🇯🇵Japan·Für die Öffentlichkeit geöffnet

Öffentliches Gewächshaus des Botanischen Gartens Koishikawa (小石川植物園 公開温室)

Bunkyō, Tokio

Öffentliches Gewächshaus des Botanischen Gartens Koishikawa (小石川植物園 公開温室), Bunkyō, Tokio
Foto : 京浜にけ — CC BY 3.0

Quellen geprüft im Oktober 2026

„Ein 2019 eröffnetes Glashaus, das die Backsteinfundamente seines Vorgängers bewahrt, auf einem 1684 gegründeten botanischen Gelände.“
Jahr
2019
Architekt
Kume Sekkei (久米設計)
Stil
Zeitgenössischer Glaskubus auf dreieckigen Stahlfachwerkträgern
Abmessungen
1.547 m² Grundfläche
Status
Für die Öffentlichkeit geöffnet

Der Botanische Garten Koishikawa der Universität Tokio, der aus einem 1684 gegründeten Heilkräutergarten des Tokugawa-Shogunats hervorging, eröffnete im November 2019 ein neues öffentliches Gewächshaus, entworfen vom Büro Kume Sekkei. Der 1.547 m² große Stahl-Glas-Bau ersetzt ein 1945 zerstörtes und 1952 und 1964 wiederaufgebautes Gewächshaus, dessen Backsteinfundamente er bewahrt. In seinen sechs Räumen sind rund 2.000 tropische und subtropische Arten zu sehen, darunter bedrohte Pflanzen der Ogasawara-Inseln und Orchideen, während ein benachbartes Kühlhaus rund 400 weitere beherbergt, alpine oder aus kühleren Klimazonen.

Besuch planen

Affiliate-Links – eine Buchung über Verrière trägt zur Finanzierung unserer Recherche bei, für Sie ohne Mehrkosten.

Route
Im Detail ≈ 3 Min. Lesezeit

Geschichte

Der Botanische Garten Koishikawa blickt auf mehr als drei Jahrhunderte Geschichte zurück. 1684 verlegte das Tokugawa-Shogunat seinen Heilkräutergarten von Azabu in den nördlichen Teil des Anwesens Hakusan in Edo und schuf so den Heilkräutergarten Koishikawa; 1722 wurde auf seinem Gelände die Koishikawa Yōjōsho eröffnet, eine Wohltätigkeitsklinik für Arme. Als 1877 die Universität Tokio gegründet wurde, wurde der Garten ihr angegliedert und zu einem Ort der Forschung. Hier beobachtete 1896 Hirase Sakugorō die Spermatozoiden des Ginkgos und Ikeno Seiichirō die des Palmfarns.

Laut der von Hyponex herausgegebenen Gartenzeitschrift Plantia wurde 1900 ein erstes hölzernes Gewächshaus im westlichen Stil fertiggestellt. Die offizielle Chronik des Gartens verzeichnet, dass das Gewächshaus 1945 während des Krieges zusammen mit mehreren anderen Gebäuden vollständig niederbrannte. Es wurde 1952 in Holz wiederaufgebaut und 1964 auf einem Stahlskelett neu errichtet; Plantia zufolge wurde dieses Gewächshaus 2014 außer Betrieb genommen.

Das neue öffentliche Gewächshaus und ein Kühlhaus wurden 2019 nach Plänen des Büros Kume Sekkei fertiggestellt. Das am 19. November 2019 für Besucher geöffnete öffentliche Gewächshaus ist laut der japanischsprachigen Wikipedia viermal so groß wie sein Vorgänger. Das Projekt hielt Spuren der Vergangenheit sichtbar: die Ziegelfundamente des alten Gewächshauses, die Reste eines Heizraums und eines Bogenofens sowie, vor dem Gebäude, einen Brunnenteich aus der Meiji-Zeit.

