, neben den Stallungen, am Ende einer der Sichtachsen, die von der zentralen Exedra ausgehen. Ein halber Tag lässt Zeit für die Villa und ihren Park, zu dem auch das Labyrinth und das Coffee House gehören. In den warmen Monaten stehen die Zitrusbäume in Reihen im Freien im Orangeriegarten, während sich die Gran Conserva im Winter mit Töpfen füllt. Der Besuch lässt sich gut mit den anderen Villen der Riviera del Brenta verbinden, von denen mehrere in Stra selbst stehen.
45.41° N, 12.01° E
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