Lincoln Park Conservatory
Chicago, Illinois

Quellen geprüft im September 2026
- Jahr
- 1890–1895
- Architekt
- Joseph Lyman Silsbee und Mifflin E. Bell
- Stil
- Viktorianisch, mit Kielbogenbindern
- Abmessungen
- 1,2 Hektar; ein Vestibül, vier Ausstellungsräume und fünfzehn Anzuchthäuser
- Status
- Für die Öffentlichkeit geöffnet, freier Eintritt
Das zwischen 1890 und 1895 in Etappen unter den Architekten Joseph Lyman Silsbee und Mifflin E. Bell errichtete Lincoln Park Conservatory in Chicago vereint ein Vestibül, ein Palm House und einen Fern Room in einer viktorianischen Konstruktion, die durch ihre Binder mit Kielbögen geprägt ist. Die Anlage, die 1,2 Hektar mit fünfzehn angeschlossenen Anzuchthäusern umfasst, bewahrt einen bereits 1891 gepflanzten Ficus, der heute mehr als 15 Meter hoch ist. 1897 forderte sogar die ägyptische Regierung Seerosensamen bei der Einrichtung an; 1925 und erneut 1954 renoviert, bleibt es kostenlos und ganzjährig geöffnet.
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Geschichte
Die Lincoln Park Commission errichtete 1877 an dieser Stelle ein erstes Gewächshaus und legte Ende der 1870er-Jahre daneben einen formalen Garten an, einen der ältesten öffentlichen Gärten Chicagos. Dieser frühe Bau wurde zwischen 1890 und 1895 durch ein in Etappen errichtetes Gewächshaus ersetzt, das der Öffentlichkeit exotische Pflanzen zeigen und zugleich die Tausende von Pflanzen heranziehen sollte, die für die Parks der Stadt benötigt wurden. Entworfen wurde es vom namhaften Architekten Joseph Lyman Silsbee gemeinsam mit einem Chicagoer Berufskollegen, Mifflin E. Bell.
Das Vestibül und das Palm House wurden 1892 für die Öffentlichkeit geöffnet, 1895 folgten der Fern Room und das Warmhaus, damals als „stove house“ bekannt und heute der Orchid Room. Wasserpflanzen wurden in Becken vermehrt und in künstlich beheizten Seerosenteichen ausgepflanzt; ihr Ruf war so groß, dass die ägyptische Regierung 1897 um Samen der Seerosen des Gewächshauses bat.
Durch umfangreiche Umbauten 1925 verschwanden die ursprüngliche Terrasse und das Vestibül, und das Giebeldach des Eingangs wurde durch das heute sichtbare glockenförmige Dach ersetzt. Die Vorderfront wurde 1954 erneut verändert und erweitert, unter anderem, um öffentliche Toiletten einzurichten. Pflege und Restaurierung der Anlage werden heute vom 1984 gegründeten Lincoln Park Conservancy unterstützt.


Architektur und Ingenieurbau
Die Anlage bedeckt rund 3 Acres (1,2 Hektar). Sie besteht aus einem Vestibül, vier Ausstellungshallen – dem Palm House, dem Fern Room, dem Orchid Room und dem Show House – sowie fünfzehn Anzucht- und Kulturhäusern.
Silsbee verlieh diesem Glasbau durch eine Reihe von Bindern in Form von Eselsrückenbögen eine exotische Silhouette; deren doppelte Krümmung bestimmt den Rhythmus der Dächer. Das glockenförmige Dach über dem Eingang stammt aus dem Umbau von 1925.
Der Fern Room ist insofern ungewöhnlich, als er rund fünfeinhalb Fuß (1,7 Meter) unter dem Bodenniveau liegt, also tiefer als der Rest des Gebäudes.


Pflanzensammlungen
Das Palm House zeigt mehr als ein Dutzend Palmenarten sowie tropische Nutzpflanzen: Bananen, einen Grapefruitbaum, Orangenbäume, Papayas, einen Kaffeebaum und einen Kakaobaum. Sein berühmtestes Exemplar ist ein 1891 gepflanzter Fiddle-leaf Rubber Tree, heute etwa 50 Fuß (15 Meter) hoch.
Der Fern Room beherbergt Pflanzen des Waldbodens, vor allem eine große Farnsammlung, dazu Palmfarne, eine der ältesten Pflanzenlinien. Der Orchid Room zeigt Hunderte von Orchideen, Bromelien und einige tropische fleischfressende Pflanzen.
Im Show House finden drei Schauen im Jahr statt: eine Frühjahrsblumenschau von Ende Januar bis Mai, eine Sommerschau tropischer Pflanzen und eine winterliche Feiertagsschau, die Blumen mit Modelleisenbahnen verbindet.


Besuch
Das Gewächshaus steht im Lincoln Park, dem größten Park Chicagos, am Stockton Drive neben dem Lincoln Park Zoo. Der Eintritt ist frei, mit Reservierung eines Einlasszeitfensters. Für die vier Ausstellungshallen sollten Sie etwa eine Stunde einplanen.
Vor dem Gebäude gruppiert der formale Garten zwölf Beete mit einjährigen und tropischen Pflanzen um den Brunnen Storks at Play, auch Bates Fountain genannt, und auf der anderen Straßenseite birgt der Grandmother's Garden ein Denkmal für Shakespeare. Ein Besuch lässt sich leicht mit dem benachbarten Zoo oder mit dem Alfred Caldwell Lily Pool verbinden, den ebenfalls der Lincoln Park Conservancy betreut. Im Winter ist die Feiertagsschau ein Höhepunkt des Jahres.
41.92° N, 87.64° W
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