Öffentliches Gewächshaus des Botanischen Gartens Koishikawa (小石川植物園 公開温室), Bunkyō, Tokio — Koishikawa Botanical Gardens, Tokyo, Japan - glass house.
Koishikawa Botanical Gardens, Tokyo, Japan - glass house. · Daderot — Public domain

Architektur und Ingenieurbau

Das von Kume Sekkei entworfene öffentliche Gewächshaus ist ein zweigeschossiger Stahlbau mit einer Gesamtgeschossfläche von 1.547 m². Die Architekten präsentieren es als transparenten Glaskasten, in dem Tragwerk und Hülle eins werden: Eine Folge dreigelenkiger Dreiecksbinder schafft einen einzigen großzügigen Raum und gibt den Pflanzen zugleich das nötige Sonnenlicht und die nötige Belüftung. Plantia vermerkt, dass sich über das gesamte Dach große Schiebeöffnungen ziehen, um die Sommerhitze abzuführen, und dass die Wege verbreitert wurden, um den Verkehr zu erleichtern.

Der Entwurf arbeitet mit einem historischen Ort. Die Ziegelfundamente des früheren Gewächshauses wurden in den Neubau einbezogen, altes Mauerwerk und die Reste eines Bogenofens werden den Besuchern gezeigt, und der vorhandene Teich blieb erhalten. Im Inneren sind sechs Räume nach Herkunftsregion und Wachstumsbedingungen angeordnet. Nebenan ist das Kühlhaus (冷温室) mit umfangreicher Kühltechnik ausgestattet, die die Frische von Bergstandorten nachbildet, sodass Arten, deren Anzucht im Tokioter Sommer schwierig geworden war, nun gezeigt werden können.

Pflanzensammlungen

Das öffentliche Gewächshaus beherbergt in sechs Räumen etwa 2.000 tropische und subtropische Arten: Pflanzen der Trockenzonen, Nutzpflanzen aus aller Welt, „Symbolbäume“, ostasiatische Flora von den Ryukyu-Inseln und aus Taiwan, Pflanzen der Ogasawara-Inseln und schließlich Orchideen. Im zweiten Raum wächst unter anderem die Titanenwurz (Amorphophallus titanum).

Der fünfte Raum ist dem Ogasawara-Archipel (Bonin-Inseln) gewidmet, der etwa 140 endemische Arten besitzt, von denen rund 90 Berichten zufolge vom Aussterben bedroht sind. Plantia nennt munin-nobotan, ein Schwarzmundgewächs, munin-yatsude, ogasawara-azami, eine Distel, sowie uchidashi-kuroki, yuzuriha-wadan und shima-murasaki. Das Kühlhaus versammelt rund 400 alpine und kühlklimatische Arten; chinguruma und miyama-kinbai, zwei Pflanzen der japanischen Hochgebirge, wachsen dort in offenen Beeten.

Besuch

Der Garten erstreckt sich über mehr als 16 Hektar im Stadtteil Hakusan des Bezirks Bunkyō. Für die beiden Gewächshäuser genügt eine Stunde, doch der gesamte Garten verdient einen halben Tag. Das Gewächshaus hat kürzere Öffnungszeiten als der Garten, und manche Pflanzen können aus Kulturgründen aus der Schau genommen sein.

Der Weg führt weiter zum Heilkräutergarten, der an die Ursprünge des Ortes erinnert, zum Ginkgo der Entdeckung der Spermatozoiden, zum sogenannten „Newtons Apfelbaum“, zu „Mendels Rebe“ und zum ehemaligen Hauptgebäude der Medizinischen Schule Tokio, das 1876 erbaut und 1969 im Garten wiedererrichtet wurde.

Auf dem interaktiven Globus ansehen

35.72° N, 139.75° E

Haben Sie ein gutes Foto dieses Gewächshauses? Für diese Seite vorschlagen →

Quellen (6)

  1. koishikawa-bg.jp/ennai/glasshouse/
  2. koishikawa-bg.jp/overview/timeline/
  3. kumesekkei.co.jp/project/0300.html
  4. hyponex.co.jp/plantia/plantia-10941/
  5. ja.wikipedia.org/wiki/%E6%9D%B1%E4%BA%AC%E5%A4%A7%E5%AD%A6%E5%A4%A7%E5%AD%A6%E9%99%A2%E7%9
  6. openstreetmap.org/way/1076210970
Besuch planen

Affiliate-Links – eine Buchung über Verrière trägt zur Finanzierung unserer Recherche bei, für Sie ohne Mehrkosten.

Route