Pflanzenhaus (Kakteenhaus) der Villengärten
Überlingen, Baden-Württemberg

Quellen geprüft im Oktober 2026
- Jahr
- 2021–2022
- Architekt
- EdenParks (Smiemans Projecten), Entwurf und Bau
- Stil
- Zeitgenössisches gewölbtes Glashaus (EdenParks-Typ „HighLight“)
- Abmessungen
- ≈ 600 m² Grundfläche, fast 10 m hoch; ≈ 250 m² Pflanzbeete
- Status
- Ganzjährig für die Öffentlichkeit geöffnet
Das Pflanzenhaus, das die Stadt auch Kakteenhaus nennt, ist ein verglastes Pflanzenhaus von fast 10 Metern Höhe, das in Überlingen am Bodensee für die Landesgartenschau 2021 gebaut wurde. Von EdenParks entworfen und von Smiemans Projecten errichtet, diente es zunächst als Pavillon des Landes Baden-Württemberg und beherbergt seit 2022 die städtische Sammlung von Kakteen und Sukkulenten, die früher den Sommer im Stadtgarten und den Winter in einem für die Öffentlichkeit geschlossenen Gewächshaus verbrachte. Rund 1.000 Pflanzen sind zu sehen, manche davon mehr als hundert Jahre alt und bis zu sieben Meter hoch.
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Geschichte
Die Geschichte des Pflanzenhauses beginnt im Überlinger Stadtgarten, einem ab 1875 auf ehemaligen Weinbergen und Gemüsegärten westlich der Altstadt für Kur- und Badegäste angelegten öffentlichen Garten. Hermann Hoch (1866–1955), der erste Stadtgärtner, laut dem Tourismusbüro von 1894 bis 1931 im Amt, legte den Grundstein der Kakteensammlung: Die deutsche Wikipedia datiert sein erstes Kakteenbeet auf 1897, während die Bildunterschrift eines in die App LandApp BW hochgeladenen Fotos von einer 1905 gegründeten Sammlung spricht. Die Sammlung blieb laut dem Tourismusbüro mehr als 125 Jahre im Stadtgarten. Die Pflanzen wurden dort im Frühjahr nach den Eisheiligen ins Freie gebracht und vor den ersten Frösten wieder hereingeholt, ein „Kakteenwandern“ genannter Umzug, der sich bis 2021 zweimal im Jahr wiederholte. Laut dem Errichter des Glashauses kostete der Vorgang 45.000 Euro im Jahr, die Pflanzen verbrachten etwa sieben Monate in einem für die Öffentlichkeit geschlossenen Gewächshaus, und der Transport beschädigte sie.
Die Landesgartenschau Baden-Württemberg, geplant vom 23. April bis 18. Oktober 2020, wurde wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben und fand vom 30. April bis 17. Oktober 2021 statt. Das Pflanzenhaus wurde dafür von EdenParks und Smiemans Projecten gebaut (laut dem Errichter 2021–2022 fertiggestellt), im Bereich der Villengärten nahe dem Ufer. Während der Schau nutzte das Land es für seinen „Treffpunkt Baden-Württemberg“. Das Haus sollte danach die städtische Sammlung dauerhaft beherbergen: Laut dem Tourismusbüro zogen die Pflanzen im Frühsommer 2022 ein, und das Glashaus ist seither ganzjährig geöffnet.
Architektur und Ingenieurbau
Das Tourismusbüro beschreibt das Gebäude als große Glaskonstruktion; die deutsche Wikipedia gibt ihm eine Höhe von fast zehn Metern und eine Grundfläche von 600 m², davon etwa 250 m² Pflanzbeete, eine Zahl, die auch die der Stadt ist. Der Errichter ordnet es seinen gewölbten „HighLight“-Gewächshäusern zu, die schlüsselfertig geliefert werden: EdenParks, Teil von Smiemans Projecten, fertigte den Entwurf, und Smiemans Projecten führte den Bau aus. Die herangezogenen Quellen nennen weder die Art der Verglasung noch das Heizsystem noch den Namen eines einzelnen Architekten.
Die Aufgabenstellung erklärt den Grundriss. Das Gebäude wurde für zwei aufeinanderfolgende Nutzungen konzipiert: als Treffpunkt und Pavillon während der Landesgartenschau, dann als dauerhaftes Zuhause für Pflanzen, die keinen Frost vertragen und im Sommer nicht mehr ins Freie kommen. Die Beete gruppieren die Pflanzen nach geografischer Herkunft. Über den Technik- und Serviceräumen schuf der Errichter einen Besucherbereich, der einen guten Blick auf die Sammlung bietet.
Pflanzensammlungen
Die Stadt meldet rund 1.000 gezeigte Kakteen und Sukkulenten, darunter einige, die mehr als 100 Jahre alt sind. Die größten Exemplare erreichen laut der Seite der Stadt und der des Tourismusbüros sieben Meter Höhe; die genannten Gewichte schwanken, von 250 kg für Pflanzen von über sechs Metern Höhe (Seite Stadtgarten) bis etwa 300 kg (Seite Kakteenhaus). Die Pflanzen sind auf rund 250 m² Beeten nach geografischer Herkunft gruppiert. Die Stadt nennt sie nur „exotisch“, und die herangezogenen Quellen enthalten keine Artenliste, daher wird hier kein botanischer Name genannt.
Die Bildunterschrift eines in die App LandApp BW hochgeladenen Fotos erwähnt etwa 5.000 Kakteen für die gesamte Überlinger Sammlung, eine Zahl, die die eigenen Seiten der Stadt nicht wiederholen. Nur die winterharten Exemplare bleiben im Freien, im Kakteenbeet des Stadtgartens, das das ganze Jahr über zu sehen ist. Jede Woche angebotene Führungen mit örtlichen Gästeführern erklären, welche Pflanzenfamilien welche Beete belegen.
Besuch
Das Pflanzenhaus steht am Eingang der Villengärten, auf der Seite der Bahnhofstraße, westlich der Altstadt. Dieser Park am See, als rollstuhlgerecht ausgewiesen, beherbergte 2021 dreizehn Schaugärten, schwimmende Gärten und eine Freiluftbibliothek; er besitzt außerdem ein Kneippbecken, ein denkmalgeschütztes Badehäuschen aus der Zeit vor 1900 und einen Uferweg zur Bodensee-Therme. Der Stadtgarten von 1875 mit seinem Beet winterharter Kakteen liegt in der Nähe, ebenso der Badgarten und der Rosengarten, und diese Gärten erscheinen auf dem Gartenkulturpfad der Stadt. Da die Pflanzen im Sommer nicht mehr ins Freie kommen, ist die Sammlung zu jeder Jahreszeit zu sehen.
47.77° N, 9.15° E
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Quellen (8)
- ueberlingen.de/kakteenhaus
- ueberlingen-bodensee.de/villengaerten
- ueberlingen-bodensee.de/stadtgarten
- edenparks.eu/en/projects/planthouse-cacti-ueberlingen-de
- de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberlinger_Stadtgarten
- de.wikipedia.org/wiki/Landesgartenschau_%C3%9Cberlingen_2020
- baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/halbzeit-der-landesgartenscha
- openstreetmap.org/way/938820012
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